Schnarrout
Nach dieser Woche noch von Shootout zu reden ist zu wenig. Schnarrout trifft es eher. Auch das Spiel in Berlin entscheidet der Haie-Angreifer mit seinen Toren im Shootout für die Haie. Am Ende steht ein 4:3 und das Ende einer kleinen Nemesis.
Vor dem Spiel
Never Change a winning Team? Kari Jalonen hält sich aktuell nicht dran. Tanner Kero rotierte auf der AL-Position für Juhani Tyrväinen zurück ins Team. Brady Austin trug das C. Dazu gab es auch Rotation im U23-Bereich und Fischer spielte an Stelle von Glötzl.
1. Drittel
Die Anfangsphase verlief zunächst unauffällig. Beide Teams störten sich früh im Aufbau, ein wirklicher Spielfluss kam nicht zustande. In der 6. Minute setzte Veilleux das erste Ausrufezeichen, scheiterte bei einem Alleingang jedoch an Juvonen. Berlin übernahm anschließend leicht die Kontrolle und ging folgerichtig in der 9. Minute in Führung: Matěj Leden verwertete einen Abpraller zum 1:0 – sein erstes DEL-Tor.
Die Haie reagierten jedoch umgehend. In der 15. Minute zog Austin aus dem Bullykreis ab, Niedenz schnappte sich den Abpraller und legte mustergültig quer auf Kammerer, der problemlos zum 1:1 einschob. Nur zwei Minuten später setzte sich Russell stark gegen zwei Berliner durch und markierte mit seinem 17. Saisontreffer das 2:1. Köln hatte nun nicht nur das Spiel übernommen, sondern auch das Ergebnis gedreht.
Bis zur Pause hätten die Haie sogar noch erhöhen können, doch Hildebrand verhinderte Schlimmeres. Die Schussbilanz von 15:4 im ersten Drittel unterstrich die Überlegenheit der Haie.
2. Drittel
Der zweite Abschnitt brachte Berlin zurück ins Spiel. In der 22. Minute traf Mik nach Vorlage von Tiffels per Tip-In zum 2:2. Acht Minuten später nutzte Veilleux eine Unordnung vor dem Kölner Kasten und stellte auf 3:2. Juvonen war zuvor unglücklich am Schlittschuh von Vittasmäki hängen geblieben und konnte den Schuss daher nicht mehr erreichen.
Trotzdem waren die Haie im zweiten Abschnitt keineswegs chancenlos: Kero, MacLeod und Kemiläinen tauchten mehrfach gefährlich vor Hildebrand auf, fanden aber allesamt ihren Meister im Berliner Schlussmann. So ging es mit einer 3:2-Führung für die Eisbären in die zweite Pause.
3. Drittel
Die Haie kamen entschlossen aus der Kabine und versuchten über aggressives Forechecking sofort Druck aufzubauen. Bokk kam früh aus guter Position zum Abschluss, brachte die Scheibe jedoch nicht aufs Tor (41.). Nur eine Minute später mussten die Haie kurz durchatmen: Nach einem langen Aufbaupass liefen Bergmann und Eder im Zwei-auf-eins auf Juvonen zu, der mit einer starken Parade Schlimmeres verhinderte (42.).
Köln blieb anschließend die aktivere Mannschaft und belohnte sich in der 47. Minute verdient: Storm verwertete einen präzisen Querpass von Schnarr und stellte auf 3:3. Mit dem Ausgleich kippte das Momentum spürbar zugunsten der Haie, die nun auf den Führungstreffer drängten.
Berlin lauerte vor allem auf Konter, doch Juvonen blieb stabil und entschärfte jede brenzlige Situation. Offensiv kombinierten die Haie gefällig, ohne dabei zu viel Risiko einzugehen. In der Schlussphase nahm die Intensität nochmal zu, doch die entscheidenden Abschlüsse blieben aus. Die beste Möglichkeit auf den Sieg hatten Schnarr und Austin in der 59. Minute: Schnarr verzog knapp, und Austin scheiterte aus kurzer Distanz an Hildebrand. So ging es mit einem 3:3 in die Overtime.
Overtime und Shootout
Die Verlängerung brachte zwar keine Entscheidung, bot jedoch reichlich Spannung. Kaski setzte aus kurzer Distanz den Puck an die Latte – die beste Haie Möglichkeit. Auf der Gegenseite vergaben die Eisbären ein Zwei-auf-Null, sodass es ohne weiteren Treffer ins Penaltyschießen ging.
Im Shootout behielten die Haie – wie schon am Dienstag gegen Mannheim – erneut die Nerven. Schnarr verwandelte zweimal eiskalt und entschied damit zum zweiten Mal binnen 5 Tagen ein Shootout. Juvonen ließ nur einen Versuch passieren und parierte letztlich Kirks entscheidenden Schuss souverän mit der Fanghand.
Nachdem die Haie mehr als ein Drittel der Saison Ihre Arbeit nicht länger als 60 Minuten verrichten mussten, war es jetzt schon das dritte Shootout in kurzer Zeit und – wie schon gesagt – der zweite Sieg der Haie in dieser Disziplin.
Fazit
Der Auswärtssieg in Berlin war in mehrfacher Hinsicht bedeutsam. Zum einen bestätigten die Haie – wie bereits in Straubing – ihre starke Form und ließen sich trotz zweier Rückstände nicht aus der Ruhe bringen. Zum anderen gelang endlich wieder ein Erfolg gegen die Eisbären, womit das mentale Päckchen der vergangenen vier Niederlagen in Folge abgelegt wurde. Ein reifer, konsequenter Auftritt, der den vierten Sieg in Serie brachte und verdeutlicht, dass die Haie in dieser Saison jedes Team schlagen können. Mit nur vier Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze festigen die Haie ihren Platz in der Spitzengruppe.
Hard Facts
Eisbären Berlin : Kölner Haie 3:4 n.P. (1:2, 2:0, 0:1, 0:0, 0:1)
Schüsse: 33-42
Strafminuten: 4-6
Bullies: 43-22
Kölner Haie
Juvonen – Kaiser
Kaski – Austin; Kemiläinen – Sennhenn; Fischer – Vittasmäki; Münzenberger, M.
Russell – MacLeod – Kero; Bokk – Schnarr – Storm; Niedenz – Aubry – Kammerer; van Calster – MacInnis – Uher
Eisbären Berlin
Hildebrand – Stettmer
Reinke – Müller; Smith – Mik; Lancaster – Panocha;
Veilleux – Vikingstad – Tiffels; Pföderl – Eder – Kirk; Bergmann – Byron – Hördler; Leden – Wiederer – Noebels
Zuschauer: 14.200
