Punktenacht im Powerplay
Elf Tore insgesamt und sieben davon in Powerplays. Die Punktenacht im Powerplay liefert den Trainern beiden Seiten genug Gesprächsstoff. Ein dominantes erstes Drittel und vier Kölner Überzahltore sorgten dafür, dass der Ausgang der Partie letztlich nie wirklich gefährdet war. Die Haie bauten ihre Siegesserie mit einem 7:4-Erfolg gegen Nürnberg auf fünf Spiele aus. So eine Serie – in der Hauptrunde – gab es zuletzt im November/Dezember 2021 (damals waren es am Ende sogar 6 Siege in Serie).
Vor dem Spiel
Trainer Kari Jalonen nahm mehrere Änderungen an der Aufstellung vor, die am vergangenen Sonntag Berlin mit 4:3 nach Penaltyschießen besiegt hatte. Glötzl ersetzte Münzenburger, während Tuomie für Storm ins Lineup rückte, der das Spiel aufgrund der Geburt seines zweiten Kindes verpasste. Tyrväinen, der zudem das „C“ trug, übernahm Schnarrs Platz, da die Haie weiterhin ihre Importspieler im Wechsel aus dem Kader streichen.
1. Drittel
Nach einer Woche mit drei Siegen gegen starke Gegner starteten die Haie mit viel Tempo in die Partie gegen Nürnberg. Alle vier Reihen erzeugten früh Druck, und bereits nach dreieinhalb Minuten zog MacLeod beim Zoneneintritt in die Mitte und spielte einen präzisen Querpass auf Kero, der zur Führuzng verwandelte.
Köln blieb auch nach dem 1:0 am Drücker und zog zwei Strafen, da Nürnberg Mühe hatte, mitzuhalten. Das erste Powerplay blieb ohne Tor, brachte aber gute Chancen. Im zweiten fand Aubry Russell im Slot, und dieser bezwang Fitzpatrick mit einem Schuss auf die Fanghandseite zum 2:0.
Zwei Minuten vor Ende des Drittels gingen die Haie zum dritten Mal in Überzahl. Das Powerplay bewegte die Scheibe weiterhin gut und erzeugte konstant Druck. Schließlich hämmerte Bokk einen One-Timer auf der kurzen Seite zum 3:0 für die Haie ins Tor, bei gleichzeitig dritter Vorlage von MacLeod in einem dominanten ersten Abschnitt.
2. Drittel
Nach einem schwierigen ersten Drittel kamen die Ice Tigers mit mehr Tempo aus der Pause und erspielten sich einige frühe Chancen, was schließlich zu einem Powerplay führte. Dieses nutzten sie: Spezias Direktschuss wurde von Murray abgefälscht und rutschte Juvonen über die Blockerseite ins Tor, sodass der Haie-Vorsprung auf zwei Treffer schrumpfte.
Das Spiel gestaltete sich danach ausgeglichener, doch Köln kontrollierte weiterhin über weite Strecken das Geschehen—vor allem, wenn die MacLeod-Reihe auf dem Eis war. Rund acht Minuten vor Drittelende stellten die Haie den Drei-Tore-Vorsprung wieder her, als Austin einen schön einstudierten Spielzug vom Bully weg vollendete und Fitzpatrick auf der kurzen Seite bezwang. Kurz darauf blockte Bokk einen Schuss von Kaski, fand den Abpraller und traf erneut auf der Blockerseite zum 5:1.
Spät im Drittel geriet Köln in Unterzahl und musste für einige Sekunden sogar 3-gegen-5 spielen. Nürnberg nutzte dies: Erst traf Headrick per Direktschuss, und nur wenige Sekunden später verkürzte Gerard auf 5:3.
Mit nur 0,8 Sekunden auf der Uhr stoppte Kaski den Nürnberger Lauf, indem er im Powerplay einen Direktschuss an Fitzpatrick vorbei ins Tor setzte und den Drei-Tore-Vorsprung zur zweiten Pause wiederherstellte.
3. Drittel
Nach einem ruhigen Start ins Drittel erhielten die Haie bereits nach vier Minuten ihr fünftes Powerplay. Sie blieben im Überzahlspiel weiterhin brandheiß, denn ein feiner Pass von Kero setzte Tyrväinen in Szene, der ins offene Tor vollendete und Kölns vierten Powerplaytreffer des Abends sowie die 7:3 Führung erzielte.
Trotz des Vier-Tore-Rückstands weigerte sich Nürnberg aufzugeben. Elf Minuten vor Schluss prallte ein harmloser Schuss von Vittasmäkis Schlittschuh ab und landete auf dem Schläger von Spezia, der den Puck problemlos einschieben konnte und den Rückstand auf drei Treffer verkürzte.
Die letzten zehn Minuten boten zwar ein wenig Hin und Her, jedoch kaum gefährliche Chancen. Die Haie stellten auf einen defensiveren Ansatz um, nahmen Tempo aus dem Spiel und verteidigten ihre Führung. Am Ende brachten sie den Vorsprung souverän über die Zeit und sicherten sich einen 7:4 Sieg.
Fazit
Die Haie verließen die Lanxess Arena mit ihrem fünften Sieg in Folge und viel Selbstvertrauen in der Offensive. Sie eröffneten den Abend mit ihrem bislang dominantesten ersten Drittel der Saison, und ihr Powerplay zeigte eine starke 4-aus-5-Ausbeute. Dennoch war nicht alles perfekt. Nürnberg traf bei drei von vier Überzahlsituationen, und Köln hatte Schwierigkeiten, das Spiel vollständig zu kontrollieren, obwohl man zur Mitte des Spiels eine 5:1-Führung hielt.
Trotzdem zeigten die Haie erneut, warum sie zu den gefährlichsten Teams der Liga gehören, und liegen nun nur noch drei Punkte hinter Tabellenführer Mannheim auf dem dritten Platz. Die Punktenacht im Powerplay hat sich gelohnt.
Stimmen zum Spiel
Die Pressekonferenz mit Mitch O’Keefe und Kari Jalonen, sowie das Interview mit Oliwer Kaski.
Hard Facts
Kölner Haie – Nürnberg Ice Tigers 7:4 (3:0, 3:3, 1:1)
Schüsse: 30-28
Strafminuten: 8-10
Bullies: 29-23
Kölner Haie
Juvonen – Ancicka
Kaski – Austin; Kemilainen – Sennhenn; Fischer – Vittasmaki; Glötzl
Russell – MacLeod – Kero; Bokk – Aubry – Tuomie; Niedenz – Tyrvainen – Kammerer; van Calster – MacInnis – Uher
Nürnberg Ice Tigers
Fitzpatrick – Treutle
Karrer – Headrick; Böttner – Haiskanen; Weber – Weber; Braun
Murray – Barratt – Ustorf; Heigl – Dove-McFalls – Gerard; Spezia – Meireles – Eham; Maier – Bakos – Kechter
Zuschauer: 17.919
Foto: Haiepictures

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