Overtime-Fluch hält an
Die Haie verpassten nach sechs Erfolgen in Serie den siebten Streich in München knapp. Mit 1:2 in Overtime unterlagen die Domstädter am Mittwoch bei den zuletzt ebenfalls formstarken Bayern. Eine größtenteils starke Defensivleistung brachte zumindest einen Zähler, mit dem man Tabellenplatz drei verteidigte. Allerdings bleibt es dabei: Die Haie haben unter Kari Jalonen noch keine einzige 3-gegen-3-Overtime gewonnen.
Vor dem Spiel
Coach Jalonen nahm im Vergleich zum 5:2-Sieg in Bremerhaven wieder eine Rotation im Sturm vor. Tanner Kero rückte ins Line-up, während Nate Schnarr trotz seines Treffers vom Sonntag auf der Tribüne Platz nehmen musste. Dominik Bokk rutschte so in die zweite Reihe zu Parker Tuomie und Louis-Marc Aubry. Maxi Glötzl war diesmal sechster Verteidiger, Sten Fischer siebter Defender.
1. Drittel
Die ersten zehn Minuten gehörten dem EHC. 7:0 Torschüsse standen zu Buche, ehe Gregor MacLeod mit einem Rückhand-Schuss aus der Drehung erstmals Antoine Bibeau im Kasten der Hausherren prüfte. Die ersten zwei Powerplays gingen dann auch an München, doch Janne Juvonen war unter anderem bei Chancen durch Ville Pokka und Taro Hirose hellwach. In der Folge kamen die Haie besser ins Spiel – konnten eine späte Überzahl jedoch ebensowenig nutzen.
2. Drittel
Im Mittelabschnitt verteidigten die Kölner konsequent, besonders Brady Austin erwischte einen richtig starken Abend. Nun entwickelte sich vollends ein Match auf Augenhöhe mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Die beste Chance hatte allerdings München, als Yasin Ehliz in Unterzahl plötzlich völlig frei vor Juvonen auftauchte, der Finne jedoch trocken nein sagte.
Als alle schon mit einem weiteren torlosen Abschnitt rechneten, stand plötzlich Dominik Bokk richtig und schoss aus kurzer Distanz aufs Tor. Sein Versuch wäre wohl links am Gehäuse vorbeigesaust, aber Patrick Hagers Schlittschuh lenkte die Scheibe zur 1:0-Führung in den Kasten. Die Freude währte jedoch leider nur kurz.
Nach einem völlig überflüssigen Stockfoul von Juhani Tyrväinen in der neutralen Zone durfte München Powerplay spielen. Und diesmal fälschte Maxi Kastner einen Pokka-Hammer sehenswert zum 1:1 ab.
3. Drittel
Die Haie hatten im Schlussdrittel zunächst ihre vielleicht dickste Chance. Maxi Kammerer spielte einen Flip-Pass auf den davoneilenden Kevin Niedenz, doch der Stürmer kam nicht an Bibeau vorbei und blieb somit auch bei seinem 20. Saisoneinsatz für den KEC ohne Tor. Auf der anderen Seite wurden die Gastgeber immer stärker und schnürten Köln zunehmend im eigenen Drittel ein. Juvonen entschärfte ein erneutes Break von Ehliz cool und blieb auch bei dicken Möglichkeiten von DeSousa, Hirose und Brooks Sieger.
In den letzten fünf Minuten hatten die Haie alle Hände damit zu tun, den Punkt über die Zeit zu retten.
Overtime
Die Verlängerung brachte zunächst keine klaren Aktionen und plätscherte auf einen Shootout (ohne Nate Schnarr) hin. Dann jedoch unterlief den Haien ein folgenschwerer Wechselfehler. Maxi Kammerer fuhr plötzlich zur Bank und Köln hatte sekundenlang nur zwei Akteure auf dem Eis. Brady Ferguson stand ohne Gegenspieler frei und jagte den Puck an Juvonen vorbei zum Sieg.
Fazit
Auch die dritte Partie gegen München endete mit einer Niederlage, diesmal nahmen die Haie jedoch einen Zähler mit an den Rhein. Insgesamt war der Münchner Sieg verdient, hatten die Bayern doch gerade im Schlussabschnitt ein dickes Chancenplus. Schussstatistiken sagen im Eishockey zwar nicht alles, aber das Verhältnis von 37 zu 22 an diesem Abend zumindest etwas. Auch die Bully-Statistik (40-15 für München) tendierte eindeutig in Richtung der Bayern.
Verlängerungen bei 3 gegen 3 bleiben unter Jalonen ein Fluch, allerdings fehlte es den Haie in der Extraschicht auch ein wenig am offensiven Mut.
Hard Facts
EHC RB München – Kölner Haie 2:1 OT (0:0, 1:1, 0:0, 1:0)
Schüsse: 37 – 22
Strafminuten: 6 – 8
Bullies: 40 – 15
Kölner Haie
Juvonen – Ancicka
Austin – Kaski; Sennhenn – Kemiläinen; Vittasmäki – Glötzl; Fischer
Kero – MacLeod – Russell; Tuomie – Aubry – Bokk; Kammerer – Tyrväinen – Niedenz; Uher – MacInnis – van Calster
EHC RB München
Bibeau – Wolf
Pokka – Wagner, Abeltshauser – Sinn; Murphy – Daubner;
Kastner – Fontaine – Brooks; McKenna – DeSousa – Hirose; Krening – Ferguson – Ehliz; Kaiser – Hager – Heigl
Zuschauer: 10.796

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