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Austins Highlight Tor

Eine mitreißende Partie vor 18.600 Zuschauern am Tag der Junghaie in der ausverkauften LANXESSarena endete mit einem späten Höhepunkt. Austins Tor – für jedes Highlight-Reel – entschied den DEL-Klassiker in der letzten Minute. Die drohende Overtime entfiel und die Fans feierten mit der Mannschaft eine schöne Weihnachtsfeier

Vor dem Spiel

Kaski (krank) und MacLeod (verletzt) fehlten, dadurch musste Kari Jalonen sein Team im Vergleich zur knappen Niederlage in München umbauen. Schnarr rückte in die erste Formation mit Russell und Kero, Tuomie komplettierte die zweite Reihe um Aubry und Bokk. Auch die Verteidigerpärchen wurden umgestellt und das gesamte Spiel über rotiert. Storm – im Line-up noch im Angriff – spielte das ganze Spiel Verteidiger.

1. Drittel

Von Beginn an herrschte gute Stimmung auf den Rängen, beide Fanlager sorgten für Atmosphäre. Sportlich erwischten die Adler den besseren Start. Bereits in der 2. Minute traf Mannheim gleich zweimal den Pfosten und setzte ein frühes Zeichen. Kurz darauf zwang Schütz nach einem Scheibengewinn in der neutralen Zone Juvonen zu einer weiteren Parade.

Die Adler agierten konsequent mit tiefen Scheiben, eroberten diese immer wieder zurück und bauten so Druck im Kölner Drittel auf. Die Haie wirkten im Forecheck eher passiv, während Mannheim aggressiv mit mindestens zwei Stürmern anlief. Offensiv meldete sich Köln nach knapp fünf Minuten erstmals durch Tuomie aus zentraler Position an. In der 6. Minute folgte eine weitere Chance durch Kammerer, nachdem Mattsson kurzzeitig die Orientierung hinter seinem Tor verloren hatte.

In der 7. Minute nutzten die Adler ihre Überlegenheit: Renouf traf zum 0:1, die Haie waren in der Rückwärtsbewegung einen Schritt zu langsam. Mannheim blieb in der Folge im Forecheck dominant. Auf Haie-Seite sorgte die vierte Reihe um MacInnis und van Calster mit Entlastungsangriffen für kurze Verschnaufpausen.

Nach einer Strafe gegen Köln wegen zu vieler Spieler auf dem Eis (10.) überstanden die Haie das Unterzahlspiel mit Ausnahme von drei Abschlüssen der Adler ohne größeren Schaden. In der 14. Minute erhöhte Gilmour dennoch auf 0:2. Der Adler-Verteidiger brachte die Scheibe erst an Juvonen vorbei und fand die frei auf der Linie liegende Scheibe dann als Erster.

Doch die Haie fanden noch vor der Pause zurück ins Spiel. In der 15. Minute verkürzte MacInnis nach Vorlage von van Calster auf 1:2. Auffällig: Die vierte Reihe war im ersten Drittel die offensiv aktivste Kölner Formation. In der 17. Minute hatten Niedenz und Austin sogar den Ausgleich auf dem Schläger, doch Mattsson parierte. Mannheim war insgesamt überlegen, doch nach dem Anschluss waren die Haie das bessere Team.

2. Drittel

Auch im Mittelabschnitt meldeten sich zunächst die Adler an. Gawanke hatte eine gute Chance, ein weiterer Pfostenschuss folgte. Dann nutzten die Haie eine Unordnung im Mannheimer Forecheck eiskalt aus. Kemiläinen spielte einen mustergültigen Pass auf den an der gegnerischen Blauen lauernden Bokk, der mit Tuomie im Zwei-auf-eins Mattsson zum 2:2 überwand.

Im anschließenden Powerplay hatte Kammerer die Führung auf dem Schläger, scheiterte aber am starken rechten Schoner von Mattsson. Auch einen Schuss von MacInnis parierte der Mannheimer Goalie, verlor dabei jedoch die Orientierung. Tyrväinen reagierte am schnellsten und spitzelte die Scheibe aus der Luft zum 3:2 ins Tor.

Nach dem frühen Pfostenschuss der Adler dominierten die Haie das Drittel klar, was auch die Schussstatistik von 7:2 zu diesem Zeitpunkt widerspiegelte. Doch Mannheim bewies, warum sie an der Tabellenspitze stehen. In der 27. Minute traf Mattinen nach Vorlage von Esposito aus dem rechten Bullykreis über die Schulter von Juvonen unter die Latte zum 3:3.

Bis zum Powerbreak neutralisierten sich beide Teams. In der 33. Minute scheiterte Kammerer nach einem Alleingang trotz guter Bewegung an Mattsson. Glötzl zog in der 35. Minute eine Strafe gegen Greco, wenig später folgte eine weitere gegen Bennett wegen Spielverzögerung. Die Haie nutzten die doppelte Überzahl konsequent: Russell traf in der 37. Minute nach schöner Kombination mit Aubry und Schnarr zum 4:3. Ein starkes Drittel der Haie, die sich mit einer verdienten Führung in die Pause verabschiedeten.

3. Drittel

Der Schlussabschnitt begann zunächst abwartend. Dann eroberte Reichel im Forecheck mit gutem Körpereinsatz gegen Glötzl die Scheibe und setzte Proske und Bennett ein, letzterer glich zum 4:4 aus. Die Partie war wieder offen.

Der stark aufspielende MacInnis zog in der 48. Minute eine weitere Strafe gegen Mannheim, doch trotz guter Kombinationen konnten die Haie daraus kein Kapital schlagen. Kurz darauf musste Kemiläinen nach einem harten Check auf die Strafbank, doch auch das Powerplay der Adler brachte die Scheibe nicht im Tor unter.

Zum Ende hin entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten, jedoch ohne zwingende Abschlüsse. 53 Sekunden vor Schluss setzten sich die Haie dann im Drittel der Adler fest. Austin bekam die Scheibe auf der linken Seite, zog von außen zum Tor und traf aus scheinbar unmöglichem Winkel über Mattssons Schulter zum viel umjubelten Siegtreffer und bescherte den Haien drei Punkte und eine gute Grundstimmung für die folgende Weihnachtsfeier mit den Fans.

Fazit

Die Haie zeigten eine starke Mannschaftsleistung trotz der Ausfälle von MacLeod und Kaski. Nach zehn Minuten schien Mannheim das klar bessere Team, doch Köln kämpfte sich geschlossen zurück in die Partie und überzeugte über alle Reihen hinweg. Besonders die Leistung der dritten und vierten Reihe hatte großen Anteil am Sieg. Am Ende ließ Austin die Halle beben und die Haie jubelten über einen emotionalen Heimsieg gegen den Dauerrivalen und Spitzenreiter.

Stimmen zum Spiel

Die Pressekonferenz mit Dallas Eakins und Kari Jalonen sowie das Interview mit Ryan MacInnis

Hard Facts

Kölner Haie – Adler Mannheim 5:4 (1:2, 3:1, 1:1)

Schüsse: 33 – 38

Strafminuten: 6 – 10

Bullies: 31 – 35

Kölner Haie

Juvonen – Ancicka
Austin – Sennhenn; Vittasmäki – Kemiläinen; Glötzl – Fischer
Schnarr – Kero – Russell; Bokk – Aubry – Tuomie; Kammerer – Tyrväinen – Storm; Uher – MacInnis – Niedenz; van Calster

Adler Mannheim

Mattsson – Franzreb
Renouf – Mattinen;  Kälble – Gawanke; Gilmour – Shaw
Schütz – Michaelis – Ehl; Heim – Esposito – Plachta; Bennett – Solow – Greco; Kühnhackl – Reichel – Proske

Zuschauer: 18.600

Foto: Haiepictures