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37. Spieltag

Für die Haie geht es am 37. Spieltag vom Osten in den Süden. Nach dem souveränen 8:1-Erfolg bei den Eislöwen aus Dresden wartet nun mit den Nürnberg Ice Tigers der nächste Prüfstein auf den mittlerweile souveränen Tabellenführer. Die Ausgangslage ist klar: Köln geht aktuell in jedes Spiel als Favorit. Nürnberg wiederum will das erste Team seit neun Spieltagen sein, das den Haien wieder ein Bein stellen kann.

Status Quo

Ähnlich wie viele Teams im erweiterten Kreis um die Pre-Playoff-Plätze kämpfen auch die Ice Tigers weiterhin mit dem Thema Konstanz. Mehr als drei Siege in Folge gelangen bislang nicht, und auch das erst ein einziges Mal. Dem gegenüber stehen bereits zwei längere Niederlagenserien mit mindestens vier sieglosen Spielen, die letzte davon endete erst am vergangenen Sonntag mit dem 4:2-Erfolg gegen Wolfsburg.

Unter Einbezug der langen Verletztenliste zu Saisonbeginn stehen die Ice Tigers dennoch mehr oder weniger dort, wo man sich vor der Saison selbst verortet hatte. Leistungsträger liefern ab, Neuzugänge fügen sich größtenteils gut ein. Gemessen an den finanziellen Möglichkeiten spielt Nürnberg eine insgesamt solide Saison.

Trainer Mitch O’Keefe bleibt seinem Ansatz treu und lässt sein Team auch in dieser Spielzeit sehr offensiv agieren. Nürnberg spielt eines der unterhaltsamsten Systeme der Liga. Der Erfolg – gemessen an den Umständen – gibt ihm Recht.

Ein Blick auf die Zahlen

Tore und Gegentore

Mit 119 erzielten Treffern belegt Nürnberg Platz 6 der Liga, defensiv steht man mit 121 Gegentoren auf Rang 11. Bereits elfmal kassierten die Ice Tigers fünf oder mehr Gegentore. Zwar lassen sich High-Scoring-Games durchaus gewinnen, auf Dauer ist es jedoch schwierig, auf diesem Weg konstant zu punkten.

Spielverlauf

Nürnberg startet furios in seine Spiele. Kein Team traf im ersten Drittel häufiger als die Ice Tigers, insgesamt stehen hier 47 Treffer zu Buche. Mit einer Tordifferenz von +14 belegt man in diesem Abschnitt Platz 2 der Liga, einzig die Haie liegen mit +24 noch davor.

Im weiteren Spielverlauf lässt diese Dominanz jedoch nach. Im Schlussdrittel erzielte Nürnberg nur noch die elftmeisten Tore der Liga und kassierte mit 46 Gegentreffern die zweitmeisten. Spiele wurden so häufiger noch aus der Hand gegeben oder konnten nicht mehr gedreht werden. Positiv aus Nürnberger Sicht: Seit der Rückkehr vieler verletzter Spieler zeigt dieser Trend zuletzt eine leichte Besserung, was auch mit einer breiteren Rotation zusammenhängt.

Special Teams

Das Über- und Unterzahlspiel spielte in den bisherigen Duellen beider Teams eine zentrale Rolle. Die Haie erzielten in dieser Saison sieben Tore in zehn Powerplaysituationen gegen Nürnberg. Umgekehrt nutzten auch die Ice Tigers ihre Chancen und trafen beim letzten Aufeinandertreffen dreimal in vier Überzahlsituationen.

Über die gesamte Saison hinweg liegt Nürnbergs Powerplay mit 19,4 Prozent auf Platz 9. Seit der Deutschlandcup-Pause ist jedoch ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen, hier steht man bei 24,0 Prozent und damit auf Rang 4. Auch das Penalty Killing zeigt leichte Fortschritte, wenn auch weniger deutlich. Saisonübergreifend belegt man Platz 11 mit 75,5 Prozent, seit der Pause Platz 8 mit 76,5 Prozent.

Scoring

Beide Teams bringen enorme Offensivqualität aufs Eis. Entsprechend treffen in Nürnberg die aktuell zwei effektivsten Mannschaften der Liga aufeinander. Köln führt diese Kategorie mit 12,3 Prozent an, Nürnberg folgt mit 12,1 Prozent.

Individuell ragt erneut Evan Barratt heraus, der bereits 51 Punkte aus 35 Spielen sammelte. Bester Torschütze ist Samuel Dove-McFalls mit 18 Treffern, dicht gefolgt von Tyler Spezia mit 15 Toren, von denen er zwei bereits in dieser Saison gegen die Haie erzielte.

Goalies

Die elftbeste Defensive der Liga schlägt sich auch auf die Torhüterstatistik nieder. Dennoch bilden Evan Fitzpatrick und Niklas Treutle ein solides Duo. Gemeinsam kommen sie auf eine Fangquote von 89,4 Prozent, was Platz 7 ligaweit bedeutet. In Kombination mit der hohen Abschluss-Effizienz ergibt sich für Nürnberg eine starke PDO von 101,5 – der drittbeste Wert der Liga. Die Haie stehen hier aktuell mit 103,4 auf Rang 1.

Saisonduelle

In beiden bisherigen Saisonduellen spielten die Special Teams die entscheidende Rolle. Zum Saisonauftakt am dritten Spieltag fuhren die Haie dank starker Überzahleinheiten einen 4:2-Erfolg ein.

Das zweite Aufeinandertreffen Anfang Dezember entwickelte sich zu einem echten Scheibenschießen. Nach einem dominanten ersten Drittel der Haie schien das Spiel früh entschieden, doch Nürnberg zeigte große Moral und machte die Partie noch einmal spannend. Am Ende stand ein 7:4-Erfolg für Köln mit insgesamt elf Treffern. Ein Spiel, das den Fans gefiel, das jedoch aus Trainersicht kaum als Blaupause dienen dürfte.

Prognose

An diesem Punkt der Saison wiederholt sich die Ausgangslage: Die Haie gehen aktuell in jedes Spiel als Favorit. Nicht nur aufgrund ihrer Dominanz auf dem Eis, sondern auch wegen ihrer mentalen Stabilität. Selbst potenzielle Stolpersteine werden derzeit souverän umgangen.

Dass die Ice Tigers ein solcher Stolperstein sein können, ist bekannt. Dennoch gebührt dem Team von Kari Jalonen weiterhin das Vertrauen, solange es keinen gegenteiligen Beweis gibt. Beide Mannschaften könnten personell noch Abstriche machen müssen. Bei den Haien ist offen, ob Nate Schnarr und Gregor MacLeod zurückkehren, auch der Einsatz von Janne Juvonen ist nicht gesichert, er reiste jedoch nach Nürnberg. Auf Nürnberger Seite musste zuletzt Evan Barratt im Schlussdrittel gegen Wolfsburg passen, sein Einsatz gegen Köln ist noch unklar.

Disziplin wird ein entscheidender Faktor sein. Beide Teams werden bemüht sein, die Strafbank zu meiden. Bei fünf gegen fünf dürfte es darauf ankommen, wessen Transition Game besser kontrolliert wird. Da beide Mannschaften extrem effizient vor dem Tor agieren, könnten am Ende auch die Torhüter den Unterschied machen. Felix Brückmann präsentierte sich nach seiner Rückkehr äußerst stabil und bewies bereits mehrfach seine Qualitäten als Gamewinner.

Unabhängig vom Ausgang dürfen sich Eishockeyfans auf ein äußerst unterhaltsames Spiel freuen.

Die Partie wird als Einzelspiel bei MagentaSport übertragen. Kommentator ist Franz Büchner.

Blick über den Tellerrand

Die Extraportion Nürnberg gibt es sowohl beim Hoggygwaaf Podcast (Instagram), Max vom Eisblog (Instagram Max/Instagram Eisblog/Homepage Eisblog) oder aber auch bei Bissl Hockey (Bluesky/Instagram) ab und an noch mit Sebastian Böhm (Bluesky).