Kaski zum Sieg
Ein später Siegtreffer durch Oliwer Kaski bringt den Haien die nächsten drei Punkte. Die Haie setzten dabei ihre beeindruckende Auswärtsserie fort und gewannen am Freitagabend beim ERC Ingolstadt mit 5:4 in einem intensiven Spiel. Sie drehten dabei einen zwischenzeitlichen zwei-Tore-Rückstand.
Vor dem Spiel
Im Line-up gab es im Vergleich zu den letzten Spielen einige Änderungen. MacLeod kehrte nach fast genau einem Monat Verletzungspause zurück, zudem startete Juvonen wieder im Tor. Münzenberger und Tuomie pausierten, dafür rückte Niedenz zurück ins Team. Schnarr setzte ein weiteres Mal aus, war aber nach Ingolstadt gereist.
1. Drittel
In der mit Spannung erwarteten Partie in der Saturn Arena übernahmen die Gastgeber aus Ingolstadt zunächst die Kontrolle. Die Schanzer drückten die Haie früh in die Defensive und gingen bereits in der 2. Minute durch Agostino im Powerplay mit 1:0 in Führung – ein Beginn, der an das letzte Duell der beiden Teams erinnerte. Ingolstadt hatte die besseren Szenen und arbeitete konsequent nach vorne.
Mit zunehmender Spielzeit fanden die Haie jedoch besser in die Partie und konnten dem Drittel in der zweiten Hälfte mehr und mehr ihren Stempel aufdrücken. Folgerichtig glich Russell in der 14. Minute zum 1:1 aus. Doch Ingolstadt blieb gefährlich und antwortete postwendend: Zunächst erhöhte Barber nach starker Vorlage von Tropmann (16.), ehe Pietta nur eine Minute später sehenswert per Rückhand das 3:1 erzielte. Bei beiden Toren verteidigten die Haie nicht mit der gewohnten Qualität.
Doch das wilde Drittel nahm noch eine weitere Wendung. Nach einer starken Kombination zwischen Tyrväinen und MacInnis verkürzte der Finne kurz vor Drittelende auf 2:3. Die Haie lagen nach 20 Minuten zwar verdient zurück, hatten aber weiterhin alle Optionen offen.
2. Drittel
Der Mittelabschnitt gehörte klar den Kölnern, die einmal mehr eindrucksvoll zeigten, warum man an der Tabellenspitze steht. Die Haie setzten Ingolstadt im eigenen Drittel massiv unter Druck, sodass sich die Panther gleich mehrfach nur per Icing befreien konnten. In der 25. Minute wurde der Druck schließlich zu groß: Bokk nach schönen Querpass von Aubry vor dem Tor zum 3:3-Ausgleich.
Die Haie blieben auch danach spielbestimmend und erspielten sich weitere Chancen, während Ingolstadt zwar physisch präsent war, jedoch nicht mehr die gleiche Durchschlagskraft entwickelte. In der 35. Minute belohnten sich die Haie und gingen durch MacLeod erstmals in Führung.
Das Drittel hätte nahezu perfekt verlaufen können, hätte Tyrväinen nicht kurz darauf ein Geschenk verteilt. Ein Aufbaupass aus dem eigenen Drittel wurde vom ERC abgefangen und mit etwas Glück durch Smallwood zum erneuten Ausgleich verwertet. Aus Haie-Sicht konnte man mit dem Gleichstand dennoch zufrieden sein, zumal die Panther eine späte Strafe gegen Russell trotz mehrerer Abschlüsse nicht mehr nutzen konnten.
3. Drittel
Im Schlussabschnitt blieben beide Teams aktiv, suchten den Weg nach vorne und spielten hart, aber fair. Zwingende Chancen blieben zunächst Mangelware, doch mit zunehmender Spielzeit entstand der Eindruck, dass der nächste Treffer die Partie entscheiden würde.
Den Panthern bot sich etwa zehn Minuten vor Schluss die große Gelegenheit dazu, als Storm wegen eines hohen Stocks mit Verletzungsfolge für vier Minuten auf die Strafbank musste. Die Haie verteidigten diese Phase jedoch konsequent und ließen kaum klare Möglichkeiten zu.
So ging es mit dem Unentschieden in die Schlussminuten – und als viele bereits mit der Overtime rechneten, sorgten die Haie für die Entscheidung. Kaski hämmerte die Scheibe in der 59. Minute nach Zuspiel von MacLeod ins linke obere Eck und ließ die mitgereisten Haie-Fans ausgelassen jubeln. Als die Partie schon beendet war gab es noch ein Wortgefecht an den Bänken in das auch die beiden Trainer involviert waren. Für die Haie gab es daraufhin noch eine 20 Minuten Bankstrafe. Diese hat aber keinerlei Auswirkung mehr gehabt und dürfte maximal zu einer Geldstrafe führen.
Fazit
Können die Haie noch verlieren? Ein Spiel wie das in Ingolstadt lässt beinahe daran zweifeln. Die Haie trotzten einem frühen Rückstand bei einem Spitzenteam und ließen sich über 60 Minuten nicht aus der Ruhe bringen. Das Team überzeugte über alle Reihen hinweg und sammelte am Ende die nächsten drei Punkte ein. Die Moral war erneut ein entscheidender Faktor, ebenso wie ein starker Juvonen mit einer Fangquote von 90 Prozent – ein Wert, der umso mehr Gewicht hat, da die Haie vier Gegentore kassierten. Insgesamt ein überzeugender Auswärtsauftritt, der den elften Sieg in Serie und nun einen Elf-Punkte-Vorsprung in der Tabelle einbrachte.
Hard Facts
ERC Ingolstadt – Kölner Haie 4:5 (3:2, 1:2, 0:1)
Schüsse: 41 – 25
Strafminuten: 2 – 30
Bullies: 34 – 25
Kölner Haie
Juvonen – Ancicka – Brückmann
Austin – Kaski; Vittasmäki – Kemiläinen; Müller – Sennhenn; Glötzl
Kero – MacLeod – Russell; Storm – Aubry – Bokk; Kammerer – Tyrväinen – Niedenz; Uher – MacInnis – van Calster
ERC Ingolstadt
Brochu – Pertuch
Breton – Ellis; Ruopp – Hüttl; Jandric – Tropmann; Spornberger
Agostino – Keating – Girduckis; Schmölz – Abbandonato – Barber; Sheen – Pietta – Smallwood; Schindler – P. Krauß – J. Krauß
Zuschauer: 4.394
