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Playoff-Vorgeschmack

Einen Vorgeschmack auf die „geilste Zeit“ – die in ca. zwei Wochen beginnt – erlebten die 18.600 Zuschauer in der ausverkauften LANXESSarena beim Sieg der Haie gegen die Panther. Nach einer Leistungssteigerung gewannen die Haie am Ende mit 6:3 und zeigten sich dabei nicht nur spielerisch, sondern auch kämpferisch schon in Playoffverfassung.

Vor dem Spiel

Neuzugang Nutivaara war zwar am Nachmittag noch der Liga lizenziert worden, hatte aber eine beschwerliche Anreise und spielte noch nicht mit. Ein Einsatz am Sonntag ist zudem fraglich. Kemiläinen kehrte nach überstandener Krankheit zurück ins Line-up und ersetzte Tyrväinen (überzählige AL). Dazu rotierte Uher für Fischer in den Kader.

1. Drittel

Die Haie verschliefen den Start in die Partie komplett. Nach fünf gespielten Minuten führten die Gäste mit 2:0 und vermutlich hatte mehr als einer der 18.600 in der Arena das 3:10 aus dem vergangenen November im Kopf. Aber auch der Unterzahltreffer von Powell schaffte es nicht die Haie aus dem Kabinenschlaf zu holen. Die Panther hatten weitere hochkarätige Chancen. Breton und Ellis trafen jeweils den Pfosten und die Haie hätten sich über ein 0:4 zu diesem Zeitpunkt nicht beschweren dürfen.

Aber das Team von Jalonen wachte auf und kam zum Anschluss. Aus dem Nichts gelang Aubry der Treffer zum 1:2. Er fälschte einen scharfen Pass von Niedenz mit der Kufe ins Tor ab. Kero hätte kurz vor Ende des Drittels den Spielverlauf noch völlig auf den Kopf stellen können. Der Ausgleich wäre unverdient gewesen, war aber im Bereich des Möglichen.

2. Drittel

Der Start ins Drittel gehörte nochmal den Gästen. In einer Überzahl – Kero saß – hatte man erneut eine große Chance die Führung zu erhöhen. Dies verpassten die Panther und kurz nach Ablauf der Strafe glichen die Haie durch Kemiläinen aus. Die Haie legten nach. 90 Sekunden nach dem Ausgleich brachte Niedenz das Team in Führung. Endlich Niedenz!

Nach vielen vergebenen guten Chancen in der Saison belohnte sich der Stürmer endlich und die Fans honorierten das lautstark. French bemerkte das sich etwas tut und nahm früh die Auszeit. Er hatte die richtigen Worte gefunden. Sein Team versuchte den Haien unter die Haut zu gehen und spielte deutlich körperbetonter und kurzfristig brachte das Erfolg. Top-Torjäger Barber erhielt zu viel Platz und hatte keine Mühe die Partie wieder auszugleichen.

Die Haie nahmen in dieser Phase zu viele Strafen, schafften es aber die Panther vom Tor weg zu halten. Und sogar selbst zu treffen. Russell schloss ein 3 auf 1 in Unterzahl selbst zur erneuten Führung ab.

3. Drittel

Ingolstadt wollte den Ausgleich und Sie taten einiges dafür. Die Haie verteidigten gut, wenn auch nicht auf dem höchsten Level das man diese Saison schon sehen konnte. So musste Juvonen ein ums andere Mal retten und hatte zudem das Glück des Tüchtigen. Zwei Pfostentreffer (Breton, Barber) und eine Scheibe die er so gerade noch auf der Linie halten konnte – der Videobeweis zeigte keine Auflösung die das Gegenteil beweisen konnte.

Die Schanzer wurden ungeduldig und undiszipliniert. Ellis saß nach einem Bandencheck auf der Strafbank und die Haie bestraften dies. Erst traf MacLeod in Überzahl und 15 Sekunden später – nicht mehr in Überzahl – besorgte MacInnis den Endstand.

Die Intensität der Partie – ein Vorgeschmack auf die Playoffs – entlud sich am Ende noch in mehreren Raufereien. Sogar auf das Shakehands nach der Partie wurde verzichtet.

Fazit

Die Haie verschliefen das erste Drittel, schafften es aber in der Kabine einen Weg zurück ins Spiel zu finden. Jalonen nannte es in der Pressekonferenz sogar „ein Wunder“. Das Team zeigte in diesen 60 Minuten ein breites Spektrum von „nur physisch auf dem Eis“ bis zu „in einen Rausch spielen“ und gab vor allem auch körperlich die Antworten auf die Aufgaben die sie von den Panthern gestellt bekamen.

Ein Playoffduell hätte vermutlich erneut einige Geschichten zu bieten. Unwahrscheinlich ist es nicht.

Auf Grund der weiteren Ergebnisse haben die Haie am Sonntag in München dann erstmals die Chance sowohl die CHL-Qualifikation, als auch die Hauptrundenmeisterschaft zu erreichen. Dabei ist man bei der CHL-Qualifikation nicht auf die Ergebnisse der Konkurrenz angewiesen.

Stimmen zum Spiel

Die Pressekonferenz mit Mark French und Kari Jalonen, sowie das Interview mit Moritz Müller

Hard Facts

Kölner Haie – ERC Ingolstadt 6:3 (1:2, 3:1, 2:0)

Schüsse: 25-33

Strafminuten: 13-25

Bullies: 28-42

Kölner Haie

Juvonen – Brückmann
Kaski – Austin; Kemiläinen – Vittasmäki; Müller – Sennhenn; Glötzl
Russell – MacLeod – Kero; Bokk – Schnarr – Tuomie; Niedenz – Aubry – Storm; van Calster – MacInnis – Uher

ERC Ingolstadt

Brochu – Williams
Ellis – Breton; Hüttl – Ruopp; Rosa-Preto; Spornberger
Girduckis – Powell – Agostino; Barber – Abbandonato – Schmölz; Kharboutli – Keating – Sheen; J. Krauß – Pietta – Hauf

Zuschauerzahl: 18.600

Foto: Haiepictures