49. Spieltag
Noch vier Spieltage sind zu gehen bevor mit den Playoffs die heiße Phase der Saison, auf die alle Teams hart hingearbeitet haben, beginnt. Nach dem vergangenen Wochenendtrip (Nürnberg und Berlin), bei dem wir vor Ort mit dabei waren und eigentlich im Sharkbite darüber sprechen wollten (krankheitsbedingt muss dieser jedoch kurzfristig entfallen), gastieren die Haie auf Ihrem Auswärtstrip am 49. Spieltag bei den Grizzlys Wolfsburg in der Eis Arena.
Wo steht der Gegner und was ist noch möglich?
Die Grizzyls stehen bei weitem nicht da wo sie es gewohnt sind bzw. wo sie hin wollen. Aktuell ist sogar die 1. Playoff Runde in Gefahr. Auch wenn das Rennen um die begehrten Plätze außerhalb der direkten Qualifikation für das Viertelfinale denkbar eng ist, so könnte den Grizzlys ein frühzeitiger KO drohen.
Straubing (71) auf Platz 7, gefolgt von Nürnberg (69), Schwenningen (65), Wolfsburg (65) und Frankfurt (63) sorgen dafür das es neben dem Abstiegskampf noch ein spannendes Rennen um die Plätze bis zum letzten Spieltag geben wird. Aber auch in den Top 6 ist der Kampf um die Plätze 3 bis 5 spannend bis zum Ende. Einfach wird es für die Grizzlys im Kampf um die 1. Playoff-Runde bei Leibe nicht. Neben den Haien stehen noch Spiele bei den Eisbären, zu Hause gegen Straubing und am letzten Spieltag in Düsseldorf auf dem Programm und irgendwie geht es für alle Gegner noch um irgendwas.
Stimmungslage
Die Grizzlys haben es im Laufe der Saison nie geschafft mehr als zwei Spiele in Folge zu gewinnen. Entweder gaben sich Siege und Niederlagen die Klinke in die Hand, oder es gab gleich mehrere Niederlagen (in der Spitze 6) am Stück. Daher ist es über weite Strecken eine eher unruhige Saison an der Aller gewesen, auch wenn dazu Pressetechnisch vergleichbar zu anderen Standorten eher weniger zu vernehmen war aus und um Wolfsburg.
Je nachdem wann die Saison für die Grizzlys enden wird, es wird einiges aufzuarbeiten geben und die Verantwortlichen werden bestrebt sein in der Tabelle wieder besser dazustehen. Obwohl, da spuken ja noch immer die Kürzungen durch den VW-Konzern im Hinterkopf herum. Was das betrifft, Quo Vadis Wolfsburg…
Zahlen
Bevor wir uns die Teamstatistiken etwas genauer ansehen nennen wir Players to watch.
In der Spitze haben die Grizzlys mit Matt White (16 Tore und 27 Vorlagen) einen Scorer knapp außerhalb der Top 10 der DEL, dahinter sucht man aber lange vergebens nach dem nächsten Grizzly. Erst auf Platz 39 mit 12 Toren und 22 Vorlagen rangiert mit Machachek der nächste Grizzly. Auch danach muss man länger suchen, bis man auf ein breites Mittelfeld im Scoring stößt. Es folgen Feser (61.), Miele (67.), Varone (71.), Pfohl (77.), Schinko (84.) und Archibald (85.). Schaut man sich die Namen an zeigt sich auch ein oder das Problem der Grizzlys. Bis auf Pfohl (29) und Schinko (24) sind die Leistungsträger allesamt jenseits der 30 Jahre und das macht sich irgendwann bemerkbar.
Die Grizzlys starten denkbar schlecht in Ihre Partien. Ein Goal Differential von -16 nach 20 Minuten ist mit Abstand nur Platz 12. Schlechter sind nur die Abstiegskandidaten aus Düsseldorf (-22) und Augsburg (-25). Im Mitteldrittel können die Grizzlys knapp 50% des Defizits abbauen (+7), nur um dies im Schlussdrittel wieder aufzubauen (-8).
Ein weiteres Problem der Grizzlys ist in dieser Saison gewissermaßen auch die Torhüterposition. Weitzmann (25 Spiele) und Strahlmeier (26 Spiele) teilten sich in dieser Saison die Spiele 1 zu 1. Berücksichtig wurden für die nachfolgenden Platzierungen nur Torhüter, die mindestens 10 Saisonspiele absolviert haben.
Liegt Weitzmann mit einer Save% von 91,21% noch auf Platz 4, so rutscht er bei GAA mit 2,65 auf Platz 11 der Liga ab. Strahlmeier liegt mit einer Save% von 90,12% hinter den Erwartungen auf Platz 13 und mit einem GAA von glatt 3 sogar nur auf Platz 19. Trotzdem liegen die Grizzlys mit einer kumulierten Save% von 90,09% auf Platz 4 der Liga.
Die Grizzlys bekommen zum Vergleich nach den Kellerkindern Düsseldorf, Iserlohn, Augsburg und knapp hinter Frankfurt liegend mit 1463 die meisten Schüsse auf das eigene Tor. Schaut man sich hierzu noch die Expected Goals an, haben die Grizzlys zwar 4,25 Tore mehr erzielt, auf der Gegenseite aber auch satte 16,4 mehr kassiert als erwartet.
Bei der Schussquote liegt Wolfsburg ebenfalls am Ende der Rangliste. Die magische 10% Hürde verfehlen sie mit 9,12% deutlich. Schlechter sind hier nur noch Augsburg und Straubing. Auch am Bullypunkt sind die Grizzlys in dieser Saison nur Durchschnitt. Mit 49,54% können sie hier kein positives Ergebnis für sich verbuchen.
Das Powerplay rangiert ligaweit mit 22,39% auf Platz 6 und ist ein wichtiger Faktor für Punkte. Auch die Unterzahl ist mit 80,83% zuverlässig und auf Platz 3 klassiert. Zu Hause funktioniert das Unterzahlspiel nicht so gut. 74,55% lautet hier die Erfolgsquote. Gegen die Haie mussten die Grizzlys in den drei Duellen noch kein Gegentor in Unterzahl hinnehmen. 6 von 6 lautet hier die Quote. Im Powerplay konnten die Grizzlys einmal zuschlagen. Die Quote beläuft sich hier auf 1 von 6.
Die bisherigen Duelle
Nach dem Seriensweep gegen die DEG könnten die Haie dies auch gegen Wolfsburg schaffen. Alle bisherigen Saisonduelle endeten mit einem Tor zugunsten der Haie. Zweimal gewannen die Haie nach regulärer Spielzeit mit 2:1 und einmal erst nach Penaltyschießen mit 3:2. Spiele gegen die Grizzlys sind selten etwas für Feinschmecker, sind sie doch geprägt von hartem Kampf, kompromissloser Defensivarbeit und dem Lauern auf den einen Turnover des Gegners. Umso erfreulicher, dass die Haie bisher 8 der 9 möglichen Punkte gegen die Grizzlys einfahren konnten.
Prognose
Die Haie in Wolfsburg. Schweres und richtungsweisendes Spiel für beide Mannschaften. Für die Haie wird es darum gehen den Vorsprung auf Platz 7 zu wahren. Nach vorne sind die Chancen auf eine Verbesserung inzwischen verschwindend gering geworden. Aber Platz 6 soll ja auch keine so schlechte Ausgangsposition sein, aber Vorsicht, vor allem Straubing lauert auf einen Ausrutscher der Haie. Für Wolfsburg wird es wie schon beschrieben darum gehen die Chancen auf die 1. Playoff Runde am Leben zu erhalten und dafür werden sie alles geben müssen und maximal unangenehm sein.
Die Haien müssen mindestens auf Hänelt (Verletzung aus dem Nürnberg Spiel) und Tyrväinen (2 Spiele Sperre aus dem Berlin Spiel) verzichten. Wie es um die Einsatzfähigkeit von Storm bzw. Grenier steht ist noch nicht vollends abzusehen. Beide befinden sich zumindest im Teamtraining. Mindestens einer der beiden sollte wieder mit an Board sein, denn gerade jetzt ist ein kürzeres Lineup keineswegs hilfreich.
Blick über den Tellerrand und Übertragung
Die Extraportion Wolfsburg gibt es bei Sven und Marcel vom 3on3 Podcast (Instagram), neben Infos über Wolfsburg gibt es auch immer mal Infos zur SHL oder Schweden im Allgemeinen. Die Partie gibt es wie immer live bei Magenta Sport. Einzeln, mit Max Giesen am Mikro, oder in der Konferenz.
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