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41. Spieltag

Spieltag 41 hat die Roosters im Gepäck auf seinem Besuch in der LANXESSarena. So langsam wird es schwierig, noch originelle Einstiege zu finden, denn die Ausgangslage gleicht zuletzt oft der vorherigen. Die Haie kommen mit einem Sieg und gehen als klarer Favorit in die Partie. Mit dem 4:2-Erfolg in Bremerhaven am Freitag stellte der KEC zudem den vereinseigenen Rekord aus den Jahren 1995 und 2005 ein. Nun schielt man auf den Ligarekord der Adler aus der Saison 2001/2002 mit 15 Siegen in Folge.

Die Iserlohn Roosters sollen dabei nicht zum Stolperstein werden. Sie reisen jedoch keineswegs ohne Selbstbewusstsein nach Deutz an. Der Blick geht im Sauerland inzwischen wieder nach oben, mit der berechtigten Hoffnung, doch noch ein Wörtchen im Kampf um die Pre-Playoff-Plätze mitreden zu können.

Wo steht der Gegner und was ist noch möglich

Iserlohn hat einen Turnaround geschafft, den Ende Oktober nur wenige für möglich gehalten hätten. Die Last mehrerer langer Niederlagenserien konnte abgeschüttelt werden. Schien man nach dem ersten Saisonviertel noch der einzige ernsthafte Konkurrent Dresdens im Tabellenkeller zu sein, richten sich die Augen inzwischen klar auf Platz zehn und damit auf den letzten Pre-Playoff-Rang.

Sechs Siege aus den vergangenen neun Spielen bedeuten aktuell Platz 12 im Tableau. Der Vorsprung auf Dresden ist auf 20 Punkte angewachsen, der Abstiegskampf darf damit als erledigt gelten. Ob darüber hinaus noch mehr möglich ist, wird sich vermutlich erst nach der Olympiapause entscheiden. Aktuell beträgt der Rückstand auf die Wild Wings auf Platz zehn acht Punkte, hinzu kommt ein deutlich schlechteres Torverhältnis. Iserlohn ist damit weiterhin darauf angewiesen, dass Schwenningen und Augsburg Punkte liegen lassen, während man selbst konstant punkten und insbesondere die direkten Duelle gewinnen muss. Das Auswärtsspiel bei den Wild Wings am 51. Spieltag verspricht dabei zusätzliche Brisanz.

Die Stimmungslage ist entsprechend positiv und von neuer Hoffnung getragen. Etwas, das im Umfeld bereits vor der Saison spürbar war, durch die schwachen Monate Oktober und November mit nur einem Sieg aus 13 Spielen jedoch schnell verloren ging. Auch für Trainer Stefan Nyman bedeutet diese Phase spürbare Entlastung. Nachdem sein Stuhl zwischenzeitlich mehrfach wackelte, sitzt er aktuell wieder fester im Sattel. Das Erreichen der Pre-Playoffs wäre für ihn eine Bestätigung von besonderem Wert.

Ein Blick auf die Zahlen

Tore und Gegentore

Ein differenzierter Blick auf die Statistiken ist nötig. Über die gesamte Saison hinweg stehen für Iserlohn 97 erzielte Tore (Platz 12) und 129 Gegentore (Platz 10) zu Buche. Seit dem 30. Spieltag sind jedoch klare Verbesserungen erkennbar. Die Offensive bleibt ausbaufähig, liegt in diesem Zeitraum aber immerhin auf Platz 10. Entscheidender ist der defensive Aufwärtstrend. Platz 6 in diesem Segment sorgt zunehmend dafür, dass die Roosters auch enge Spiele für sich entscheiden können. Bereits achtmal gewann man in dieser Saison mit nur einem Tor Unterschied.

Spielverlauf

Über die einzelnen Drittel hinweg gelingt es den Roosters kaum, einem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Alle drei Abschnitte weisen eine negative Tordifferenz auf (-8, -11, -15). Besonders problematisch bleibt das Schlussdrittel. Kein Team erzielte hier weniger Tore als Iserlohn. Gegen die Haie ist das nicht ohne Bedeutung, stellen diese doch die stabilste Mannschaft der Liga in den letzten 20 Minuten.

Special Teams

Eine Konstante der gesamten Saison bleibt die Schwäche in den Special Teams. Das Powerplay rangiert mit 18,0 Prozent auf Platz 10, das Penalty Killing mit 74,4 Prozent sogar nur auf Platz 13. Entsprechend liegt der kumulierte Wert bei 92,4 Prozent und damit deutlich unter der Marke von 100. Nur ein Team schneidet hier schlechter ab. Iserlohn versucht diese Schwäche über die gesamte Saison hinweg mit Disziplin zu kaschieren und zieht ligaweit die wenigsten Strafzeiten. Der Effekt bleibt jedoch begrenzt.

Scoring

Die Lebensversicherung der Roosters heißt Daniel Fischbuch. Mit 36 Punkten und 15 Toren ist er sowohl Topscorer als auch bester Torschütze des Teams und ligaweit in den Top 15 zu finden. Unterstützung erhält er unter anderem von Christian Thomas mit 14 Treffern. Auch die Nachverpflichtung von Anthony Camara trägt Früchte. Der Stürmer kommt seit November auf 18 Punkte aus 23 Spielen. Nicht zu vergessen ist zudem Colin Ugbekile, der mit 31 Punkten zweitbester Scorer der Roosters und zugleich fünftbester Verteidiger der Liga ist.

Goalies

Im Tor rotieren Henrik Hane und Andreas Jenike regelmäßig und liefern insgesamt eine solide Saison. Die Fangquoten unterscheiden sich nur geringfügig, Jenike kommt jedoch bereits auf elf Siege, Hane auf vier. Zusammen ergibt sich eine Quote von 89,3 Prozent, was ligaweit für Platz 7 reicht. In Kombination mit einer zuletzt gesteigerten Schussquote von 10,0 Prozent ergibt sich ein PDO von 99,3. Gerade die verbesserte Effizienz vor dem Tor ist ein nicht zu unterschätzender Faktor für den jüngsten Aufschwung.

Die bisherigen Duelle

Die bisherigen drei Saisonduelle gingen allesamt an die Haie, auch wenn jeder dieser Siege hart erarbeitet werden musste. Die ersten beiden Aufeinandertreffen am 10. und 15. Spieltag endeten jeweils mit einem 3:1-Erfolg für Köln, das entscheidende dritte Tor fiel beide Male erst per Empty Net in der Schlussminute. Besonders in Erinnerung geblieben sind dabei die Rettungstaten von Janne Juvonen im Auswärtsspiel in Iserlohn.

Das dritte Duell am 34. Spieltag verlief deutlich torreicher. Nach zweimaligem Rückstand und einem starken, effektiven zweiten Drittel setzten sich die Haie am Ende mit 7:4 durch. Ein Spiel, das aus Trainersicht auf beiden Seiten vermutlich nicht als Blaupause dienen soll.

Prognose

Um den heißen Brei muss man nicht herumreden. Die Haie müssen dieses Spiel gewinnen, wollen sie ihrer Rolle als unangefochtener Tabellenführer gerecht werden und den nächsten Schritt Richtung Ligarekord machen. Gleichzeitig haben NRW-Duelle gegen die Roosters ihre eigenen Gesetze, und das Team von Stefan Nyman wird sich keinesfalls verstecken.

Iserlohn ist in der Lage, phasenweise dynamisches und technisch hochwertiges Hockey zu spielen. Die entscheidende Frage wird sein, ob die Haie dies zulassen oder wie zuletzt früh Druck aufbauen, in Führung gehen und die Partie anschließend kontrolliert verwalten können. Die ausverkaufte LANXESSarena erwartet drei Punkte und den 14. Sieg in Folge. Bislang hat das Team von Kari Jalonen dieser Erwartungshaltung in beeindruckender Weise standgehalten.

Die Partie wird bei MagentaSport übertragen. Kommentator ist Adrian von der Groeben.

Ein Blick über den Tellerrand

Die Extraportion Iserlohn gibt es tatsächlich in drei Podcasts. Neben einem Medien- und einem Vereinspodcast, gibt es mit Eisenwaldhockey auch einen Fanpodcast. Dazu lohnt auch immer der Blick zu Slapshotbambi.

 

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