42. Spieltag
Den einen Rekord gebrochen, gilt es nun am 42. Spieltag den nächsten ins Visier zu nehmen. Mit dem 14. Sieg in Folge stellten die Haie am vergangenen Sonntag einen neuen Vereinsrekord auf. Nun schielt der Tabellenführer auf den Ligarekord der Adler Mannheim aus der Saison 2001/2002 mit 15 Siegen in Serie. Ein Erfolg am Freitag in Schwenningen würde die Tür öffnen, diesen Rekord am Sonntag vor heimischem Publikum gegen Nürnberg ins Visier zu nehmen.
Auf dem Papier scheint die Ausgangslage klar. Die Haie gehen erneut als Favorit in die Partie. Doch die Wild Wings haben in den vergangenen Wochen mit Siegen gegen Ingolstadt, Straubing und Bremerhaven unter Beweis gestellt, dass sie auch die Schwergewichte der Liga schlagen können. Vor heimischem Publikum wird Schwenningen alles daran setzen, ausgerechnet jetzt zum Serienkiller der Haie zu werden.
Wo steht der Gegner und was ist noch möglich
54 Punkte nach 41 Spielen bedeuten aktuell Platz 10 und damit den letzten Pre-Playoff-Rang. Genau darum geht es in Schwenningen. Die direkten Playoffplätze sind außer Reichweite, der Blick richtet sich klar nach hinten. Augsburg mit 51 Punkten und Iserlohn mit 43 Punkten befinden sich in Schlagdistanz.
Zwischenzeitlich sah die Lage deutlich komfortabler aus. Am 22. Spieltag standen die Wild Wings noch auf Rang 8 und hatten lediglich einen Punkt Rückstand auf Platz 6. Es folgte jedoch ein schwarzer Dezember mit nur einem Sieg aus zehn Spielen. Seit dem Erfolg am 34. Spieltag gegen Ingolstadt ist jedoch ein klarer Aufwärtstrend erkennbar. Fünf Siege aus den letzten sieben Partien festigten Platz 10. Sollte sich diese Phase fortsetzen, ist auch Platz 9 realistisch. Mit etwas Rückenwind wäre sogar noch einmal ein Angriff Richtung Heimrecht in den Pre-Playoffs denkbar.
Die Stimmungslage ist entsprechend entspannter. Trainer Steve Walker konnte nachweisen, dass er sein Team durch eine schwierige Phase führen und wieder stabilisieren kann. Die kürzliche Vertragsauflösung von Zach Senyshyn könnte aber wieder etwas Unruhe ins Umfeld gebracht haben.
Ein Blick auf die Zahlen
Tore und Gegentore
116 erzielte Tore (Platz 11) und 127 Gegentore (Platz 8) spiegeln die Saisonleistung der Wild Wings insgesamt gut wider. Auffällig ist die Entwicklung der Offensive in den vergangenen Wochen. Über die gesamte Saison erzielte Schwenningen im Schnitt 2,9 Tore pro Spiel. In den letzten acht Partien lag dieser Wert bei 4,3 Toren pro Spiel. Auch die Haie bekamen das beim letzten Duell vor rund drei Wochen zu spüren, als sie fünf Gegentreffer hinnehmen mussten.
Spielverlauf
Schwenningen startet häufig verhalten in seine Spiele und steigert sich im weiteren Verlauf. Im ersten Drittel weist man das drittschlechteste Torverhältnis der Liga auf. Die folgenden Abschnitte fallen hingegen positiv aus (+1, +4). Besonders der Schlussabschnitt macht Hoffnung, dort kassieren die Wild Wings die viertwenigsten Gegentore ligaweit und schaffen es des Öfteren sich in Partien zurückzuarbeiten. Das letzte Aufeinandertreffen mit den Haien lieferte hierfür ein passendes Beispiel.
Special Teams
Die Special Teams setzen in dieser Saison keinen nachhaltigen Akzent. Mit 20,2 Prozent liegt das Powerplay auf Platz 7, das Penalty Killing mit 77,6 Prozent auf Platz 8. In den vergangenen Wochen war kein klarer Aufwärtstrend zu erkennen. Im Gegenteil, das Unterzahlspiel rutschte zuletzt sogar auf Platz 11 ab. Ein echter Faktor waren die Special Teams zuletzt weder in die eine noch in die andere Richtung.
Scoring
Offensiv können sich die Wild Wings auf mehrere Säulen stützen. Kyle Platzer, zu Saisonbeginn noch mit einem schweren Foul und einer 3-Spiele-Sperre negativ aufgefallen, ist mittlerweile Topscorer seines Teams mit 28 Punkten. Bester Torschütze ist Alexander Karachun mit 16 Treffern. Hinzu kommen die Brüder Tyson und Tyler Spink mit 14 beziehungsweise 10 Toren. Tyson Spink fällt allerdings seit dem 37. Spieltag mit muskulären Problemen aus, sein Einsatz ist fraglich. Zudem wurde der Vertrag mit Stürmer Zach Senyshyn unter der Woche aufgelöst, genaue Infos dazu gibt es keine, seiner offensiver Output wird den Wild Wings jedoch sicherlich fehlen.
Goalies
Im Tor ist Joacim Eriksson weiterhin der zentrale Faktor. Der Schwede kommt auf eine Fangquote von 90,9 Prozent und liegt ligaweit auf Platz 7 unter allen Goalies mit mindestens zehn Einsätzen. Backup Michael Bitzer erhält ebenfalls regelmäßig Spielzeit, bleibt mit 87,6 Prozent jedoch deutlich dahinter. Zusammen ergibt sich eine Quote von 89,7 Prozent, was für Platz 5 in der Liga reicht.
Interessant ist der Blick auf die Effizienz. Über die Saison gesehen liegt die Schussquote bei 9,9 Prozent, lediglich Platz 12. Das ergibt ein PDO von 99,5. Betrachtet man jedoch nur die letzten acht Spiele, gehören die Wild Wings mit einer Schussquote von 12,0 Prozent zu den effizientesten Teams der Liga. Das PDO liegt in diesem Zeitraum bei 100,5 und damit auf Rang 4.
Die bisherigen Duelle
Alle drei Saisonduelle gingen bislang an die Haie, allerdings musste jeder Erfolg hart erarbeitet werden. Am 3. Spieltag feierte Köln in Schwenningen den ersten Saisonsieg mit einem 4:1. Dieses Ergebnis wurde am 21. Spieltag in der LANXESSarena wiederholt.
Das bislang letzte Duell am 33. Spieltag war deutlich turbulenter. Der 6:5-Erfolg der Haie sah lange klarer aus, ehe die Wild Wings im Schlussdrittel mit drei Treffern noch einmal gefährlich herankamen. Über alle Partien hinweg konnten die Haie mindestens einmal im Powerplay treffen und stehen gegen Schwenningen bei einer Quote von 30,7 Prozent. Auch das Penalty Killing funktionierte bislang zuverlässig (82%).
Mehrere Haie-Spieler trafen in dieser Saison bereits doppelt gegen die Wild Wings, darunter Tanner Kero, Maxi Kammerer, Frederik Storm und Dominik Bokk. Mit drei Toren ist Patrick Russell bislang der erfolgreichste Torschütze in den direkten Duellen.
Prognose
Vieles spricht erneut für die Haie. Statistisch ist die Rollenverteilung klar, hinzu kommt eine mentale Stabilität, die aktuell beeindruckend wirkt. Gleichzeitig hat Schwenningen mehrfach bewiesen, dass es in der Lage ist, auch favorisierte Gegner zu schlagen.
Die Haie gewannen zuletzt jedes Spiel, lieferten dabei jedoch nicht immer ihre dominantesten Auftritte ab. In drei der letzten vier Partien gaben sie weniger Torschüsse ab als der Gegner und siegten dank hoher Effizienz und starkem Torhüterspiel. Das ist kein Selbstläufer. Entsprechend wird das Team von Kari Jalonen gewarnt sein, selbst aktiv zu werden und früh Kontrolle zu übernehmen. Gelingt das, steht dem 15. Sieg in Folge wenig im Wege.
Die Partie wird bei MagentaSport sowohl als Einzelspiel als auch in der Konferenz übertragen. Kommentator ist Daniel Wimmer. Durch die Konferenz führen Basti Schwele und Rick Goldmann.
Blick über den Tellerrand
Die Extraportion Schwenningen gibt es über Martina Fröhlich (Bluesky/Instagram). Sie ist die Konstante Besetzung bei uns, wenn wir uns weitere Infos zu und aus Schwenningen wünschen.

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