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45. Spieltag

Am 45. Spieltag empfangen die Haie ihren ersten Gegner nach der fast einmonatigen Olympiapause. Die Dresdner Eislöwen sind zum letzten Mal in dieser Saison – und möglicherweise auch auf längere Zeit – Gegner des KEC. Für die Haie kommt der Tabellenletzte zu einem günstigen Zeitpunkt, um wieder in den Rhythmus zu finden und mit Schwung in die verbleibenden Spieltage vor Beginn der Playoffs zu starten.

In Dresden stehen spätestens seit der Olympiapause alle Zeichen auf Abschied. Vieles deutet darauf hin, dass es die letzte Ehrenrunde im Oberhaus sein wird, bevor der Gang in die zweite Liga ansteht.

Wo steht der Gegner und was ist noch möglich?

Hier braucht es keine Umschweife. Platz 14 mit 23 Punkten und ein Rückstand von 19 Zählern auf den Vorletzten aus Frankfurt bedeuten faktisch den Abstieg. Spätestens seit dem 1:4 zuhause gegen Iserlohn am 42. Spieltag wich die Hoffnung nahezu vollständig der Gewissheit.

Mit einer Niederlage in Köln und einem gleichzeitigen Frankfurter Sieg gegen Bremerhaven wäre der Abstieg auch rechnerisch besiegelt. In der sächsichen Landeshauptstadt scheint man selbst nicht mehr an ein Wunder zu glauben. Die Personalentscheidungen der vergangenen Wochen sprechen eine klare Sprache. Zunächst wurden die Verträge von David Rundqvist und Tariq Hammond einvernehmlich aufgelöst. Anschließend verließ Andrew Yogan den Klub in Richtung Stavanger Oilers in Norwegen. Kurz darauf folgte auch Kapitän Travis Turnbull, der sich dem DEL2-Standort Kaufbeuren anschloss. Zu guter letzt gab es gestern noch die Vertragsauflösung von CJ Suess.

Unabhängig von Tabellen und Statistiken zeigt sich somit ein deutliches Bild: Dresden hat das Kapitel DEL abgeschlossen und richtet den Blick bereits auf die kommende Zweitligasaison.

Ein Blick auf die Zahlen

Tore und Gegentore

Statistisch ist Dresden nahezu durchgehend am Tabellenende zu finden. Mit lediglich 86 erzielten Treffern stellt man die schwächste Offensive der Liga, mit 180 Gegentoren zugleich die anfälligste Defensive. Das Torverhältnis von -94 ist mit Abstand das schlechteste der DEL. Zum Vergleich: Frankfurt weist als Vorletzter eine Differenz von -63 auf.

Spielverlauf

Auch über die Drittel hinweg bestätigt sich das Bild. In allen drei Spielabschnitten kassieren die Eislöwen ligaweit die meisten Gegentore. Offensiv gelingt es lediglich, im ersten Drittel Frankfurt und im Schlussabschnitt Iserlohn hinter sich zu lassen. Konstanz oder eine klare Spielidentität lassen sich statistisch nicht erkennen.

Special Teams

Ein Lichtblick findet sich jedoch im Bereich der Special Teams. Das Powerplay liegt mit 17,16 Prozent auf Platz 12. Noch bemerkenswerter ist das Penalty Killing, das mit 80,56 Prozent Rang 6 belegt – vor Teams wie München oder Berlin. In diesem Bereich konnte Dresden zumindest phasenweise Wettbewerbsfähigkeit herstellen.

Scoring

Gerade einmal zwei Spieler konnten mehr als 20 Scorerpunkte sammeln. Zum Vergleich: Bei den Haien sind es bereits zehn Akteure. Austin Ortega führt die teaminterne Statistik mit 33 Punkten und 19 Treffern an und ist damit sowohl Topscorer als auch Toptorschütze. Trevor Parkes gehört ebenfalls zu den konstantesten Offensivkräften.

Erwähnenswert ist zudem Rourke Chartier, der im November nachverpflichtet wurde. Mit 16 Punkten in 27 Spielen und einem Punkte-pro-Spiel-Wert von 0,59, stellt er nach Ortega den zweitbesten Schnitt im Team.

Schuss- und Fangquoten

Die schwächste Offensive der Liga weist folgerichtig auch die niedrigste Schussquote auf (7,89 Prozent, Köln zum Vergleich 12,49 Prozent). Auf der Torhüterposition gelang es ebenfalls keinem Gespann, der Saison Stabilität zu verleihen. Nachdem Julius Hudacek bereits im Oktober die Segel streichen musste, konnte auch Routinier Jussi Olkinuora das Ruder nicht herumreißen. Die kumulierte Fangquote liegt bei 87,09 Prozent und damit auf dem letzten Platz der Liga. Das daraus resultierende PDO beträgt 95,0.

Ein kleiner Lichtblick ist die Vertragsverlängerung von Janick Schwendener, der auch in der kommenden Saison eine Konstante im Dresdner Tor bilden soll.

Die bisherigen Duelle

Die Haie haben sich in dieser Saison durchaus auch gegen vermeintlich kleinere Gegner schwergetan. Gegen Dresden war das nicht der Fall. Das erste Aufeinandertreffen endete 5:2, am 19. Spieltag folgte ein klares 5:0 in der LANXESSarena. Anfang des Jahres setzte sich der KEC in Dresden mit 8:1 durch.

In allen drei Partien war Köln das klar spielbestimmende Team und führte nahezu alle relevanten Statistiken an. Selbst das solide Penalty Killing der Eislöwen konnte sich gegen die Haie nicht behaupten. In acht Überzahlsituationen erzielte der KEC vier Treffer.

Dominik Bokk, Ryan MacInnis und Patrick Russell führen die interne Torliste gegen Dresden jeweils mit drei Treffern an.

Prognose

Nach 16 Siegen der Haie in Serie riss diese am 44. Spieltag gegen Frankfurt. Möglicherweise kam dieser Dämpfer vor der längeren Pause nicht ungelegen. Entscheidend wird nun sein, wieder in den Wettkampfmodus zu finden und die Niederlage als isolierten Ausrutscher zu behandeln.

Das verbleibende Programm hat es in sich. In den kommenden Wochen warten unter anderem Ingolstadt, München, Mannheim und Berlin. Entsprechend ist ein Sieg gegen den Tabellenletzten fest eingeplant. Der Fokus richtet sich bereits auf die Playoffs. Die Form der vergangenen zwei Monate war außergewöhnlich. Doch entscheidend ist nicht die Vergangenheit, sondern ob diese Form konserviert und in die heiße Saisonphase übertragen werden kann.

Dresden ist in quasi allen Bereichen unterlegen, wird sich jedoch würdig aus der Liga verabschieden wollen. Die Bühne ist bereitet, die LANXESSarena bereits ausverkauft. Alles andere als ein Kölner Sieg wäre nicht nur eine riesige Überraschung, sondern auch ein deutliches Warnsignal an die Mannschaft.

Die Partie wird bei MagentaSport sowohl als Einzelspiel als auch in der Konferenz übertragen. Kommentator ist Adrian von der Groeben. Durch die Konferenz führen Dennis Schulz und Patrick Ehelechner.

Blick über den Tellerrand

Dresden entwickelt sich. Vielleicht gibt es in den nächsten Jahren Zusammenschlüsse oder es hört jemand auf – alles möglich -, aber aktuell gibt es in Dresden drei Podcasts auf die man schauen kann. Zum einen die Eislöwen auf Kufen (Instagram) und dann wären da noch die Dorflöwen (Instagram) und die Drittelpause (Instagram)