50. Spieltag
Am 50. Spieltag bestreiten die Haie Ihr letztes Heimspiel der Hauptrunde 25/26. Zu Gast ist der amtierende Meister aus Berlin der letztmalig am 2. Spieltag in Köln zu Gast war. In dieser Zeit ist einiges passiert.
Wo steht der Gegner und was ist noch möglich?
Die Eisbären stehen nicht da, wo man sie vor der Saison erwartete. Geplagt vom Verletzungspech kämpfen die Eisbären um den direkten Einzug ins Viertelfinale. Mit dem Sieg in Nürnberg am vergangenen Freitag sprang man erst zum zweiten Mal in diesem Kalenderjahr wieder unter die Top 6.
Der direkte Playoffplatz ist aber bei weitem noch nicht fix. Mit Köln, Mannheim und München haben die Berliner ein sehr schweres Restprogramm.
Hinzu kommen die nicht abreißen wollenden Verletzungsmeldungen. Zuletzt traf es – erneut – Korbinian Geibel.
Weiter nach unten in der Tabelle als Platz 7 kann es für das Aubin-Team nur noch theoretisch gehen. Aubin kann schon langsam anfangen die noch möglichen Gegner zu scouten.
Die Eisbären sind auf jeden Fall der Gegner den eigentlich jeder im Viertelfinale vermeiden möchte.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Offensive produziert etwas besser als die Defensive verteidigen kann. Mit 161 erzielten Toren ist Berlin genau on Spot auf Platz 6. Die Defensive ist allerdings nur auf Platz 9 in der Liga angesiedelt (154). Nur die fünf schlechtesten Teams der Liga liegen in dieser Statistik hinter den Eisbären
Berlin startet und endet gut im Vergleich der Tore pro Drittel. Mit 43 bzw. 54 Toren in den Dritteln ist Berlin jeweils im oberen Mittelfeld. Die meisten Tore schießt man allerdings in den 2. 20 Minuten (58), kassiert aber mit 60 Gegentoren auch deutlich mehr.
Das vielleicht größte Problem in Berlin: Die Special Teams. In der kumulierten Quote – 92,29% – liegen nur Augsburg, Nürnberg und Iserlohn hinter den Eisbären. Das Powerplay ist sogar das schlechteste der Liga. Es gibt eine ausreichende Anzahl an Situationen (147), aber man trifft zu selten (23). Nur Iserlohn trifft mit dem Mann mehr seltener, die Roosters aber auch mit deutlich weniger Situationen.
Auf der anderen Seite ist kein Team in der Liga so häufig in Unterzahl wie die Eisbären. 167x mussten die Eisbären mit dem Spieler weniger spielen. Sie kassieren die meisten Überzahltreffer (39) und in der Gesamtheit der Special Teams kommen sie auf eine Special Teams Tordifferenz von -17. Auch das ist unerreicht in der Liga.
Zum Vergleich: In der letzten Saison (und der Unterschied sind jetzt nur noch drei Spiele) waren die Eisbären das beste Team in Überzahl, mit ähnlich schwacher Unterzahl. Allerdings eine Special Teams Differenz von +8 und dem zweitbesten PDO.
Am Bullypunkt sind Berlin und Köln nahezu gleichauf genau im Mittelfeld der DEL. Mit 51,1% bzw. 50,27% sind beide leicht positiv und „im Soll“.
Die offensive Effizienz der Berliner ist auch in dieser unterdurchschnittlichen Saison gegeben. 10,97% der Torschüsse finden den Weg in die Maschen, auch hier liegt das Problem auf der anderen Seite. Mit einer Save% von 88,99 liegt man nur auf Rang 10, trifft aber mit 100 genau den magischen PDO-Wert (Schussquote + Fangquote).
Mit Liam Kirk befindet sich ein Berliner in den Top 5 der Scorerliste, der Brite ist auch der beste Torjäger der Liga. Mit Tiffels und Pföderl platzieren sich zwei weitere Spieler in den Top 20. Es fehlt in der Breite. Nur vier Spieler scoren 30 und mehr Punkte, zum Vergleich sind es bei den Haien acht.
Die bisherigen Duelle
Schaut man auf die reinen Ergebnisse dann sind die Haie weiterhin einer der Lieblingsgegner der Eisbären. Fünf der bisher ausgespielten neun Punkte gingen nach Berlin, allerdings gewannen die Haie zwei der drei Partien, wenn auch nur im Shootout.
Am zweiten Spieltag – Jalonen blendet dieses erste Wochenende in seiner Betrachtung gerne aus – lagen die Haie mit 3:0 vorne und verloren vor heimischem Publikum noch mit 3:7. Der Topstart der Berliner in die Saison war perfekt, abwärts ging es dann ab Spieltag 3.
Bei den Special Teams liegt man sich. Die Haie kommen mit 25% Quote annähernd an die Saisonleistung und Berlin liegt mit ebenfalls 25% deutlich über dem Saisonschnitt.
Fazit
Berlin ist DAS „hätte hätte, was wäre, wenn“ Team der Liga. Wo wären die Eisbären ohne das Verletzungspech? Wo wären die Eisbären, wenn sich Veilleux an Spieltag 3 im Griff gehabt hätte?
Die Antwort wird es – wie häufig bei solchen Fragen – nie geben. Es gibt nur das hier und jetzt und das zeigt: Berlin kämpft um Platz 6. Weiterhin mit Verletzungssorgen. Saisonaus für Byron und Khodorenko, evtl. auch für Hildebrand und Geibel.
Auf der anderen Seite die Haie, die mit einer nicht für möglich gehaltenen Konstanz durch die Liga ziehen, allerdings gab es am Freitag in Mannheim eine empfindliche Niederlage und es wird spannend zu beobachten sein, wie und ob die Haie daran wachsen und ob sie so kurz vor den Playoffs direkt eine Lösung auch auf diese Frage parat haben.
Das Thema aktuell ist eben, dass es für die Haie um nichts mehr geht, während jeder der noch folgenden Gegner ein erreichbares Ziel vor Augen hat und 110% geben muss.
Die Partie wird bei MagentaSport übertragen. Kommentator ist Mirco Heintz, an seiner Seite Ronja Jenike und als Moderator Konstantin Klostermann.
Blick über den Tellerrand
In Berlin ist abseits vom Eis einiges geboten mit Eisbaerlin (Bsky/Instagram), 2 Broken Sticks (Bsky/Instagram) und Puckgeflüster (Bsky/Instagram) gibt es in Berlin drei Podcasts/Blogs im Fanbereich. Schaut Euch bei den Dreien gerne etwas näher um, wenn Ihr mehr zu den Eisbären erfahren wollt. Dazu hat Berlin die vermutlich blühendste Presselandschaft in der DEL.
