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51. Spieltag

Am 51. Spieltag gastieren die Haie im Norden bei den Grizzlys aus Wolfsburg. Das letzte Wochenende der Hauptrunde bietet für das Team von Kari Jalonen noch einmal die Gelegenheit, an kleineren Stellschrauben zu drehen und sich für die Playoffs in Form zu bringen. Nach zuletzt zwei Niederlagen in Folge wird man – auch wenn es tabellarisch um nichts mehr geht – sicherlich vermeiden wollen, mit mehreren Niederlagen im Gepäck in die heiße Phase der Saison zu starten.

Für Wolfsburg steht hingegen noch ein bisschen was auf dem Spiel. Die Teilnahme an der 1. Playoff-Runde ist bereits gesichert, doch es geht weiterhin um das Heimrecht. Zudem möchte Neu-Trainer Tyler Haskins seinem Team möglichst schnell seinen Stempel aufdrücken und mit einer stabilen Form in die Playoffs gehen. Ein weiterer Aspekt: Gegen die Haie droht der Saison-Sweep – etwas, das jedes Team gerne vermeiden würde, zumal ein Wiedersehen im Viertelfinale durchaus denkbar ist.

Wo der Gegner steht und was noch möglich ist

Kurz vor Ende der Hauptrunde sind die Möglichkeiten naturgemäß begrenzt. Die Teilnahme an den – früher genannt – Pre-Playoffs haben die Grizzlys bereits vergangene Woche gesichert. Nun entscheidet sich lediglich noch, ob es am Ende Platz 8, 9 oder 10 wird. Aktuell steht Wolfsburg mit 68 Punkten auf Rang 9 – einen Punkt hinter Schwenningen und drei Punkte vor Nürnberg.

Mit Spielen gegen Köln und Augsburg sollte zumindest Platz 9 verteidigt werden können. Je nach Ausgang der Partien schielt man in der Autostadt jedoch auch noch auf Rang 8, der zwei mögliche Heimspiele in der ersten Runde bedeuten würde.

Die aktuelle Form spricht allerdings nicht unbedingt für eine Verbesserung. Seit der Olympiapause konnte Wolfsburg lediglich eines von sechs Spielen gewinnen. Diese sportliche Talfahrt hatte auch personelle Konsequenzen. Trainer Mike Stewart musste nach drei Niederlagen in Folge gehen, Ex-Spieler und früherer Co-Trainer Tyler Haskins übernahm.

Der zwischenzeitlichen Euphorie nach einem 4:1-Heimsieg gegen Ingolstadt folgte am vergangenen Wochenende jedoch bereits wieder Ernüchterung. Gegen München und Nürnberg setzte es zwei deutliche Niederlagen. Besonders das Spiel gegen die Ice Tigers schmerzte, da ein Sieg bereits die Absicherung von Platz 9 bedeutet hätte – und damit auch ein Duell mit Bremerhaven oder Berlin bereits vermieden worden wäre.

Ein Blick auf die Zahlen

Tore und Gegentore

Mit 142 erzielten Toren und 143 Gegentoren bewegen sich die Grizzlys statistisch im Mittelfeld der Liga. Die Tordifferenz von -1 ist dabei die beste aller negativen Differenzen und deutlich besser als die der direkten Konkurrenten aus Schwenningen (-9) und Nürnberg (-15).

Spielverlauf

Über den gesamten Spielverlauf zeigt sich ein relativ konstantes Bild. Offensiv agiert Wolfsburg in allen Dritteln ungefähr im Ligadurchschnitt. Besonders auffällig ist das zweite Drittel, in dem sich das Team defensiv deutlich stabiler präsentiert und regelmäßig weniger Gegentore zulässt.

Die Drittelwerte sind insgesamt sehr ausgeglichen. Größere Schwächephasen lassen sich statistisch kaum erkennen – allerdings auch keine klar herausragenden Phasen. Wolfsburg bewegt sich in vielen Bereichen im soliden Mittelfeld.

Special Teams

Eine der größten Stärken der Grizzlys sind ihre Special Teams. Das Powerplay liegt mit 22,22 Prozent auf Platz 6 der Liga, das Penalty Killing ist mit 84,62 Prozent sogar das beste der DEL.

Die kombinierte Special-Teams-Quote von 106,84 Prozent bedeutet Rang 3 im Ligavergleich und ist ein zentraler Bestandteil der Wolfsburger Identität.

Scoring

Auch im Scoring zeigt sich ein relativ ausgeglichenes Bild. Zwar haben nur vier Spieler mehr als 30 Punkte gesammelt, dafür konnten bereits zehn Akteure die Marke von 20 Punkten überschreiten. Keine absoluten Spitzenwerte, aber eine solide offensive Breite.

Matt White ist einmal mehr der wichtigste Offensivspieler der Grizzlys und führt die interne Scorerliste mit 42 Punkten an. Ligaweit reicht dieser Wert jedoch lediglich für einen Platz in den Top 20.

Routinier Spencer Machacek ist mit 18 Treffern bester Torschütze der Wolfsburger. Als Vorlagengeber sticht vor allem Tyler Gaudet hervor, der bislang 26 Assists verbuchen konnte.

Schuss- und Fangquoten

Wolfsburg gibt die neuntmeisten Schüsse der Liga ab und liegt mit einer Schussquote von 10,3 Prozent ebenfalls auf Rang 9. Besonders stark präsentiert sich hingegen das Goalie-Duo.

Dustin Strahlmeier und Hannibal Weitzmann kommen gemeinsam auf eine Fangquote von 90,65 Prozent und belegen damit Rang 3 im Ligavergleich. Das daraus resultierende PDO – 100,9 – ist der viertbeste Wert der Liga.

Interessant ist die Einsatzverteilung im Tor. Hannibal Weitzmann stand seit dem 12. Dezember nicht mehr auf dem Eis und konnte in dieser Saison nur drei seiner zehn Einsätze gewinnen. Dustin Strahlmeier hingegen überzeugt seit Monaten mit konstant starken Leistungen und ist aktuell klar die verlässliche Nummer eins.

Die bisherigen Duelle

Wie bereits erwähnt konnten die Haie bislang alle drei Duelle in dieser Saison für sich entscheiden. In der LANXESSarena setzte sich der KEC mit 4:1 und 4:2 jeweils souverän durch.

Der Auswärtssieg in Wolfsburg am 18. Spieltag fiel mit 4:3 deutlich knapper aus und war aus Kölner Sicht eher von der schmeichelhaften Sorte.

Auffällig: In allen Duellen – einschließlich der Vorbereitung – konnten sich die Haie trotz des starken Wolfsburger Penalty Killings immer wieder auf ihr Powerplay verlassen. Mit einer Quote von 50 Prozent gegen Wolfsburg legte das Überzahlspiel häufig den Grundstein für Kölner Siege.

Bereits zehn verschiedene Haie-Spieler konnten in dieser Saison gegen die Grizzlys treffen. Oliwer Kaski und Louis-Marc Aubry gelangen jeweils zwei Treffer.

Prognose

Spiele in dieser Saisonphase sind naturgemäß schwer vorherzusagen. Für die Haie geht es tabellarisch um nichts mehr, gleichzeitig wird man kaum mit vier Niederlagen in Folge in die Playoffs starten wollen.

Der Auftritt beim 0:1 gegen Berlin zeigte jedoch, dass der Anspruch innerhalb der Mannschaft weiterhin hoch ist. Gegen ein Team, für das es noch um konkrete Platzierungen geht, reicht eine ordentliche Leistung allerdings nicht immer aus.

Wolfsburg bleibt über die gesamte Saison hinweg schwer zu greifen. Die aktuelle Form spricht nicht unbedingt für die Grizzlys, die individuelle Qualität ist jedoch zweifellos vorhanden – gerade vor heimischem Publikum.

Die Partie wird bei MagentaSport sowohl als Einzelspiel als auch in der Konferenz übertragen. Kommentator ist Mirko Heintz. Durch die Konferenz führen Basti Schwele und Rick Goldmann.

Blick über den Tellerrand

Die Extraportion Wolfsburg gibt es bei Sven und Marcel vom 3on3 Podcast (Instagram), neben Infos über Wolfsburg gibt es auch immer mal Infos zur SHL oder Schweden im Allgemeinen.