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10 Minuten zum Vergessen in torreichem Spiel

Die Haie verloren ein torreiches Match in Wolfsburg mit 5:8 und sorgten damit für ein Novum in dieser Saison – eine dritte Niederlage in Serie für den KEC. Der Hauptgrund für die Pleite in Niedersachsen war sicher in den desolaten ersten zehn Spielminuten zu finden. Zwar zeigten die Domstädter danach starke Comeback-Qualitäten, am Ende reichte es aber nicht zu Zählbarem.

Vor dem Spiel

Coach Kari Jalonen nahm im Vergleich zum 0:1 gegen Berlin einige Veränderungen vor. Für Tanner Kero rotierte Nate Schnarr zurück in den Kader und nahm den Platz in Reihe eins ein, während Janne Juvonen eine Pause bekam und Felix Brückmann im Kasten stand. Auch Markus Nutivaara war wieder dabei, dafür saß Jan Luca Sennhenn die Partie aus. Der KEC also erstmals mit fünf AL-Verteidigern im Aufgebot.

1. Drittel

Die Haie verschliefen den Start völlig und brachten sich durch eine vierminütige Unterzahl zudem selbst in Bedrängnis. Patrick Russell hatte probiert, an der Bande den Puck zu spielen, verlor dann aber irgendwie die Kontrolle über seinen Schläger, der in einem Wolfsburger Gesicht landete. Da eine Verletzung vorlag und es sich nicht um eine direkte Schussbewegung des Dänen gehandelt hatte, ging die Strafe von 2+2 Minuten in Ordnung.

Die Grizzlys nutzten das Powerplay eiskalt. Erst traf Justin Feser mit einem satten Schuss zum 1:0, dann besorgte Gemel Smith das 2:0, als er Brückmann im Slot anschoss. Die Haie völlig neben sich, Tyler Gaudet nutzte dies mit einem verkappten Bauerntick zum 3:0. Diesen Treffer hätte Brückmann sicher gerne zurück gehabt, beim Einschlag am kurzen Pfosten sah Kölns Keeper nicht glücklich aus. Nach Gaudets 4:0 war der Abend des Ex-Wolfsburgers im Haie-Kasten dann auch beendet – Tobi Ancicka kam zu seinem ersten Einsatz seit Oktober.

Der KEC wachte danach endlich auf: Louis-Marc Aubry brachte Köln im Powerplay auf das Scoreboard, Veli-Matti Vittasmäki markierte gar das 2:4, als er Hannibal Weitzmann bei dessen erstem Einsatz seit Dezember anschoss.

2. Drittel

Die Haie zeigten sich im Mittelabschnitt deutlich verbessert und bewiesen Comeback-Qualitäten: Erst setzte Frederik Storm einen Schuss perfekt zum 3:4 in den Winkel, dann war Brady Austin plötzlich auf und davon und netzte zum 4:4 ein.

Die Freude über den Ausgleich währte allerdings nur kurz, denn nicht einmal zwei Minuten später war Matt Choupani mit dem 5:4 für die Hausherren zur Stelle. Das vermeintliche 6:4 durch Ex-Hai Julian Chrobot wurde nach Videobeweis zurückgenommen, weil Ancicka zuvor im Torraum klar behindert worden war.

3. Drittel

Die Haie kamen noch einmal zurück, als Dominik Bokk wunderschön Aubry freispielte und dieser Weitzmann flach zum 5:5 überwinden konnte. Für den Haie-Angreifer war es Saisontreffer Nummer zehn. Das Spiel danach auf des Messers Schneide, aber es kippte nicht auf Kölner Seite.

Choupani erzielte das 5:4 für Wolfsburg – ein Treffer mit leichtem Beigeschmack, denn zuvor war Moritz Müller zu Fall gebracht worden. Es folgten wütende Proteste der Domstädter, die Unparteiischen gaben jedoch statt zwei Minuten wegen Beinstellens den letztendlich siegbringenden Treffer.

Köln riskierte danach alles, doch Matt White und Chrobot trafen noch jeweils ins leere Tor. Zuvor hatten die Gäste mit zwei Metalltreffern Pech gehabt.

Fazit

Die Niederlage der Haie war am Ende nicht unverdient, weil sie in der ersten Hälfte des Auftaktdrittels schlicht nicht anwesend waren. Die Comeback-Qualitäten in allen Ehren, aber acht Gegentore in Wolfsburg sind einfach zu viel. Der sonst so verlässliche Felix Brückmann hatte ebenfalls einen gebrauchten Tag.

Nun wird sich zeigen, ob Jalonens Serie am letzten Spieltag in Straubing hält – noch nie in seiner Amtszeit verlor der Haie-Trainer innerhalb einer Saison mehr als drei Partien am Stück. Allerdings geht es für die Tigers am Sonntag im Rennen um Platz zwei um alles – es dürfte ein heißer Tanz am Pulverturm werden.

Hard Facts

Grizzlys Wolfsburg – Kölner Haie 8:5 (4:2, 1:2, 3:1)

Schüsse: 28 – 35

Strafminuten: 4 – 6

Bullies: 31 – 36

Kölner Haie

Brückmann – Ancicka
Austin – Kaski; Vittasmäki – Kemiläinen; Nutivaara – Müller; Glötzl;
Schnarr – MacLeod – Russell; Storm – Aubry – Bokk; Kammerer – Tyrväinen – Niedenz; Tuomie – MacInnis – van Calster

Grizzlys Wolfsburg

Weitzmann – Strahlmeier – Albrecht
Melchiori – Prow, Krupp – Thompson; Hafenrichter – Pfohl;
Lynch – Gaudet – Chrobot; Machacek – Feser – White; Schinko – Choupani – Lambert; Dumont – Smith – Ruckdäschel; Ramoser

Zuschauer: 4.503