Skip to main content

Daniel Fischbuch

Die Haie holen mit Daniel Fischbuch einen weiteren deutschen Stürmer, der die DEL seit Jahren kennt und gerade erst wieder gezeigt hat, dass er offensiv noch einiges zu bieten hat. Geboren am 19. August 1993 in Heilbronn, Rechtsschütze – laut eliteprospects – 1,80 Meter groß, 81 Kilogramm schwer, einsetzbar auf dem rechten Flügel: Fischbuch bringt nicht das Profil des körperlich dominanten Powerforwards mit. Er kommt eher über Beweglichkeit, Geschwindigkeit, Spielwitz und die Fähigkeit, im letzten Drittel Lösungen zu finden.

Für Köln ist das ein interessanter Baustein. Fischbuch kommt nicht als großer Name, der allein eine Offensive tragen soll. Aber er kommt als erfahrener deutscher Stürmer, der in der vergangenen Saison bei den Iserlohn Roosters Verantwortung übernommen hat. Genau solche Spieler können in einem Kader wertvoll sein, der nicht nur in der Spitze funktionieren muss, sondern auch über die Breite gefährlich bleiben soll.

Werdegang

Fischbuch wurde im Nachwuchs unter anderem beim SC Bietigheim-Bissingen und in Mannheim ausgebildet, ehe er früh zur Düsseldorfer EG kam. Dort entwickelte er sich im Juniorenbereich weiter, sammelte in der DNL fleißig Punkte und machte anschließend den Schritt in den Profibereich.

Sein DEL-Debüt gab Fischbuch in der Saison 2011/12 für die DEG. Seitdem hat er sich in der Liga festgespielt. Über Düsseldorf, Berlin, Nürnberg, Mannheim und zuletzt Iserlohn führte ihn sein Weg nun nach Köln. Damit kommt kein Spieler zu den Haien, der sich erst an das Niveau der Liga gewöhnen muss. Fischbuch kennt die DEL, kennt unterschiedliche Rollen und kennt auch den Druck an Standorten, an denen Eishockey mehr ist als nur Begleitprogramm.

Der Durchbruch gelang ihm in der Saison 19/20 – der Saison die auf Grund von Corona keine Playoffs hatte -, bei den Nürnberg Ice Tigers gelang ihm fast ein „Point-per-Game“ Schnitt. Der Schritt der ihm vorher in Berlin noch verwehrt blieb gelang.

International war Fischbuch für Deutschland bei mehreren Weltmeisterschaften im Einsatz. Besonders hervorzuheben ist die Weltmeisterschaft 2023, bei der er mit der deutschen Nationalmannschaft Silber gewann.

Die Zahlen

Die DEL-Zahlen zeigen einen erfahrenen, produktiven Stürmer. Fischbuch kommt insgesamt auf 729 DEL-Spiele, 149 Tore, 223 Assists und 372 Punkte. Das entspricht 0,51 Punkten pro Spiel über seine gesamte DEL-Karriere. Dazu stehen 470 Strafminuten.

Interessant wird es vor allem beim Blick auf die jüngste Saison. Für Iserlohn kam Fischbuch 2025/26 in 49 Hauptrundenspielen auf 18 Tore und 27 Vorlagen, also 45 Punkte. Damit war er Topscorer der Roosters. Seine 0,92 Punkte pro Spiel sind in diesem Kontext ein auffälliges Zeichen, da Iserlohn keine Mannschaft ist, in der offensive Produktion automatisch leichter fällt.

Auch im Vergleich zu seinen vorherigen Jahren fällt diese Saison auf. 2024/25 kam Fischbuch in Mannheim auf 11 Tore und 20 Vorlagen in 49 Hauptrundenspielen. 2023/24 waren es 13 Tore und 13 Assists in 48 Hauptrundenspielen. In Iserlohn hat er seine Produktion also noch einmal deutlich gesteigert.

Das macht den Transfer aus Haie-Sicht reizvoll. Fischbuch kommt nicht aus einer Saison, in der man nur auf frühere Qualität hoffen muss. Er kommt aus einem Jahr, in dem er offensiv getragen hat. 45 Punkte sind keine Randnotiz. Sie zeigen, dass er weiterhin in der Lage ist, eine größere Rolle in einer DEL-Offensive zu übernehmen.

Was bringt Daniel Fischbuch mit?

Fischbuch bringt vor allem offensive Variabilität. Er ist kein reiner Torjäger, aber auch kein Spieler, der nur über das Passspiel kommt. Seine Zahlen aus der vergangenen Saison zeigen diese Mischung ziemlich gut: 18 Tore, 27 Vorlagen sind ausgeglichene Werte. Er kann selbst abschließen, aber auch Mitspieler einsetzen und Angriffe weiterentwickeln.

Sein Spiel lebt von Beweglichkeit, Übersicht und einem gewissen Gefühl für Räume. Fischbuch ist kein Stürmer, der ausschließlich über Physis kommt. Er braucht eher Situationen, in denen er mit Tempo, Scheibenführung und Kreativität arbeiten kann. Gerade für eine Mannschaft, die in engen Spielen manchmal zusätzliche Ideen aus der Tiefe benötigt, kann das wertvoll sein.

Gleichzeitig sollte man den Transfer richtig einordnen. Fischbuch kommt nicht zu den Haien, um allein den Unterschied zwischen einer guten Saison und der Meisterschaft auszumachen. Dafür ist sein Profil zu klar das eines erfahrenen, guten deutschen DEL-Stürmers und nicht das eines durchgehenden Topscorers der Liga. Aber genau darin liegt auch der Reiz. Er muss bei den Haien nicht alles tragen. Er kann den Angriff breiter machen, Qualität einbringen und einer Reihe mehr offensive Substanz geben.

Wenn wir ca. 12 Monate zurückblicken war der Name Fischbuch schon Mal Thema in Köln, am Ende ergab es sich noch nicht und Fischbuch wechselte nach Iserlohn. Auch wir sagten damals, das er in Iserlohn zeigen muss, dass er auch die Führungsqualität hat um eine gute Rolle bei den Haien zu spielen. Fischbuch hat geliefert. Als Kapitän führte er die Roosters durch die Saison ohne zu große Abstiegssorgen. Nachdem man ihm in Mannheim solche Qualitäten in Teilen noch abgesprochen hatte.

Platz im Haie-Kader

Die spannende Frage ist, welche Rolle die Haie ihm geben. In Iserlohn war Fischbuch Topscorer. In Köln dürfte der Kontext ein anderer sein. Hier wird er eher Teil eines breiteren Angriffs sein, in dem Verantwortung anders verteilt wird. Das muss kein Nachteil sein.

Als rechter Flügel passt er grundsätzlich in eine Rolle in den mittleren Reihen, mit der Möglichkeit, bei passender Form auch offensiv nach oben zu rücken. Neben einem körperlich stärkeren Center oder einem klaren Abschlussspieler könnte er seine Stärken als verbindendes Element gut einbringen. Auch im Powerplay ist er eine Option, wenn die Haie eine zusätzliche rechte Schusshand und mehr Kreativität in der Formation suchen.

Für die Haie ist dieser Transfer vor allem ein Kaderbaustein mit Sinn. Fischbuch bringt Tempo, DEL-Routine und eine jüngste Saison, die offensiv Hoffnung macht. Das ist vielleicht kein Transfer, der auf den ersten Blick die ganz große Schlagzeile trägt. Aber er kann einer sein, der im Verlauf einer langen Saison wichtiger wird, als es im Sommer zunächst wirkt.

Unseren Informationen nach hat Daniel Fischbuch einen Vertrag unterschrieben der eine Laufzeit von mehr als einem Jahr hat. Wir konnten leider noch nicht genau herausfinden ob es sich um zwei oder drei Jahre handeln soll.