Haie schlagen Titelverteidiger
Der Sieg gegen Titelverteidiger Frölunda war der dritte Sieg im dritten Spiel der CHL-Saison. Die Haie feiern eine „Europarty“ vor über 18.000 Fans (CHL-Rekord) in der LANXESSarena und machen beste Werbung für sich und den Wettbewerb.
Vor dem Spiel
Die großartigen Auftritte der Haie in Salzburg und Tampere sorgten in den letzten Tagen nochmal für viel Verkehr im Ticketsystem der Haie. Nach Abschluss des Arenaumbaus und der damit verbundenen Öffnung der bis dato gesperrten Blöcke, war klar, dass auch gegen Göteborg die volle Kapazität von jetzt 18.800 Zuschauern zur Verfügung stand.
Diese wurde nicht ganz erreicht, aber dennoch hatte das Spiel eine bemerkenswerte Kulisse.
Bei den Haien kehrten bis auf Dominik Bokk alle zurück ins Line-up. Carlos Händel ersetzte Luca Münzenberger. Auch bei Frölunda waren einige Spieler nicht mit im Line-up. Auch der kurzfristig verpflichtete Graeme Clarke war noch nicht dabei.
1. Drittel
Die Haie hatten schon in der ersten Minute die Chance auf die Führung. Einen aus der Bande zurückprallenden Kemiläinen Schuss brachte Noebels aus der Luft zum Tor, die Scheibe ging aber parallel zur Torlinie durch den Torraum vorbei.
Es dauerte dennoch nicht lange bis zur Führung. Niedenz fälschte Sennhenns Schuss unhaltbar an Normann vorbei in die Maschen (5.). Aber auch Frölunda war aktiv und glich – keine 60 Sekunden später – aus. Der Versuch von Tömmernes landete geblockt direkt vor der Kelle von Hasa und der hatte keine Mühe, Juvonen zu bezwingen.
Vor den Toren hatte das Spiel danach nicht mehr so viel zu bieten. Es sah ein bisschen aus wie die Partie in Tampere: schnelles Eishockey zweier Teams, die sich gut neutralisieren und wenig Platz in der jeweils eigenen Zone bieten.
Dabei hatten die Schweden optisch mehr von der Partie, die Haie aber die beste Chance, als Kammerer nur die Latte traf (12.).
2. Drittel
Das zweite Drittel startete, wie das erste endete. Wenig Torgefahr, viel ansehnliches Eishockey. Auch weil die Refs auf beiden Seiten die Leine lang ließen und die Teams sich gut darauf einstellten.
Mitte des Abschnitts bekamen dann die Haie die Partie besser unter Kontrolle. Zuerst scheiterte Noebels allein vor Normann, dann brachte Fischbuch die Haie erneut in Führung. Kammerer setzte ihn mit einem sensationellen Rückhandpass in Szene. Solche Pässe sieht man sonst gerne mal von Leon Draisaitl.
In der Folge ließen die Haie eine fast zweiminüte 5 gegen 3 Überzahl liegen. Dabei war es eine Mischung aus fehlender Kreativität/Bewegung und der perfekten Box der Gäste, die kaum Raum ließ und immer die lange Kelle im Weg hatte.
3. Drittel
Göteborg kam stark aus der Kabine und drängte die Haie früh in die Defensive. Juvonen war jederzeit Herr der Lage und die Verteidiger machten vor ihm einen guten Job, so dass die Haie diese Phase gut überstanden.
Um dann wieder offensive Akzente zu setzen. Dabei war es wieder Marcel Noebels, der – erneut mit zwei Toren – die Haie auf die Siegerstraße brachte.
Zuerst fälschte er einen Russell Schuss ab (45.), um im nächsten Wechsel einen Rebound über die Linie zu drücken (48.).
Liam Dower-Nilsson brachte den Gästen nochmal Hoffnung. Heens schickte ihn auf die Reise und der junge Prospectspieler der Detroit Red Wings verlud Juvonen. Der Anschluss hielt auch der Coach‘s Challenge stand.
Keine Minute später wäre Frölunda fast wieder komplett in der Partie gewesen, aber Lasu ließ eine Einladung der Haie-Verteidigung aus. Als die Schweden dann auch im Powerplay an Juvonen verzweifelten (Puistola/Fagemo), war das letzte Aufbäumen überstanden.
MacInnis hatte schon in Unterzahl die Entscheidung auf der Kelle, scheiterte aber an Normann. Besser machte es Storm Sekunden vor dem Ende des Spiels zum Endstand ins leere Tor.
Fazit
Die Haie feiern die nächste berauschende CHL-Party. Dieses Mal allerdings vor heimischer (CHL-Rekord) Kulisse. Der Sieg gegen den Titelverteidiger untermauert die Ambitionen, mit denen die Haie in die CHL gestartet sind. Klar ist es auch ein Vorteil, dass das Trainerteam den Gegner sehr gut kennt. Dazu ist das Team in bestechender Frühform, die sich hoffentlich in der kommenden Woche dann auch in die Liga übertragen lässt.
Stimmen zum Spiel
Die Pressekonferenz mit den Co-Trainern Näslund und Stridh, sowie die Stimmen von Gregor MacLeod und Marcel Noebels
Hard Facts
Kölner Haie – Frölunda Göteborg 5:2 (1:1, 1:0, 3:1)
Schüsse: 22 – 21
Strafminuten: 8 – 8
Bullies: 32 – 24
Kölner Haie
Juvonen – Brückmann
Vittasmäki – Kemiläinen, Austin – Press, Müller – Sennhenn, Händel
Noebels – MacLeod – Russell, Storm – Ljungh – Niedenz, Kammerer – Tyrväinen – Fischbuch, MacInnis – Aubry – Fleischer, M. Münzenberger
Frölunda Göteborg
Normann – Johansson
Tömmernes – F. Hasa, Milosevic – Högberg, Heens – Johannesson, Clithe
Puistola – Peterson – Fagemo, Olausson – Dower-Nilsson – Cederqvist; Westergard – Lasu – Friberg, Meijer – N. Hasa – Kongsbak Klyvø, Nässen
Zuschauer: 18.104
Foto: Haiepictures
