3. Spieltag Eisbären Berlin
Am Freitagabend – 3. Spieltag – kommt es in der LANXESSarena zur Neuauflage des Playoff-Halbfinals der vergangenen Saison. Die Haie empfangen um 19:30 Uhr den amtierenden deutschen Meister aus Berlin. Während Köln nach der deutlichen 4:8-Auftaktniederlage gegen Wolfsburg zuletzt mit 4:3 nach Overtime gegen Frankfurt die ersten beiden Punkte der Saison holte, steht Berlin nach einem Sieg gegen Straubing und einer Niederlage gegen Mannheim bei drei Punkten.
Der Sommer in Berlin
Viel erfolgreicher hätte die vergangene Saison für die Eisbären – nach der Verletzungsmisere – kaum enden können. Berlin belegte nach der Hauptrunde zwar nur Rang sechs, steigerte sich in den Playoffs aber entscheidend. Nach einem 4:2 im Viertelfinale gegen Straubing traf der Hauptstadtclub im Halbfinale auf die Haie. Die Eisbären entschieden die Serie ebenfalls mit 4:2 für sich und zogen ins Finale gegen Mannheim ein. Dort folgte erneut ein 4:1-Seriensieg – und damit die dritte deutsche Meisterschaft in Folge sowie der zwölfte DEL-Titel der Vereinsgeschichte.
Trotz des Titels gab es anschließend einige Veränderungen. Cheftrainer Serge Aubin verließ den Club in Richtung Bern. Sein Nachfolger wurde Éric Dubois, der zuvor als Co-Trainer beim ERC Ingolstadt gearbeitet hatte. Auch im Kader gingen wichtige Spieler: Jake Hildebrand, Jonas Stettmer, Les Lancaster, Jean-Sébastien Dea und Blaine Byron gehören unter anderem nicht mehr zur Mannschaft. Dazu wechselte Marcel Noebels nach zwölf Jahren in Berlin ausgerechnet nach Köln.
Im Tor verpflichteten die Eisbären Jonas Neffin und Jack LaFontaine. Gabriel Fontaine kehrte aus München zurück, in der Defensive kam Brandon Davidson. Kurz vor dem Spiel in Köln reagierte Berlin zudem noch einmal im Angriff und verpflichtete Jean-Luc Foudy. Patrick Khodorenko befindet sich weiterhin in Reha und wurde bislang nicht für den DEL-Spielbetrieb lizenziert.
Über Jean-Luc Foudy wollten wir im Sharkbite der Woche noch reden und haben es am Ende doch vergessen… Nun ja… Der Neu-Berliner gilt als pfeilschneller Skater und galt in seinem Draftjahrgang (2020) als bester Schlittschuhläufer des ganzen Jahrgangs. Dennoch wurde er erst in der 3. Runde von Colorado gezogen.
Erwartungshaltung & Saisonstart
An den grundsätzlichen Ansprüchen in Berlin ändert der Umbruch wenig. Die Eisbären kommen als dreimaliger Titelverteidiger in die Saison und verfügen auch nach den Veränderungen über einen tief besetzten Kader mit zahlreichen Nationalspielern und erfahrenen Leistungsträgern. Der „deutsche Kern“ des Teams ist, trotz der Aufrüstung der Verfolger, weiterhin vielleicht der Beste der Liga.
Der Saisonstart zeigt allerdings, dass sich die Mannschaft unter Dubois noch finden muss. In der Champions Hockey League begann Berlin mit deutlichen Niederlagen in Genf (2:6) und Davos (2:8), antwortete anschließend aber mit Heimsiegen gegen Graz (4:1) und Herning (2:1). Auch in der DEL wechselten sich bislang Sieg und Niederlage ab.
Die Berliner Vorbereitung bestand lediglich aus drei Spielen. Gegen den EV Zug gab es ein 0:2, anschließend schlugen die Eisbären Augsburg deutlich mit 7:0 und gewannen zum Abschluss im Wellblechpalast mit 3:1 gegen die Lausitzer Füchse.
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Ty Ronning bleibt einer der gefährlichsten Offensivspieler der Liga. Der Kanadier kam in der vergangenen Hauptrunde trotz lediglich 34 Einsätzen auf 19 Tore und 18 Vorlagen. In den Playoffs legte er noch einmal neun Treffer und elf Assists nach. Auch in die neue DEL-Saison ist Ronning stark gestartet: Nach zwei Spielen stehen bereits zwei Tore und drei Vorlagen auf seinem Konto.
Daneben lohnt sich erneut der Blick auf Liam Kirk. Der britische Nationalspieler war 2025/26 mit 32 Toren in 52 Hauptrundenspielen einer der treffsichersten Berliner und kam insgesamt auf 55 Scorerpunkte. In den Playoffs folgten weitere neun Tore und sieben Vorlagen. Auch aktuell ist Kirk sofort produktiv: In den ersten beiden DEL-Partien sammelte er bereits vier Punkte.
Prognose
Für die Haie ist das Duell auch deshalb interessant, weil beide Mannschaften noch nicht konstant durch die ersten Wochen gekommen sind. Köln überzeugte zunächst mit vier CHL-Siegen, offenbarte beim 4:8 gegen Wolfsburg aber große defensive Probleme. Gegen Frankfurt war die Reaktion über weite Strecken deutlich besser, auch wenn eine 3:1-Führung im Schlussdrittel noch verspielt wurde.
Berlin wiederum hat trotz des Umbruchs weiterhin enorme offensive Qualität. Ronning und Kirk können Spiele aus wenigen Situationen heraus entscheiden, dazu stehen mit Leo Pföderl und Frederik Tiffels weitere erfahrene Stürmer zur Verfügung, die das in dieser Saison jedoch erst noch beweisen müssen.
Dass die Haie gegen Berlin bestehen können, haben sie vergangene Saison gezeigt. In der Hauptrunde gewann man zwei der vier Partien, jedoch nur auswärts. In den Playoffs konnte man dann zwei Heimsiege erzielen, darunter ein deutliches 5:1. Am Ende setzte sich allerdings die größere Konstanz der Berliner durch.
Für den KEC geht es vor allem darum, Berlins erste Reihe nicht dauerhaft ins Rollen kommen zu lassen, Scheibenverluste in gefährlichen Zonen zu reduzieren und die eigene Intensität aus den guten Phasen gegen Frankfurt über 60 Minuten zu halten. Gegen den dreimaligen Titelverteidiger werden längere Schwächephasen deutlich schwieriger zu kompensieren sein.
Besondere Aufmerksamkeit verdient am Freitag außerdem Marcel Noebels. Nach zwölf Jahren, fünf Meisterschaften und mehr als 650 DEL-Spielen für Berlin trifft der Sommer-Neuzugang der Haie erstmals in einem Pflichtspiel auf seinen ehemaligen Club.
Die Partie wird bei MagentaSport in der Konferenz sowie als Einzelspiel übertragen, Kommentator ist Adrian von der Groeben. Durch die Konferenz führen Basti Schwele und Christoph Ullmann. Wer das ganze im Audioformat hören möchte, der ist bei der Blindenreportage gut aufgehoben und bekommt das Spiel direkt in die Ohren.
Blick über den Tellerrand
In Berlin ist abseits vom Eis einiges geboten mit Eisbaerlin (Bsky/Instagram), Puckgeflüster (Bsky/Instagram) und 2 Broken Sticks (Bsky/Instagram) gibt es in Berlin drei Podcasts/Blogs im Fanbereich. Schaut Euch bei den Dreien gerne etwas näher um, wenn Ihr mehr zu den Eisbären erfahren wollt. Dazu hat Berlin die vermutlich blühendste Presselandschaft in der DEL.
