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Reaktion erforderlich

Marcel Noebels – immerhin zweifacher Torschütze – entschuldigte sich am Mikrofon in der Arena und – sinnhaft – forderte eine Reaktion der Mannschaft. Das kam etwas unerwartet, traf aber den Kern des Abends. Die Haie zeigten eine schwache Leistung und unterlagen biederen Münchnern mit 2:4. Nach dem ersten 3-Punkte-Sieg in Augsburg ein klarer Rückschritt.

Vor dem Spiel

Die Zuschauer in der, mit über 18.000 Zuschauern gut gefüllten Arena, mussten beim Spiel auf den Blick auf den Videowürfel verzichten. Auf Grund von Umbauarbeiten hingen die 4 LED-Wände ganz oben unter der Decke,

Apropos Umbauarbeiten: Berglund baute die Sturmreihen zwei bis vier um und brachte dazu Sennhenn zurück. Austin setzte überzählig aus. Bei den Gästen fehlten die verletzten DeSousa und Krening, sowie der noch gesperrte Wagner

1. Drittel

Ein Blitzstart der Haie brachte sie nach 23 Sekunden in Führung. Russell schickte Noebels auf die Reise und der ließ Niederberger keine Chance. Die Haie auch in der Folge das bessere Team. Ein zwei auf eins und eine gute Chance von Niedenz (2., 6.) drückten das auch in Chancen aus.

Mit der vermeidbaren Strafe gegen MacInnis kippte die Partie dann. München traf durch Thaler in Überzahl sehenswert zum Ausgleich (8.) und auch in der Folge war München das bessere Team. Einzig in der Kölner Überzahl hätten die Haie erneut treffen können. Kemiläinen frei vor Niederberger, aber Münchens Goalie machte es besser als zu Beginn gegen Noebels.

Die Führung der Gäste dann ein Sinnbild der aktuellen Verteidigung der Haie. Ferguson wurde nicht gestört und konnte aus der eigenen Zone bis vorne in den Slot ziehen, auch beim Schuss stimmte der Abstand der Verteidigung nicht, und dann sprang die Scheibe so komisch vom Plexiglas zurück, das Hede nur noch einschieben musste.

2. Drittel

Es dauerte wieder nicht lange bis zum ersten Tor. Dieses Mal für München. Es war keine Kopie des 1:2, aber die Entstehung hatte Parallelen. Hirose wurde übers ganze Eis nicht angegriffen und konnte ohne Bedrängnis abschließen. Juvonen parierte den abgefälschten Schuss noch, war dann aber gegen den Rebound von Rieder machtlos (21.).

Ansonsten passierte im zweiten Drittel recht wenig. München neutralisierte fast alles, was die Haie in Richtung Angriffsdrittel brachten und legte selbst mit einem Alleingang durch Ferguson (38.) noch nach.

Einzig zwei Metalltreffer durch Händel (25.) und Hirose (32.) waren es Wert notiert zu werden.

3. Drittel

München verteidigte die Führung im letzten Drittel konsequent und den Haien fiel wenig ein. Erst in den letzten Minuten – wie gegen Berlin – kam von den Haien offensiv mehr. Es half zumindest ein wenig. Noebels stand erneut goldrichtig und traf zum 2:4 Anschluss (55.), aber auch Endstand. Die Haie konnten in den letzten Minuten nicht mehr – gefühlt hatte die erste Reihe in den letzten 10 Minuten kaum eine Verschnaufphase – und München wollte wohl nicht und verweigerte mehrfach den Treffer ins leere Tor.

Fazit

Die Haie brauchen Geduld. So gut der Start in die CHL auch war, ein neues System ist nicht von heute auf morgen in Fleisch und Blut übergegangen. Bei Jalonen dauerte es ca. 3-4 Monate, bis alles passte.

Das soll aber nicht davon ablenken, dass die Haie eine ganz schwache Partie zeigten und dass man bei weitem nicht alles auf die Umstellung schieben darf. Defensive Fehlverhalten wie vor dem 1:2 und 1:3 haben nichts mit System zu tun, sondern eher mit schlechten Entscheidungen auf dem Eis.

Dazu kommen weiterhin unnötige Strafen und ein Unterzahlspiel, das aktuell weit weg von gut ist. Berglund und Kapitän Moritz Müller waren zwei weitere – neben Noebels am Arenamikrofon – die nach dem Spiel dies auch deutlich ansprachen.

Die Reaktion der Haie muss kommen und sie muss schnell kommen. Bei 4 Spielen in 8 Tagen und – wenn man weiter schaut – insgesamt 11 Spielen bis Ende Oktober, bleibt nicht viel Zeit und Luft im Training dran zu arbeiten.

Aber – und jetzt machen wir den Kreis rund – man muss eben auch Geduld haben. Es ist aktuell ein Drahtseilakt, bei dem der Artist aktuell noch sehr leicht aus der Balance gerät. Nur fallen sollte er nicht.

Stimmen zum Spiel

Die Pressekonferenz mit Oliver David und Thomas Berglund, sowie das Interview mit Moritz Müller.

Hard Facts

Kölner Haie – EHC RB München 2:4 (1:2, 0:2, 1:0)

Schüsse: 24 – 38

Strafminuten: 14 – 12

Bullies: 31 –30

Kölner Haie

Brückmann – Juvonen
Vittasmäki – Kemiläinen; Sennhenn – Press; Müller – Händel;
Noebels – MacLeod – Russell; Fischbuch – Ljungh – Storm; Kammerer – Tyrväinen – Niedenz; MacInnis – Aubry – Fleischer; M. Münzenberger

EHC RB München

Niederberger – Bibeau
Murphy – Carrick, Klok – Daubner, Pokka – Kastner, Warnecke
Hirose – Thaler – Rieder, Hede – Ferguson – Becker, McKenna – Kahun – Ehliz, Eisenschmid – Hager – Oswald

Zuschauer: 18.115