6. Spieltag
Nur zwei Tage nach der Heimniederlage gegen München steht für die Haie das nächste DEL-Spiel an. Am 6. Spieltag trifft der KEC um 16:30 Uhr in der SATURN-Arena – wieso heißt die eigentlich noch nicht Media Markt Arena? – auf den ERC Ingolstadt. Beide Mannschaften sind „verhalten“ in die neue Saison gestartet: Köln steht nach fünf Spielen mit sechs Punkten auf Rang elf, Ingolstadt folgt mit fünf Punkten auf Platz zwölf.
Die Haie verloren am Freitag mit 2:4 gegen Red Bull München. Ingolstadt unterlag zeitgleich einige Kilometer den Rhein abwärts mit 1:3 beim Aufsteiger Krefeld.
Der Sommer in Ingolstadt
Ingolstadt beendete die vergangene Hauptrunde mit 94 Punkten auf Rang fünf. Mit 197 Toren stellte der ERC hinter Köln die zweitbeste Offensive der DEL und kassierte mit 152 Gegentreffern die immerhin fünftwenigsten Tore. Im Viertelfinale traf das Team von Mark French auf Red Bull München und schied nach sechs Spielen mit 2:4 aus. Allen in Erinnerung ist dabei sicherlich noch der Check von Wagner gegen Ex-Hai Tropmann in Spiel 4.
Im Sommer blieb ein großer Teil des Kaders erhalten. Mit Riley Barber, Kenny Agostino, Riley Sheen, Daniel Pietta oder Alex Breton stehen zahlreiche Leistungsträger der Vorsaison weiterhin im Aufgebot. Mark French geht zudem bereits in seine fünfte Saison als Cheftrainer.
Prominentester Neuzugang ist Jonas Stettmer. Der in Ingolstadt ausgebildete Torhüter kehrte nach drei Meisterschaften mit den Eisbären Berlin zurück. In den Playoffs 2026 hatte Stettmer Berlin zur Meisterschaft geführt und wurde zum MVP der Finalserie gewählt. Im Angriff kam Nathan Burns aus Frankfurt. In der Defensive verstärkten unter anderem das norwegische Nachwuchstalent Emil Kvernmo Wasenden und Nicolas Appendino die Panther.
Erwartungshaltung
Nach Platz fünf und dem Viertelfinal-Aus wurde der Kader eher ergänzt als neu aufgebaut. Die Voraussetzungen für eine erneute direkte Playoff-Qualifikation sind damit vorhanden, zumal der ERC mehrere der offensiv wichtigsten Spieler halten konnte.
Die Vorbereitung verlief ausgeglichen. Ingolstadt gewann drei seiner sechs Partien: gegen Pustertal nach Penaltyschießen (4:3), Linz (4:1) und deutlich in Nürnberg (5:1). Niederlagen gab es gegen Bern (1:5), Zug nach Verlängerung (3:4) und zum Abschluss in Frankfurt (3:5).
Der DEL-Start zeigt bislang wenig Konstanz. Nach einem 4:3-Erfolg in Iserlohn – nach 4:0 Führung – folgte beim Heimauftakt ein 2:6 gegen Nürnberg. In Straubing verlor der ERC trotz Führung nach zwei Dritteln noch mit 1:4. Gegen Mannheim gelang anschließend ein 3:2 nach Verlängerung, ehe am Freitag das 1:3 in Krefeld folgte. Fünf Punkte und eine Tordifferenz von -7 stehen nach fünf Spielen zu Buche.
Auffällig ist bislang vor allem die geringe offensive Ausbeute. Ingolstadt erzielte in fünf DEL-Partien erst elf Tore.
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Riley Sheen ist bislang der gefährlichste Ingolstädter Torschütze. Der Kanadier steht nach fünf Spielen bei drei Toren und einer Vorlage. In der vergangenen Hauptrunde sammelte er neun Treffer und 27 Assists in 49 Einsätzen. Bereits 2024/25 war Sheen mit 38 Punkten in 48 Spielen eine wichtige Stütze der ERC-Offensive und wer erinnert sich nicht an seine 40-Tore-Saison im Trikot der Steelers?
Noch mehr Aufmerksamkeit verdient Riley Barber. Der US-Amerikaner war 2025/26 der beste Torschütze der gesamten DEL: 32 Tore und 31 Vorlagen bedeuteten 63 Punkte in 52 Hauptrundenspielen. Anschließend wurde er zum DEL-Stürmer des Jahres gewählt. Der Start in diese Saison ist mit einem Tor und einer Vorlage aus fünf Spielen zwar deutlich ruhiger, Barber bleibt aber offensiv sehr präsent: Mit 42 Versuchen hat er ligaweit die meisten Torschüsse aller Stürmer abgegeben. Am Freitag erzielte er den einzigen Ingolstädter Treffer in Krefeld. Ob nun der Knoten geplatzt ist?
Prognose
Beide Mannschaften suchen nach fünf Spieltagen noch nach Konstanz. Köln hat in der DEL bereits 24 Gegentore kassiert, Ingolstadt offensiv dagegen erst elfmal getroffen. Für die Haie bleibt damit die defensive Fehlerquote der entscheidende Ansatzpunkt. Gegen München führten riskante Entscheidungen mit der Scheibe mehrfach zu gefährlichen Situationen und letztlich zur Niederlage.
Ingolstadt produziert trotz der geringen Torausbeute Abschlüsse. Die Haie sollten deshalb verhindern, dass die Panther ihre offensivstarken Spieler dauerhaft in Abschlusspositionen bringen, und gleichzeitig den eigenen Spielaufbau sauberer gestalten.
Die direkten Duelle der Vorsaison gingen mit 3:1 Siegen an die Haie. Der KEC gewann 4:3 und 6:3 zuhause sowie 5:4 in Ingolstadt. Der einzige ERC-Sieg endete allerdings deutlich und ist dem ein oder anderem Haie-Spieler vielleicht noch im Kopf: Am 31. Oktober 2025 setzte sich Ingolstadt mit 10:3 durch und bescherte den Haien eine historische Niederlage.
Die Partie wird als Einzelspiel bei MagentaSport übertragen. Kommentator ist Christoph Fetzer. Dazu gibt es das Spiel heute auch im Free-TV auf DF1.
Blick über den Tellerrand
Die Extraportion Ingolstadt gibt es über die Pantherholiker, sowohl Artikel als auch Podcast (Taskforce Kleeblattl) bietet die Fanpage aus Ingolstadt. Da Christoph Fetzer heute kommentiert kann man natürlich hervorragend auf Bissl Hockey hinweisen. Bissl Hockey ist der Podcast von Fetzi mit Bernd Schwickerath und ab und an dem Round Table mit Sebastian Böhm.
Ach ja: Das Buch von Bernd „Die stärkste Liga der Welt“ erscheint Ende Oktober in der aktualisierten 3. Auflage. Am besten jetzt schon beim Buchhändler eurer Wahl vorbestellen (oder direkt beim Verlag).
