Sieg nach schwachem Start
Der schwache Start der Haie konnte den ein oder anderen schon dazu bringen den Fernseher nach 10 Minuten auszuschalten. Wer dies tat, verpasste aber dann eine Steigerung auf allen Ebenen und einen – am Ende – ungefährdeten 6:3 Sieg.
Vor dem Spiel
Wer vor der Saison gewettet hätte, dass die Partie Ingolstadt gegen Köln am 6. Spieltag ein Kellerduell sein würde, hätte viel Geld machen können. Für das Spiel mussten die Haie aus privaten Gründen auf Russell verzichten. Austin kehrte ins Team zurück und die Haie spielten mit sieben Verteidigern und zwölf Stürmern.
Bei den Panthern fehlten Burns und Smallwood verletzt.
1. Drittel
Der Start der Gastgeber konnte dem Haiefan die ein oder andere Schweißperle auf die Stirn treiben. Die Haie begannen, wie sie gegen München aufgehört hatten. Defensiv wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen. Neben der Führung durch Barber (3.) scheiterten Abbandonato (1.), Breton (3.), Sheen (4.) und erneut Barber (6.) an Juvonen oder dem Gestänge des Haietores.
Alle Chancen waren dabei Konter mit eins auf null oder zwei auf eins Situationen. Juvonen hielt die Haie in der Partie und Mitte des Abschnitts wurden die Gäste dann besser.
Zuerst vergab Fleischer eine gute Kammerer-Vorarbeit (11.) und dann schlug bei der ersten Strafe gegen Ingolstadt das starke Kölner Powerplay zu. Aubry fälschte einen Press-Schlenzer unhaltbar für Stettmer ab.
Die Haie legten gegen jetzt verunsicherte Panther nach. Ljungh (17.) und Storm (18.) trafen binnen 60 Sekunden und brachten die Haie in Front.
Es war ein wenig eine verkehrte Kopie der Freitagspartie, als die Haie gegen München gut aus der Kabine kamen und dann das Spiel durch eigene Unterzahl aus der Hand gaben.
2. Drittel
Trotz Powerplay zu Beginn des Drittels waren es nicht die Panther, die die ersten Akzente im Mittelabschnitt setzten. Kammerer traf mit der besten Chance dieser Phase den Pfosten (23.).
Auch ein weiteres Powerplay brachte Ingolstadt nicht zurück in die Partie, auf der anderen Seite auch die Haie ohne große Chancen kurz vor der Mitte des Spiels.
Agostino brachte die Panther dennoch – kurzfristig – zurück. Er drückte einen Pul-Schuss, der Juvonen aus kurzer Distanz durch die Schoner rutschte, über die Linie (28.). Die Haie-Verteidigung konnte ihn nicht dran hindern. Der Gegentreffer weckte aber auch die Haie-Offensive wieder auf. Tyrväinen verwertete seinen eigenen Rebound (31.) und Fischbuch – Russell-Ersatz in der 1. Reihe – bekam die Scheibe von Noebels vorgelegt und erhöhte auf 5:2 (37.).
Kammerer verpasste kurz vor der Sirene mit einem Alleingang noch einen weiteren Treffer.
3. Drittel
Ljungh sorgte, mit seinem zweiten Treffer der Partie, in Unterzahl (45.) für die frühe Entscheidung. Die Panther fanden nicht mehr zurück und brachten wenig Offensives zustande. Im Gegenteil.
Die Haie hätten das Ergebnis auch in dieser Phase noch deutlicher gestalten können, scheiterten aber an Stettmer oder erneut am Gestänge (Aubry 48.).
Kurz vor Schluss, als die Partie schon gelaufen war, bekam Barber nochmal zu viel Platz und der Goalgetter netzte für seinen zweiten Treffer des Nachmittags zum 6:3 Endstand ein (58.).
Fazit
Die Haie verschliefen den Start in die Partie und vielleicht hätte es nach 10 Minuten schon vorbei sein können, wenn die Panther ihre Chancen genutzt hätten. Oder wie Moritz Müller nach der Partie sagte, „nervöser Start … wir haben uns viel vorgenommen und hatten noch nicht den Saisonstart, den wir uns gewünscht haben, deswegen war es ein bisschen wild am Anfang“.
Die Haie fanden aber den Weg in die Partie und natürlich half es auch, dass auch die Panther aktuell weit weg von ihrer besten Form sind und selbst verunsichert waren. Dazu funktionierten die Special Teams der Haie endlich mal auf beiden Seiten des Eises.
Wer also, wie am Anfang erwähnt, kurz nach Beginn den TV ausschaltete, der verpasste eine Leistungssteigerung der Haie und ein Spiel das als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet werden kann. Vor allem vor einer harten Woche mit drei Heimspielen in fünf Tagen.
Hard Facts
ERC Ingolstadt – Kölner Haie 3:6 (1:3, 1:2, 1:1)
Schüsse: 34 – 30
Strafminuten: 6 – 8
Bullies: 32 –34
Kölner Haie
Brückmann – Juvonen
Vittasmäki – Kemiläinen; Sennhenn – Press; Müller – Austin; Händel
Noebels – MacLeod – Fischbuch; Aubry – Ljungh – MacInnis; Kammerer – Tyrväinen – Fleischer; Niedenz – Storm – M. Münzenberger
ERC Ingolstadt
Stettmer – Williams
Hüttl – Breton; Ellis – Wasenden; Tropmann – Ruopp; Appendino
Barber – Abbandonato – Schmölz; Girduckis – Powell – Sheen; Pul – Keating – Agostino; Vinzens – Pietta – Schindler
Zuschauer: 3.697
