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44. Spieltag

Die DEB-Pause ist vorüber und der 44. Spieltag läutet das große Hauptrundenfinale in den kommenden 22 Tagen ein. Die Haie, nach der Niederlage gegen Mannheim, dabei zu Gast am Pulverturm bei den Straubing Tigers.

Wo steht der Gegner und was ist noch möglich?

Rechnerisch ist für die Tigers außer dem Hauptrundensieg noch alles möglich. Aber wir gucken auf die realistischen Ergebnisse und da muss man sagen, dass etwas anderes als 1. Playoff-Runde schon sehr überraschen würde. Für den Sprung in die Top6 müsste ein Team aus dieser Reihe – u.a. die Haie – eine ordentliche Schwächephase haben. Auf der anderen Seite ist Rang 11 nur 2 Punkte entfernt und aktuell die realistischere Art die 1. Playoff-Runde zu verpassen. Mit dem Abstieg werden die Tigers nichts zu tun haben. Zwischen Rang 7 und 11 ist es so eng, das jeder Punkt den man in den verbleibenden Spielen holen kann besonders wichtig ist.

Stimmungslage

Kann man aktuell überhaupt etwas verlässliches zur Stimmung am Pulverturm sagen? In der Pause wurde Tom Pokel entlassen und mit Craig Woodcroft steht gegen die Haie erstmals der neue starke Mann hinter der Bande. Eine Anpassung an die Liga wird er dabei sicherlich nicht brauchen. Sowohl als Spieler, als auch als Coach war Woodcroft schon in der Liga tätig. Als Spieler in der ersten – damals – Kölnarena-Saison bei den Haien. Er ersetzt mit Tom Pokel den amtsältesten Coach der Liga (Don Jackson war zwischendurch ja nicht im Amt) und der Abgang von Pokel hat mächtig Staub aufgewirbelt. Dabei sind die Meinungen durchaus geteilt. Pokel hat bei den Fans viel Kredit. Mehr als anscheinend in der Führungsriege.

Viele hätten sich gewünscht, dass die Saison unter Pokel noch zu Ende gespielt wird und er einen würdigen Abgang bekommt. Verwunderlich ist die Entlassung indes nicht. Pokel stand nicht das erste Mal in dieser Spielzeit in der Kritik. Nachdem man nach dem 2. Platz beim Spengler Cup in der Liga den Anschluss an die Top 6 geschafft hatte, gab es zuletzt 6 Niederlagen in 7 Spielen und das gegen Gegner wie die DEG oder die Augsburger Panther. Die Festung Pulverturm ist dieses Jahr keine mehr. Mit Rang 11 steht man in der Heimtabelle sogar hinter den Haien, denen bei den Haiefans eine gewisse „Allergie“ gegen das heimische Eis nachgesagt wird.

Wie die Stimmungslage genau aussieht wird sich vor der Partie – mit der Reaktion der Fans – und nach der Partie – mit der Reaktion der Mannschaft in der Partie – zeigen.

Zahlen

Bevor wir uns die Teamstatistiken etwas genauer ansehen nennen wir Players to watch.

Der beste Scorer der Tigers ist Neu-Berliner Josh Samanski. Der junge deutsche liegt in der Liga auf Rang 25 mit 33 Punkten. Marcel Brandt steht in derselben Statistik mal wieder unter den Top 10 Verteidigern der Liga. Mit 4 Toren in den letzten 7 Spielern ist er zudem einer der wenigen Spieler die in der Schwächephase – zumindest in Zahlen – Leistung gezeigt haben. Reden muss man – leider – auch über JC Lipon. Der schmale Grat zwischen Genie und Wahnsinn brachte ihm zuletzt eine 7-Spiele-Sperre ein. Damit fehlt er den Tigers noch den ganzen Februar.

Das Problem der Tigers liegt diese Saison nicht im Angriff. Mit 128 Toren hat man einen Angriff der in den Top 6 der Liga landet, allerdings kassierte man jetzt schon 131 Gegentore und damit jetzt schon mehr als in der kompletten letzten Saison. Diese Defensivschwäche macht sich vor allem zu Hause bemerkbar. Punkte hamstern ist dieses Jahr nicht die liebste Disziplin der Straubinger. 20 Niederlagen nach regulärer Spielzeit sind eindeutig zu viel. Nur die drei Abstiegskandidaten haben häufiger nach 60 Minuten nicht gepunktet. Mit 5 Niederlagen in Serie hat man die aktuell längste Streak ohne Sieg in der DEL.

Ein weiterer Punkt der in der letzten Saison noch für die Tigers sprach sind die Special Teams. In dieser Saison ist man weit weg von guten Werten. Nur auf Rang 12 im Powerplay (hinter den Haien) und auf 10 in Unterzahl. Dabei hat Straubing zwei Drittel mit positiver Tordifferenz. Lediglich im Mittelabschnitt ist man so schwach – auch hier sind nur die drei Kellerkinder schlechter -, dass die beiden guten Drittel seltener ins Gewicht fallen. Positiv der Bullywert. Mit über 52% liegt man hier auf Rang 4.

Straubing mangelt es diese Saison an beiden Enden des Eises. Die schlechteste Effizienz paart sich mit dem schlechtesten Goaliewert (Fangquote kumuliert) der Liga.

Die bisherigen Duelle

Zwei der drei bisherigen Duelle gingen an die Haie. Einzig die letzte Partie vor Weihnachten gewann Straubing und holte sich drei Punkte unter den Baum. Die Überzahl der Haie gegen Straubing liegt bei über 30% und damit weit über dem Saisonwert.

Prognose

Die Haie werden ohne eine komplette Reihe an den Pulverturm fahren müssen. Grenier, Tyrväinen und Tuomie werden in Straubing fehlen. Straubing ist nach der Pause unter dem neuen Trainer eine Wundertüte. Noch weiß niemand was man vom diesjährigen CHL-Teilnehmer erwarten kann. Viel wird auf den Start in die Partie ankommen. Gerade mit einem neuem Trainer fallen Teams bei Rückstand gerne in alte Muster zurück und die Haie sind eines der besten Teams bei eigener Führung. Für beide Teams ein wichtiger Fingerzeit für den Rest der Saison, bzw. die folgenden 22 Tage.

Blick über den Tellerrand und Übertragung

Die Extraportion Straubing gibt es bei der Straubinger Strafbank (Instagram) und irgendwie auch beim Hockey Analyst (Instagram), ist der Ernst doch ehemaliges Mitglied der Strafbank. Das Spiel wird auf Magenta Sport, sowohl einzeln als auch in der Konferenz, übertragen. Kommentator der Einzelpartie ist Christoph Stadler, in der Konferenz gibt es Basti Schwele und Kai Hospelt.

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