Ungeliebtes Heimspiel
Nur zwei Tage nach dem Heimspiel gegen Frölunda Göteborg wartet auf die Kölner Haie bereits die nächste Aufgabe in der Champions Hockey League. Am Samstag, den 12. September, trifft der KEC um 17:00 Uhr auf den KAC. Ausgetragen wird das nominelle Heimspiel der Haie diesmal allerdings nicht in Köln, sondern in der YAYLA Arena in Krefeld. Nach den drei Partien gegen Salzburg, Tampere und Göteborg stehen die Haie mit 8 Punkten auf dem 5. Platz der CHL-Tabelle.
Da das Spiel in Krefeld stattfindet wird es von den Fanclubs boykottiert. Es gibt zwar kein „Verbot“ das Spiel zu schauen, aber es wird keinen organisierten Support, etc. geben.
Der Gegner
Der KAC ist einer der traditionsreichsten Clubs im europäischen Eishockey und mit 32 österreichischen Meisterschaften Rekordmeister des Landes. Auch international besitzen die Klagenfurter reichlich Erfahrung: 2026/27 bestreiten die „Rotjacken“ ihre siebte Saison in der modernen Champions Hockey League. Das bislang beste Ergebnis gelang 2021/22 mit dem Einzug ins Achtelfinale. In den vergangenen beiden Spielzeiten war dagegen jeweils nach der Hauptrunde Schluss.
An der Bande steht weiterhin Kirk Furey. Der Kanadier spielte selbst viele Jahre für Klagenfurt und übernahm 2023 den Posten als Cheftrainer. Im Sommer wurde der Kader an mehreren Stellen verändert. Mit Mathias From, Mario Kempe und mehreren Verteidigern verließen einige Leistungsträger den Club, dafür kamen unter anderem Jacob Hudson, Jan Drozg sowie die Verteidiger Mattias Göransson und William MacKinnon neu hinzu.
Die vergangene Saison
In der ICE Hockey League spielte der KAC zunächst eine starke Hauptrunde. Klagenfurt beendete die Hauptrunde auf Rang zwei und ging damit als eines der Topteams in die Playoffs. Dort folgte allerdings eine große Enttäuschung: Gegen den lediglich zehntplatzierten Fehérvár AV19 verlor der KAC die Viertelfinalserie mit 2:4 und verabschiedete sich deutlich früher als erwartet aus dem Titelrennen. Allerdings stand die ganze Serie unter dem tragischen Unfall von Jordan Murray der im ersten Spiel auf dem Eis zusammenbrach. Er musste inzwischen seine Karriere beenden.
Auch die Champions Hockey League verlief nicht nach Wunsch. Klagenfurt verpasste die besten 16 und damit die K.-o.-Runde. In die neue CHL-Saison starteten die Österreicher mit gemischten Ergebnissen. Gegen den französischen Meister Bordeaux gelang zum Auftakt ein 2:1 nach Verlängerung, zwei Tage später verlor Klagenfurt zuhause mit 1:3 gegen Fribourg-Gottéron. Das Auswärtsspiel beim norwegischen Meister Storhamar Hamar verloren die Rotjacken ebenfalls und stehen im Spiel gegen die Haie schon unter Zugzwang.
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Eine zentrale Figur bleibt Nick Petersen, den man auch aus der DEL kennt. Der 37-jährige Kanadier geht bereits in seine neunte Saison beim KAC und ist damit der am längsten für den Club spielende Legionär der Vereinsgeschichte. 2025/26 sammelte Petersen in 40 ICE-Partien 44 Punkte, darunter 18 Tore. Auch zum CHL-Auftakt gegen Bordeaux war er entscheidend und erzielte in der Verlängerung den Siegtreffer.
Daneben lohnt sich ein Blick auf Jan Muršak. Der ehemalige NHL-, KHL-, SHL- und NL-Stürmer ist auch mit 38 Jahren einer der wichtigsten Spielmacher der Mannschaft. In der vergangenen ICE-Saison kam der Slowene in 43 Spielen auf 14 Tore und 29 Vorlagen. Interessant ist zudem seine Vergangenheit: Vor seinem Wechsel nach Klagenfurt spielte Muršak unter anderem für Frölunda Göteborg.
Dazu laufen für die Rotjacken einige Spieler auf die die DEL gut kennen. Mit Jesper Jensen Aabo sogar ein Spieler für den die Partie in Krefeld wie ein Heimspiel sein dürfte.
Worauf es für die Haie ankommt
Im Vergleich zu Frölunda oder Tappara besitzt Klagenfurt weniger individuelle Spitzenqualität, bringt dafür aber viel Erfahrung, Struktur und körperliche Präsenz mit. Die ersten beiden CHL-Spiele haben bereits gezeigt, dass der KAC enge Partien spielen kann – gegen Bordeaux fiel die Entscheidung erst in der Verlängerung, gegen Fribourg hielt Klagenfurt bis ins Schlussdrittel eine Führung.
Für Köln wird deshalb Geduld eine wichtige Rolle spielen. Die Haie sollten vermeiden, Klagenfurt durch unnötige Scheibenverluste oder Strafzeiten ins Spiel zu bringen und stattdessen ihr eigenes Tempo ausspielen. Gerade gegen eine erfahrene Mannschaft um Petersen und Muršak dürfte es darauf ankommen, defensiv konsequent zu bleiben und sich längere Phasen im Angriffsdrittel zu erarbeiten.
Nach den starken Auftritten in Salzburg und Tampere hat Köln allerdings bereits gezeigt, dass man auch gegen international erfahrene Gegner bestehen kann. Gelingt es den Haien, diese Intensität auch im zweiten Spiel innerhalb von drei Tagen abzurufen, gehen sie gegen den österreichischen Rekordmeister mit guten Chancen in die Partie – trotz ungeliebtem Heimspiel.
Zu sehen gibt es die Partie auf Sporteurope.tv, dort kann man zwischen Einzelspiel, Teampass und der kompletten CHL-Saison die entsprechende Kaufoption wählen. Wie immer bei Heimspielen – auch bei ungeliebten – könnt Ihr das Spiel auch über den Audiostream der Blindenreportage verfolgen.
