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Kölsche Tradition

Zum dritten Mal in Serie verlieren die Haie einen Saisonauftakt mit mindestens 6 Gegentoren und erreichen damit – nach kölscher Weisheit – den Brauchtums-/Traditionsstatus. Die Haie verlieren gegen Wolfsburg nach schwachem Auftritt mit 4:8.

Vor dem Spiel

Choreo, neues Intro, knapp über 18.000 Zuschauer. Vor dem Spiel war viel geboten. Dazu gesellte sich das Line-up, das uns nach Besuch des Trainings am Donnerstag nicht neu vorkam. Fleischer war ebenso wie L. Münzenberger überzählig. Bei den Gästen fehlten, neben dem verletzten Ex-Hai Chrobot, Möser und die junge Garde um Ramoser, Veber, Kettler und Ex-Junghai Raab.

1. Drittel

Die Teams starteten beide mit viel Elan. Schon in den ersten Minuten klingelte es in den Netzen. Zuerst nutzte Lynch einen genialen Gaudet Pass zum einfachen 0:1 (4.) und keine 20 Sekunden später zeigte Niedenz, dass das Extra-Schusstraining sich lohnt. Das 1:1 (5.) hatte aber auch nicht lange Bestand. Graber mit zu viel Zeit im Slot (8.) sorgte für die erneute Führung der Gäste.

Danach verflachte die Partie erstmal für ein paar Minuten mit wenig Szenen vor dem Tor. Erst Richtung Ende des Drittels gab es wieder Szenen vor dem Tor. Pfohl und MacInnis (beides 16.) scheiterten jeweils frei vor dem Tor.

Die Haie nutzten dann das Powerplay zum Ausgleich. Nach schöner Verlagerung aus der rechten Ecke zog Kemiläinen ab (18.)

2. Drittel

Im zweiten Drittel die Haie mit dem besseren Start. Erneut traf Niedenz zur erstmaligen Haie-Führung (22.). Die Haie hätten in dieser Phase nachlegen müssen, aber sowohl die erste Reihe als auch eine schöne Kombination der Ljungh-Reihe brachten keine Ergebnisverbesserung.

Mitte des Abschnitts kam Wolfsburg zurück. Eingeladen durch Fehler der Haie. Wobei der Ausgleich (29.) eine Mischung aus Pech und fehlender Abstimmung war. Erst brach Noebels der Schläger beim Versuch, die Scheibe in der Angriffszone zu halten und dann waren sich Press und Austin nicht einig, wer den Schritt Richtung Gaudet macht.

3. Drittel

Die Haie verpassten erneut das frühe Tor, um dann gnadenlos unterzugehen. Strahlmeier mit starken Paraden (41., 43.) und auf der anderen Seite effizient im Ausnutzen der Haie-Fehler.

Lynch und Morley stellten binnen 15 Sekunden auf 3:5. Berglund nahm das Timeout und stellte die Reihen leicht um. Der Effekt verpuffte, denn keine zwei Minuten später legte Schinko nochmal nach (46.). Die Haie spielten munter weiter nach vorne und Noebels schaffte nochmal den Anschluss zum 4:6. Erneut vergingen aber nur Sekunden – 27 – bis Machacek komplett frei vor Juvonen auftauchen durfte und das Spiel endgültig entschied.

Der Treffer von Thompson ins leere Tor (58.) markierte den Endstand.

Fazit

Nach 2:6 und 3:7 gegen Berlin in den Vorjahren (zugegeben, das eine war erst am zweiten Spieltag) bekommen die Haie in diesem Jahr acht Gegentore zum Start und haben sich den Status der kölschen Tradition erarbeitet.

Wolfsburg war effizient und effektiv. Nur 24 Torschüsse benötigten die Gäste für acht Tore. Die Haie wirkten fahrig, unkonzentriert und hielten sich nicht ans System. Ein Fakt, der sowohl bei den Interviews bei MagentaSport als auch bei uns oft angesprochen wurde. Wolfsburg nutzte die Fehler der Haie gnadenlos aus.

Der Lerneffekt dürfte sowohl für Team als auch für Staff gegeben sein und kommt erfreulicherweise an Spieltag 1 und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt. Die Haie haben ein starkes Team, das aber aktuell noch die Struktur braucht, die vorgegeben ist. Verlässt man diese, dann ergeben sich Spiele wie gegen Wolfsburg oder gegen Landshut in der Vorbereitung.

Sonntag gegen den Tabellenführer nach dem 1. Spieltag – die Löwen Frankfurt – kann man es besser machen. Die Tradition kann man erst nächste Saison brechen.

Stimmen zum Spiel

Die Pressekonferenz mit Tyler Haskins und Thomas Berglund, sowie das Interview mit Frederik Storm. (Disclaimer: Es war sehr laut in der Mixed Zone, unser Filter kommt beim Storm Interview teilweise an seine Grenzen)

Hard Facts

Kölner Haie – Grizzlys Wolfsburg 4:8 (2:2, 1:1, 1:5)

Schüsse: 31 – 23

Strafminuten: 4 – 4

Bullies: 29 – 21

Kölner Haie

Juvonen – Brückmann – Wiens
Vittasmäki – Kemiläinen, Austin – Press, Müller – Sennhenn, Händel
Noebels – MacLeod – Russell, Storm – Ljungh – Niedenz, Kammerer – Tyrväinen – Fischbuch, MacInnis – Aubry – M. Münzenberger

Grizzlys Wolfsburg

Strahlmeier – Weitzmann
Melchiori – Lancaster, Pfohl – Bowey, Thompson – Pasanen, Hafenrichter
Lynch – Gaudet – Machacek, Morley – Graber – Schinko, Willhöft – Feser – Mauermann, Ruckdäschel – Choupani – Ziegler

Zuschauer: 18.089

Foto: Haiepictures