4. Spieltag
Nach drei Heimspielen zum DEL-Start reisen die Haie am 4. Spieltag erstmals auswärts. Um 16:30 Uhr trifft man im Curt-Frenzel-Stadion auf die Augsburger Panther. Der KEC steht nach dem 5:6 nach Penaltyschießen gegen die Eisbären Berlin bei drei Punkten, Augsburg hat bereits fünf Punkte sammeln können.
Der Sommer in Augsburg
Die Panther beendeten die vergangene Saison mit 60 Punkten auf Rang elf. Auf den letzten Playoff-Platz fehlten acht Punkte. 150 eigenen Treffern standen 189 Gegentore gegenüber. Damit gelang zwar frühzeitig der Klassenerhalt, die Playoffs wurden aber erneut verpasst. Dabei waren die Panther stark in die Saison gestartet und lagen Ende Oktober sogar auf dem 3. Tabellenplatz.
Bill Peters blieb trotz des elften Platzes Cheftrainer. Über den Sommer wurde allerdings eine schwere Erkrankung bei Peters bekannt, so dass mit dem Ex-Dresdner Coach Gerry Fleming eine Unterstützung verpflichtet wurde. Fleming agiert dabei offiziell als „Associate Coach“ und nicht als „Assistant“.
Sportdirektor Larry Mitchell erklärte nach der Saison, dass der eingeschlagene Neuaufbau fortgesetzt werden und sich die Mannschaft sowohl spielerisch als auch in der Tabelle verbessern solle. Der Kader wurde entsprechend deutlich verändert: Bereits im März vermeldete der Club zwölf Abgänge.
Unter den Neuzugängen finden sich gleich zwei ehemalige Haie. Torhüter Tobias Ancicka wechselte nach drei Jahren in Köln nach Augsburg, Verteidiger Maximilian Glötzl nach insgesamt zehn Spielzeiten für die Haie und Junghaie. Dazu kamen unter anderem Philipp Krauß aus Ingolstadt, Jimmy Lambert aus Wolfsburg, Trevor Parkes aus Dresden sowie die nordamerikanischen Verteidiger Noel Hoefenmayer und Kyle Wood.
Erwartungshaltung
Die Vorbereitung verlief ergebnistechnisch schwierig. Von sieben Testspielen gewann Augsburg zwei: 4:1 in Regensburg sowie 5:4 nach Verlängerung in Villach. Niederlagen gab es unter anderem gegen die Eisbären Berlin (0:7), den SC Bern (1:6) und Frankfurt (2:4).
Der DEL-Start liefert bislang ein anderes Bild. Auf das 1:4 in Nürnberg folgte beim ersten Heimspiel ein deutliches 7:3 gegen Schwenningen. Augsburg führte bereits nach knapp 22 Minuten mit 5:0. Am Donnerstag bewiesen die Panther in Iserlohn Moral und drehten die Partie im Schlussabschnitt. Fünf Punkte aus drei Spielen und ein damit ordentlicher Saisonstart sind die Folge. Auffällig ist dabei die offensive Verteilung. Zehn Augsburger Tore in den ersten drei Spielen verteilen sich auf sieben verschiedene Torschützen.
Was in dieser Saison von den Panthern zu erwarten ist, wird sich wohl erst im Laufe der kommenden Wochen zeigen. Zunächst richtet sich der Blick auf den Klassenerhalt. Gelingt es Augsburg jedoch, sich früh von den Abstiegsrängen abzusetzen, dürfte sich der Fokus schnell in Richtung Playoffs verschieben.
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Kyle Mayhew knüpft an seine starke erste DEL-Saison an. 2025/26 erzielte der US-Amerikaner in 49 Spielen sechs Tore und bereitete 19 weitere vor. Mit durchschnittlich knapp 23 Minuten Eiszeit pro Partie gehörte er zu den meistbeschäftigten Augsburger Spielern. Nach drei Partien der neuen Saison steht Mayhew bereits bei einem Tor und vier Assists und führt damit die interne Scorerwertung an.
Auch Enrico Henriquez ist stark gestartet. In der vergangenen Saison kam der deutsche Stürmer in 51 Spielen lediglich auf zwei Tore und acht Vorlagen. Jetzt stehen nach drei Partien bereits drei Treffer und ein Assist zu Buche. Beim 7:3 gegen Schwenningen traf Henriquez doppelt, beim Comeback in Iserlohn erzielte er fünf Minuten vor Schluss das 2:2.
Nicht zur Verfügung stand Augsburg bislang Neuzugang Cameron Wright. Der Kanadier zog sich Anfang September eine Oberkörperverletzung zu und wurde operiert. Auch Maxi Glötzl kam bisher noch nicht zum Einsatz.
Prognose
Augsburg hat in den vergangenen beiden Spielen gezeigt, wo die Stärken der Mannschaft liegen. Gegen Schwenningen entschieden Einsatz und konsequente Chancenverwertung die Partie früh, in Iserlohn benötigte es Moral, um einen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen.
Für die Haie bleibt die defensive Stabilität das zentrale Thema. Nach acht Gegentoren gegen Wolfsburg folgten drei gegen Frankfurt und fünf in regulärer Spielzeit gegen Berlin. Gegen die Eisbären kamen zusätzlich mehrere Fehler im Spielaufbau hinzu. Augsburg besitzt mit schnellen Spielern – wie Lambert und Busdeker – die Mittel, solche Situationen zu nutzen.
Wie zuletzt wird es darauf ankommen, die Zahl der einfachen Scheibenverluste zu reduzieren und über längere Phasen Kontrolle ins eigene Spiel zu bekommen. Gleichzeitig bietet Augsburg defensiv Möglichkeiten: Die Panther kassierten in ihren ersten drei Partien neun Gegentore. Entscheidend wird sein, ob Köln seine offensiven Phasen konsequenter nutzt und dabei die Balance gegen das Augsburger Umschaltspiel hält.
Die Duelle der vergangenen Saison liefern keinen klaren Favoriten. Augsburg gewann die ersten beiden Begegnungen mit 4:2 und 4:3 nach Penaltyschießen. Köln antwortete im Januar mit einem 3:1 in Augsburg und gewann das letzte Saisonduell zuhause mit 6:2.
Spannend wird auch die Frage ob und wenn ja wie, Ancicka im Tor gegen den Ex-Verein hält und ob Maxi Glötzl zu seinem ersten Pflichtspieltor kommt. So er denn spielt.
Die Partie wird bei MagentaSport als Einzelspiel übertragen. Kommentator ist Daniel Wimmer.
Blick über den Tellerrand
Das Addon Augsburg kann man sich gerne bei MagentaSport Kommentator/Moderator Alex Kunz (Instagram) abholen. Dazu gibt es auch die AEV-Hansons (Instagram).
