12. Spieltag
Am 12. Spieltag steht in der LANXESSarena ein DEL-Klassiker an. Um 19:30 Uhr empfangen die Haie die Adler Mannheim. Die Gäste stehen nach zwölf Spielen mit 23 Punkten auf Rang fünf, Köln folgt mit 19 Punkten auf Platz sieben. Die Partie ist ein Nachholspiel von Sonntag. Beide Teams waren zuletzt am Freitag im Einsatz.
Die Haie gewannen mit 5:3 bei den Straubing Tigers. Mannheim setzte sich im Derby mit 3:0 gegen Frankfurt durch.
Der Sommer in Mannheim
Die Adler beendeten die vergangene Hauptrunde mit 103 Punkten und 182:122 Toren auf Rang zwei. In den Playoffs setzte sich Mannheim zunächst mit 4:1 gegen Bremerhaven durch, gewann anschließend auch das Halbfinale gegen München mit 4:1 und zog ins Finale ein. Dort waren die Eisbären Berlin zu stark: Die Adler verloren die Serie mit 1:4 und beendeten die Saison als Vizemeister.
Der große Umbruch blieb im Sommer aus. Sieben Spieler wurden verabschiedet, darunter Torhüter Johan Mattsson sowie Brendan O’Donnell und William Worge Kreü. Dafür verstärkte Mannheim den bestehenden Kern gezielt. Brooks Macek kehrte nach mehreren Jahren in der KHL nach Deutschland zurück. Vom Meister aus Berlin kam Torhüter Jake Hildebrand. Mit Patrick Brown verpflichteten die Adler einen Center mit 187 NHL- und 611 AHL-Spielen, Jérémie Poirier ergänzte die Defensive.
Erwartungshaltung
Nach Platz zwei und dem Finaleinzug gehört Mannheim auch in dieser Saison zur absoluten Spitzengruppe. Die Vorbereitung verlief mit drei Siegen aus fünf Spielen ordentlich. Dazu kam ein guter Start in die CHL. Der Start in die DEL war anschließend nicht immer konstant, dennoch stehen nach zwölf Partien sieben Siege und 23 Punkte zu Buche. Vier der vergangenen fünf Ligaspiele gewann Mannheim – gegen Nürnberg, Straubing, Augsburg und zuletzt Frankfurt. Lediglich gegen Schwenningen gab es in diesem Zeitraum eine 1:2-Niederlage.
Die Teamstatistiken unterstreichen die Qualität. Mannheim führt die DEL beim Anteil der Schussversuche mit 58,89 Prozent an. Köln folgt mit 55,36 Prozent auf Rang zwei. Auch am Bullypunkt besitzen die Adler mit 54,03 Prozent eine positive Bilanz, die Haie stehen bei 51,75 Prozent.
Auffällig sind die Special Teams. Köln stellt mit 12 Toren aus 32 Überzahlsituationen und 37,50 Prozent weiterhin das beste Powerplay der Liga. Mannheim kommt lediglich auf 7 aus 42 und 16,67 Prozent. Dafür verfügen die Adler über ein starkes Penalty Killing: 36 von 40 Unterzahlsituationen wurden schadlos überstanden – 90,00 Prozent. Köln liegt hier bei 71,43 Prozent.
Auch im Tor ist Mannheim stabil besetzt. Hildebrand kommt nach sieben Einsätzen auf eine Fangquote von 91,36 Prozent und 2,02 Gegentore pro Spiel. Maximilian Franzreb steht nach fünf Spielen bei 91,47 Prozent und 2,17 Gegentoren. Ganz so dominant wie in der vergangenen Saison ist die Defensive jedoch noch nicht.
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Matthias Plachta führt gemeinsam mit Leon Gawanke die interne Scorerwertung an. In elf Spielen sammelte der 35-Jährige drei Tore und acht Vorlagen. Am vergangenen Freitag absolvierte Plachta zudem sein 813. DEL-Spiel für Mannheim und wurde damit zum alleinigen Rekordspieler der Adler. Kein anderer Spieler kommt für den Club auf mehr Spiele, Tore, Vorlagen oder Scorerpunkte.
Leon Gawanke kommt ebenfalls auf elf Scorerpunkte – drei Tore und acht Vorlagen in zwölf Spielen. Mit 50 Torschüssen ist der Nationalverteidiger mit Abstand der schussfreudigste Mannheimer Spieler. Dazu steht er bei einer Plus-Minus-Bilanz von +5 und erhält im Schnitt mehr als 20 Minuten Eiszeit pro Partie.
Noch torgefährlicher ist Nicolas Mattinen. Der Verteidiger führt Mannheim mit fünf Treffern sogar in der internen Torjägerliste an. Vier seiner fünf Tore fielen im Powerplay. Insgesamt steht der Kanadier nach zwölf Spielen bei acht Punkten und ist mit fast 24 Minuten durchschnittlicher Eiszeit einer der meistbeschäftigten Spieler der Liga.
Prognose
Statistisch treffen zwei Mannschaften aufeinander, die viel Spielkontrolle erzeugen. Gerade deshalb dürfte entscheidend sein, welches Team aus seinem Puckbesitz die besseren Abschlüsse entwickelt. Die Haie haben am Freitag in Straubing bewiesen, dass sie effektiv sein können. Dass Straubing im Schlussdrittel 27:4 Schüsse produzierte und Juvonen am Ende 46 Saves benötigte, zeigt aber auch, dass die Haie gegen Mannheim nicht erneut über längere Phasen in die Defensive gedrängt werden sollten.
Besonders interessant wird das Duell der Special Teams. Kölns ligaweit bestes Powerplay trifft auf ein Mannheimer Penalty Killing von 90 Prozent. Das bedeutet Stärke trifft auf Stärke.
Für die Haie wird es darauf ankommen, Mannheims Druck im Spielaufbau sauber zu überspielen und nicht dauerhaft in der eigenen Zone festzusitzen. Die Adler bringen aktuell die besseren Gesamtwerte mit, Köln hat gegen Straubing aber gezeigt, dass die Mannschaft auch gegen ein Topteam effizient und defensiv belastbar auftreten kann.
Die direkten Duelle der Vorsaison waren ausgeglichen. Mannheim gewann das erste Aufeinandertreffen mit 5:2 und das letzte mit 5:1. Köln entschied die beiden Heimspiele mit 3:2 nach Penaltyschießen und 5:4 für sich.
Die Partie wird bei MagentaSport als Einzelspiel übertragen. Kommentator ist Adrian von der Groeben. Durch die Moderation führen Konstantin Klostermann und Rick Goldmann. Wer das Ganze im Audioformat hören möchte, der ist bei der Blindenreportage gut aufgehoben und bekommt das Spiel direkt in die Ohren.
Blick über den Tellerrand
Wer ein bisschen mehr Mannheim haben möchte, ist bei den Kollegen von Eiszeit.fm (Instagram/Blue Sky) gut aufgehoben. Dazu findet man die Puckrockers auf Instagram.
