48. Spieltag
Nach dem 1:0-Erfolg am Sonntag in München kehrt der Süden nun am 48. Spieltag in die LANXESSarena zurück – in Form der Augsburger Panther. Die Haie stehen bereits als Hauptrundensieger fest und haben in der vergangenen Woche einmal mehr unter Beweis gestellt, dass sie weiterhin das stabilste Team der Liga sind. Der knappe, defensiv geprägte Sieg beim EHC RB München folgte auf überzeugende Auftritte zuvor und unterstreicht die gewachsene Reife des Tabellenführers.
Augsburg reist hingegen mit klarer Zielsetzung nach Köln. Nach einem vielversprechenden Start aus der Olympiapause mit zwei Punkten gegen Mannheim folgten zuletzt zwei Dämpfer gegen München (2:4) und Iserlohn (2:4). Die Panther benötigen dringend Punkte, um im Rennen um Platz 10 zu bleiben.
Wo steht der Gegner und was ist noch möglich?
Mit 56 Punkten belegt Augsburg aktuell Rang 11. Der Abstieg ist längst kein Thema mehr, der Fokus richtet sich vollständig auf die 1. Playoff-Runde. Der Rückstand auf Platz 10, derzeit Nürnberg, beträgt sechs Punkte. In den verbleibenden fünf Spielen müssten die Panther rechnerisch im Schnitt 1,2 Punkte pro Partie aufholen, um noch in Schlagdistanz zu kommen.
Chancen boten sich zuletzt durchaus, da auch die Konkurrenz um Platz 10 nicht konstant punktete. Augsburg selbst konnte jedoch kein Kapital daraus schlagen. Auf das überraschende 4:3 nach Verlängerung in Mannheim folgten zwei Niederlagen gegen München und Iserlohn. Das Restprogramm mit Partien gegen Köln, Ingolstadt, Dresden, Schwenningen und Wolfsburg eröffnet rechnerisch Möglichkeiten, realistisch betrachtet werden aber mindestens drei Siege notwendig sein, um überhaupt noch im Rennen zu bleiben. Andernfalls dürfte die Saison auf Platz 11 oder 12 enden.
Ein Blick auf die Zahlen
Tore und Gegentore
Mit 132 erzielten Treffern rangiert Augsburg offensiv auf Platz 10, defensiv stehen 165 Gegentore zu Buche, was Rang 12 bedeutet. Die Tordifferenz von -33 ist der zweitschlechteste Wert der Liga. Besonders die Defensive verhindert regelmäßig, dass ordentliche Offensivphasen in konstante Ergebnisse umgemünzt werden.
Spielverlauf
Über die Drittel hinweg ergibt sich ein differenziertes Bild. Das erste Drittel ist ausgeglichen, sowohl 40 erzielte als auch 40 kassierte Tore stehen zu Buche. Problematisch wird es regelmäßig im zweiten Abschnitt. Mit nur 35 eigenen Treffern und 62 Gegentoren weist Augsburg hier eine Differenz von -27 auf. Das bedeutet die zweitschlechteste Offensive und eine der anfälligsten Defensiven der Liga in diesem Spielabschnitt.
Im Schlussdrittel zeigt sich hingegen ein anderes Gesicht. 51 erzielte Tore sprechen für Moral und offensive Qualität, defensiv bleibt man allerdings anfällig. Augsburg gibt sich selten auf und kann hinten heraus Druck entwickeln, läuft jedoch aufgrund defensiver Schwächen häufig Rückständen hinterher.
Special Teams
Die Special Teams sind statistisch das größte Problemfeld der Panther. Mit 16,08 Prozent stellt Augsburg das zweitschlechteste Powerplay der Liga, lediglich Berlin ist noch weniger effizient. Im Penalty Killing liegt man mit 73,73 Prozent sogar auf dem letzten Platz. Der kumulierte Special-Teams-Wert von 89,81 Prozent ist Ligatiefstwert und deutlich niedriger als etwa der von Absteiger Dresden mit 98,82 Prozent.
Diese Schwäche kostete mehrfach Punkte, zuletzt gegen München, als selbst eine 6-gegen-3-Situation ungenutzt blieb. Anstatt Spiele zu drehen, sorgen Über- und Unterzahl regelmäßig für zusätzliche Belastung.
Scoring
Neun Spieler haben mindestens 20 Punkte gesammelt, fünf davon zweistellig getroffen. Es fehlt weniger an Breite als an klarer individueller Dominanz. Alexander Blank führt die interne Wertung mit 42 Punkten an und befindet sich damit sogar in den Top 10 der Liga. Mit 19 Treffern teilt er sich mit D.J. Busdeker die teaminterne Torjägerkrone.
Alex Grenier kommt auf 34 Punkte in 40 Spielen, konnte aber nur phasenweise an seine starke Vorsaison anknüpfen. Tim Wohlgemuth hingegen hat sich in Augsburg stabilisiert und steht bei 22 Punkten sowie regelmäßiger Eiszeit, auch im Powerplay.
Schuss- und Fangquoten
Augsburg gibt die elftmeisten Schüsse der Liga ab, trifft aber in 10,3 Prozent der Fälle, was Rang 8 bedeutet. Im Tor agieren Michael Garteig und Peyton Jones solide. Die kumulierte Fangquote von 89,5 Prozent bedeutet Platz 7. Besonders Garteig konnte sich mehrfach mit spektakulären Saves auszeichnen – auch gegen die Haie.
Das PDO liegt bei 99,8 und damit nur minimal unter der Marke von 100, was auf ein insgesamt ausgeglichenes Effizienzniveau hindeutet.
Die bisherigen Duelle
Augsburg gehört zu den wenigen Teams, die den Haien in dieser Saison ernsthafte Probleme bereiten konnten. Der erste Kölner Sieg gegen die Panther gelang erst am 39. Spieltag beim 3:1 in Augsburg – es war gleichzeitig der damals zwölfte Erfolg in Serie.
Zuvor gingen die ersten beiden Duelle an die Panther. Am 5. Spieltag verzweifelte Köln trotz klarer Chancenüberlegenheit an Michael Garteig und lud Augsburg durch eigene Fehler ein. Am 20. Spieltag folgte eine 4:3-Niederlage nach Penaltyschießen. In beiden Spielen fehlte dem KEC die Effizienz, während Augsburg seine Möglichkeiten konsequent nutzte.
Prognose
Die Rollenverteilung ist eindeutig. Tabellenführer gegen Rang 11, das beste Powerplay der Liga gegen das schlechteste Penalty Killing. Dennoch sollten die Haie gewarnt sein. Gegen Ingolstadt und München brauchte es neben Struktur auch eine Portion Spielglück. Pfosten- und Lattentreffer der Gegner hätten den Spielverlauf jeweils verändern können. Die bisherigen Duelle mit Augsburg zeigten zudem, dass Kleinigkeiten entscheidend sein können.
Vor erneut ausverkaufter LANXESSarena wollen die Haie ihre Favoritenrolle bestätigen, die drei Punkte sichern und im Anschluss die Hauptrundenmeisterschaft feiern. Alles andere wäre eine deutliche Überraschung.
Die Partie wird bei MagentaSport sowohl als Einzelspiel als auch in der Konferenz übertragen. Kommentator ist Konstantin Klostermann. Durch die Konferenz führen Sascha Bandermann und Christoph Ullmann.
Blick über den Tellerrand
Das Addon Augsburg kann man sich gerne bei MagentaSport Kommentator/Moderator Alex Kunz (Instagram) abholen. Dazu gibt es auch die AEV-Hansons (Instagram).
