2. Spieltag
Zum Abschluss des 2. Spieltags – und des ersten DEL-Wochenendes – wartet auf die Haie das nächste Heimspiel. Am Sonntagabend empfängt der KEC die Löwen Frankfurt in der LANXESSarena. Spielbeginn ist um 19:00 Uhr. Beide Mannschaften gehen dabei mit völlig unterschiedlichen Eindrücken aus dem Saisonauftakt in die Partie.
Die Haie unterlagen am Freitag zuhause den Grizzlys Wolfsburg mit 4:8. Nach einem abwechslungsreichen Spiel, zog Wolfsburg im Schlussdrittel davon. Ein Lichtblick war Kevin Niedenz mit seinen zwei Treffern.
Frankfurt erwischte dagegen einen nahezu perfekten Start. Die Löwen gewannen bei den Schwenninger Wild Wings mit 5:0 und reisen damit nach dem ersten Spieltag sogar als Tabellenführer nach Köln.
Der Sommer in Frankfurt
Hinter den Löwen liegt eine schwierige Saison. Frankfurt beendete die Hauptrunde 2025/26 mit 53 Punkten auf Rang 13 und wies mit 132 erzielten bei 196 kassierten Toren eine deutlich negative Torbilanz auf. Nur Aufsteiger Dresden landete in der Abschlusstabelle noch hinter den Hessen.
Bereits während der Saison hatte der Club reagiert. Nach einem enttäuschenden ersten Saisonviertel wurde Tom Rowe Anfang November freigestellt. Wenige Tage später übernahm Tom Pokel, der zuvor acht Jahre lang Cheftrainer der Straubing Tigers gewesen war. Der US-Amerikaner erhielt direkt einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2026/27 und konnte die Löwen zwar stabilisieren, eine Rückkehr in den Kampf um die Playoffs gelang aber nicht mehr.
Im Sommer folgte ein deutlicher personeller Umbau. Mit Nathan Burns, Dennis Lobach, Ryan McKiernan, Mirko Pantkowski, Carter Proft und Carter Rowney verließen unter anderem mehrere erfahrene Stammkräfte Frankfurt.
Auf der anderen Seite wurde neue Erfahrung verpflichtet. Konrad Abeltshauser kam nach vielen Jahren in München, Björn Krupp wechselte aus Wolfsburg an den Main. Im Tor soll Adam Scheel die neue Nummer eins werden. Dazu kamen mit Austin Wagner, Brandon Biro und Anthony Romano gleich mehrere nordamerikanische Stürmer sowie mit Robin van Calster und Dominik Uher zwei Spieler mit Kölner Vergangenheit.
Erwartungshaltung
Nach Platz 13 in der Vorsaison soll es für Frankfurt wieder nach oben gehen. Eine konkrete Tabellenplatzvorgabe gibt es nicht, der Kaderumbau zeigt aber deutlich, dass mehr Stabilität und Qualität geschaffen werden soll.
Pokel setzt dabei auf einen Mix aus Erfahrung und Geschwindigkeit. Abeltshauser und Krupp sollen der Defensive mehr Ruhe und Physis geben, während Spieler wie Wagner, Biro oder Romano das Tempo im Angriff erhöhen. Der Trainer hatte bereits gegen Ende der vergangenen Saison begonnen, seine Spielidee zu installieren und konnte nun erstmals eine komplette Vorbereitung mit der Mannschaft absolvieren.
Die Ergebnisse der Vorbereitung waren wechselhaft, zum Ende hin zeigte die Tendenz aber nach oben. Zum Auftakt verlor Frankfurt beim Gäubodencup mit 4:6 gegen Wolfsburg, gewann anschließend 3:1 gegen Nürnberg. Es folgte ein 1:5 in Köln, ehe die Löwen mit 4:2 in Augsburg und 5:3 gegen Ingolstadt zwei Siege zum Abschluss feierten.
Vor allem das Spiel in Köln muss man im Kontext sehen. Die Haie schienen deutlich weiter in der Vorbereitung – was auf Grund der CHL-Teilnahme nur logisch erscheint -, zudem fehlten den Löwen in Biro und Scheel zwei wichtige Neuzugänge.
Der erste Spieltag unterstrich nun, dass der neu zusammengestellte Kader schnell funktionieren kann. Besonders auffällig war die defensive Struktur: Frankfurt ließ in Schwenningen keinen Treffer zu, Scheel parierte 28 Schüsse. Zudem konnten die Special Teams überzeugen.
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Eine zentrale Rolle im neuen Frankfurter Angriff ist für Brandon Biro vorgesehen. Der 28-jährige Kanadier wurde als Wunschspieler für die Centerposition verpflichtet. In 186 AHL-Spielen für Rochester kam Biro auf 49 Tore und 98 Vorlagen, zusätzlich absolvierte er sechs NHL-Partien für Buffalo und erzielte dort zwei Tore. In der vergangenen Saison spielte er erstmals außerhalb Nordamerikas und sammelte für Ak Bars Kazan und Spartak Moskau 15 Punkte in 43 KHL-Partien.
Dass Biro direkt Einfluss auf die Frankfurter Offensive nehmen kann, zeigte sich bereits am ersten DEL-Spieltag. Beim 5:0 in Schwenningen bereitete er sowohl Wedmans Powerplay-Tor zum 4:0 als auch Ubas Treffer zum Endstand vor.
Auch Konrad Abeltshauser verdient besondere Aufmerksamkeit. Der 34-jährige Verteidiger kommt nach zehn Jahren beim EHC Red Bull München nach Frankfurt und bringt einen entsprechend großen Erfahrungsschatz mit. Abeltshauser wurde mit München viermal deutscher Meister, 2017 als DEL-Verteidiger des Jahres ausgezeichnet und absolvierte mehr als 20 Länderspiele für Deutschland.
Ein Spieler steht dagegen weiterhin nicht zur Verfügung: Ex-Haie-Stürmer Dominik Uher fällt verletzungsbedingt aus.
Prognose
Die Vorzeichen haben sich durch den ersten Spieltag etwas verändert. Während Köln nach vier Siegen in der CHL erstmals einen deutlichen Rückschlag hinnehmen musste, reist Frankfurt mit einem 5:0-Auswärtssieg und viel Selbstvertrauen an.
Für die Haie dürfte dabei insbesondere die Art der Niederlage gegen Wolfsburg relevant sein. Nach zwei mehr oder weniger ausgeglichenen Dritteln, verlor man im Schlussdrittel innerhalb kürzester Zeit die defensive Ordnung. Drei Wolfsburger Treffer innerhalb von weniger als drei Minuten entschieden die Partie. Genau solche Phasen gilt es gegen Frankfurt zu vermeiden.
Die Löwen haben wiederum schon zum Auftakt gezeigt, dass sie nicht ausschließlich aus kontrolliertem Offensivspiel gefährlich werden. Zwei Unterzahltore gegen Schwenningen unterstreichen, dass Frankfurt Fehler und offene Räume konsequent über schnelle Konter bestrafen kann. Gleichzeitig überzeugte die neu formierte Defensive vor Scheel bereits deutlich stärker, als es die Zahlen der vergangenen Saison vermuten lassen.
Für die Haie wird deshalb vor allem wichtig sein, wieder mehr defensive Kontrolle zu finden und Frankfurt möglichst wenig Möglichkeiten aus dem Umschaltspiel zu geben. Gleichzeitig sollte der KEC den Gegner früh unter Druck setzen und Scheel beschäftigen. Nach dessen Shutout zum Auftakt dürfte es auch darum gehen, dem neuen Frankfurter Torhüter früh Sicht und Ruhe zu nehmen.
Die Partie wird bei MagentaSport übertragen, Kommentator ist Mirko Heintz. Zudem gibt es die Partie natürlich auch bei der Blindenreportage im Audiostream. Heute übrigens mit Tube als zweitem Mann am Mikro. Da kommen alte Haimspiel.de Liveradio Feelings auf.
Blick über den Tellerrand
Die Extraportion Frankfurt gibt es bei den Bembelbros (Podcast und Homepage). Auch die ‚Dump & Chase‘ (Homepage) hat Ihre Wurzeln in der Mainmetropole.
