Haie zeigen Reaktion
Die Haie holen mit 4:3 OT gegen Frankfurt die ersten Punkte der neuen DEL-Saison. Nach einer starken Reaktion auf das 4:8 gegen Wolfsburg führen die Haie zwischenzeitlich mit zwei Toren, verpassen es aber mehrfach, die Partie endgültig zu entscheiden. 11,9 Sekunden vor Schluss gleicht Frankfurt aus, ehe Valtteri Kemiläinen in der Overtime zumindest den Zusatzpunkt in Köln behält.
Vor dem Spiel
Nach dem misslungenen DEL-Auftakt gegen Wolfsburg war die Aufgabe für die Haie klar: eine Reaktion zeigen. Frankfurt reiste mit einem 5:0 in Schwenningen und damit als erster Tabellenführer der jungen Saison nach Köln.
Thomas Berglund nahm eine Änderung im Line-up vor. Tim Fleischer rückte für Frederik Storm in die Mannschaft, ansonsten blieb alles gleich.
1. Drittel
Einstand nach Maß. Der erste Kölner Schuss landete direkt im Tor. Austin zog von der blauen Linie ab, Ljungh hielt die Kelle rein und fälschte unhaltbar zum 1:0 ab (2.). Fleischer sammelte bei seinem ersten DEL-Shift als Hai direkt seinen ersten Assist.
Und Köln machte weiter. MacInnis profitierte unmittelbar danach von einem Scheibengewinn im Forecheck und kam im Zwei-gegen-Eins zur nächsten guten Gelegenheit (3.). Frankfurt benötigte dagegen bis zur vierten Minute, um erstmals gefährlich vor Janne Juvonen aufzutauchen.
Es war ein ganz anderer Auftritt als noch am Freitag. Schnell, hart und vor allem geradlinig. Das aggressive Forechecking bereitete den Löwen immer wieder Probleme beim Spielaufbau. Vittasmäki hatte aus dem Slot die nächste Gelegenheit (7.), bevor Frankfurt durch einen starken Pass von Pfaffengut einmal durch die Kölner Struktur kam. Juvonen war zur Stelle (8.).
Danach wurde die Partie umkämpfter. Beide Mannschaften arbeiteten intensiv, ohne zunächst zu den ganz großen Chancen zu kommen. MacInnis und Aubry kombinierten sich in die Frankfurter Zone, brachten die Scheibe aber nicht aufs Tor. Wenig später arbeitete Köln wieder gut tief in der gegnerischen Zone und Fleischer bekam einen Rebound im Slot nicht an Scheel vorbei.
Kurz vor der Pause belohnten sich die Haie doch noch ein zweites Mal. Scheibengewinn in der neutralen Zone, schnelles Umschalten und Kammerer setzte Fischbuch ein. Der musste die Scheibe nur noch über den Schoner unter die Latte setzen – 2:0 (19.).
2. Drittel
Frankfurt kam etwas aktiver aus der Kabine und hatte direkt aus dem Slot eine gute Möglichkeit, aber Juvonen blieb sicher (21.).
Danach verlor die Partie etwas von ihrem Tempo. Beide Teams neutralisierten sich über längere Phasen. Russell hatte die erste wirklich gute Kölner Gelegenheit des Drittels (25.), ehe Frankfurt einen Kölner Fehler konsequent bestrafte.
Die Haie verloren an der offensiven blauen Linie die Scheibe, Frankfurt hatte Raum für den Drei-gegen-Zwei-Konter und Uba verkürzte auf 2:1 (28.).
Die Antwort? Sofort.
Keine 20 Sekunden später eroberte Köln die Scheibe tief im Frankfurter Drittel zurück. Niedenz zog hinter das Tor und legte mustergültig auf Ljungh zurück. Der Center traf zum zweiten Mal an diesem Abend – 3:1 (28.).
Damit war der alte Abstand direkt wiederhergestellt. Genau die Reaktion, die man nach dem Gegentreffer sehen wollte. Köln bekam anschließend das erste Powerplay des Abends, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Trotzdem bemühten sich die Haie nach dem 3:1 wieder stärker darum, die Partie zu kontrollieren.
Kurz vor der Pause lag die Vorentscheidung in der Luft. Noebels und MacLeod liefen im Zwei-gegen-Eins auf Scheel zu, doch der Frankfurter Schlussmann verhinderte die Vorentscheidung (39.). So blieb es beim 3:1.
3. Drittel
Frankfurt bekam früh die Gelegenheit, noch einmal richtig in die Partie zurückzukommen. Ljungh musste auf die Strafbank, doch die Haie überstanden die Unterzahl. Juvonen rettete dabei stark gegen Wagner (45.).
Köln versuchte anschließend zunehmend, die Partie zu verwalten. Das funktionierte zunächst. Frankfurt kam zu wenigen zwingenden Chancen, gleichzeitig schafften es die Haie aber auch nicht, selbst für die vorzeitige Entscheidung zu sorgen.
Nach der nächsten Kölner Strafe nutzten die Löwen ihr zweites Powerplay. Romano wurde aus der Hintertorposition bedient und traf zum 3:2 (50.) Plötzlich mussten die Haie wieder aktiver werden und bekamen auch mehr Kontrolle über die Partie. MacLeod und Noebels hatten Möglichkeiten, den Deckel draufzumachen, jedoch ohne Erfolg. Frankfurt nahm Scheel vom Eis und warf noch einmal alles nach vorne, doch trotz ein einiger Scheibengewinne in der neutralen Zone, schafften es die Haie nicht den Puck aufs leere Tor zu bringen. Und dann kam die Quittung.
11,9 Sekunden vor Schluss fand Frankfurt noch einmal eine Lücke. Uba traf mit einem zusätzlichen Feldspieler auf dem Eis aus der Drehung zum 3:3 (60.).
Overtime
Köln hatte in der Verlängerung mehr von der Scheibe und hielt Frankfurt über weite Strecken in der eigenen Zone. MacLeod prüfte Scheel früh, auf der anderen Seite arbeitete Ljungh stark nach hinten und verhinderte eine gefährliche Situation. Letztlich erlöste Kemiläinen die Arena, indem er auf der rechten Seite eingesetzt wurde und Scheel zum 4:3 überwand (63.). Der Zusatzpunkt blieb in Köln.
Fazit
Die Reaktion auf Freitag war da. Und sie war vor allem im ersten Drittel deutlich zu sehen.
Köln spielte geradliniger, aggressiver und brachte deutlich mehr Struktur in das eigene Spiel. Das Forechecking funktionierte, Frankfurt wurde früh unter Druck gesetzt und die Haie belohnten sich mit einer verdienten 2:0-Führung. Auch auf den ersten Anschlusstreffer hatten sie die perfekte Antwort. Danach wurde die Partie allerdings unnötig spannend.
Die Haie hatten mehrfach die Möglichkeit, das vierte Tor nachzulegen. Das kann funktionieren. Bei einer Zwei-Tore-Führung ist es auch nicht grundsätzlich falsch. Wenn das vierte Tor aber ausbleibt, hält man den Gegner im Spiel. Frankfurt nutzte genau das, kam durch das Powerplay zurück und belohnte sich 11,9 Sekunden vor Schluss für eine Partie, die die Löwen nie aufgegeben hatten.
Unterm Strich stehen zwei wichtige Punkte und die gewünschte Reaktion nach dem Wolfsburg-Spiel. Gleichzeitig wäre an diesem Abend mehr drin gewesen. Ein 3:1 nach 40 Minuten muss man in dieser Form eigentlich über die Zeit bringen.
Der Fehlstart in die DEL ist damit zumindest abgewendet. Mit dem amtierenden Meister aus Berlin kommt am Freitag allerdings der erste richtig große Gradmesser der noch jungen Saison nach Köln.
Stimmen zum Spiel
Die Pressekonferenz mit Tom Pokel und Thomas Berglund sowie Interviews mit Daniel Fischbuch und Tim Fleischer
Hard Facts
Kölner Haie – Löwen Frankfurt 4:3 OT (2:0, 1:1, 0:2, 1:0)
Schüsse: 33 – 23
Strafminuten: 4 – 2
Bullies: 33 – 14
Kölner Haie
Juvonen – Brückmann
Vittasmäki – Kemiläinen, Austin – Press, Müller – Sennhenn, Händel
Noebels – MacLeod – Russell, Fleischer – Ljungh – Niedenz, Kammerer – Tyrväinen – Fischbuch, MacInnis – Aubry – M. Münzenberger
Löwen Frnakfurt
Scheel – Brenner – Pertuch
Abeltshauser – Krupp, Matushkin – Wirt, Fröberg – Joyaux, F. Kose
Schweiger – Biro – Romano, Leden – Wedman – Uba, Wagner – Pfaffengut – T. Kose, van Calster – Dunham – Brace
Zuschauer: 16.217
Foto: Haiepictures
