8. Spieltag
Am 8. Spieltag – zum Abschluss der Heimspielwoche – empfangen die Haie am Sonntag die Nürnberg Ice Tigers. Spielbeginn in der LANXESSarena ist um 16:30 Uhr. Köln geht nach dem enttäuschenden 1:4 gegen Schwenningen in die Partie, Nürnberg verlor am Freitag gegen Mannheim mit 2:5.
Trotz der Niederlage steht Nürnberg nach acht Spielen mit 16 Punkten auf Rang zwei. Köln liegt mit neun Punkten aus sieben Partien auf Platz neun.
Der Sommer in Nürnberg
Die Ice Tigers beendeten die vergangene Hauptrunde mit 68 Punkten und 162:178 Toren auf Rang zehn. In der ersten Playoff-Runde traf Nürnberg auf Bremerhaven und schied nach zwei Spielen aus. Auf ein 0:3 auswärts folgte zuhause eine 2:3-Niederlage. Nach der positiven Vorsaison eine leichte Enttäuschung.
Mitch O’Keefe blieb Cheftrainer. Sein Vertrag war bereits während der Saison bis 2028 verlängert worden. Im Kader gab es mehrere Veränderungen. Evan Fitzpatrick, Sinan Akdag, Justus Böttner, Cole Maier, Eugen Alanov, Roman Kechter und Charlie Gerard standen bereits im März als Abgänge fest.
Zu den Neuzugängen gehören Torhüter Luis Janett sowie Noah Samanski, Austin Magera, William Dufour, Ryan Jones und Jackson Cates. Magera und Dufour spielten in der Vorsaison gemeinsam für die Fort Wayne Komets in der ECHL, Cates bringt 269 AHL- und 20 NHL-Spiele mit.
Erwartungshaltung
Die Vorbereitung ließ den starken Saisonstart kaum erwarten. Nürnberg verlor alle sieben Testspiele. Darunter waren ein 2:3 gegen Straubing, ein 1:3 gegen Frankfurt, ein 1:5 gegen Ingolstadt sowie zum Abschluss Niederlagen gegen Iserlohn und Wolfsburg.
Mit Beginn der DEL änderte sich das Bild. Nürnberg gewann die ersten vier Partien gegen Augsburg, Ingolstadt, Mannheim und Frankfurt. Nach der Niederlage im Penaltyschießen gegen Straubing folgte ein 5:0 gegen Schwenningen. Zuletzt verlor das Team in Berlin und gegen Mannheim. Nach acht Spielen stehen trotzdem 16 Punkte und 27:19 Tore zu Buche.
Die erweiterten Statistiken zeigen dabei einen interessanten Kontrast. Nur 44,46 Prozent der Schussversuche entfallen auf Nürnberg, damit liegt das Team in dieser Kategorie nur auf Rang elf. Auch die Bullyquote ist mit 45,87 Prozent negativ. Deutlich besser funktionieren die Special Teams: Sieben Tore aus 23 Überzahlsituationen ergeben eine Quote von 30,43 Prozent. In Unterzahl überstand Nürnberg 23 von 26 Situationen – 88,46 Prozent.
Hinzu kommt Niklas Treutle. Der Nürnberger Torhüter steht nach acht Einsätzen bei einer Fangquote von 93,04 Prozent und einem Gegentorschnitt von 1,99.
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Austin Magera ist der auffälligste Nürnberger Neuzugang. Der 28-jährige Center führt die Ice Tigers nach acht Spielen mit sechs Toren und drei Vorlagen an. Schon in Nordamerika hatte er seine offensive Qualität gezeigt: Für Fort Wayne erzielte Magera in der vergangenen ECHL-Hauptrunde 32 Tore und sammelte 65 Punkte in 71 Spielen. In den Playoffs folgten weitere 22 Punkte in 17 Partien.
Samuel Dove-McFalls bleibt ebenfalls eine zentrale Figur. Der deutsche Nationalspieler war 2025/26 mit 23 Toren und 20 Vorlagen in 50 Spielen einer der auffälligsten Stürmer. In dieser Saison kommt er nach acht Partien auf drei Treffer und vier Assists.
Der wichtigste Nürnberger Offensivspieler ist und bleibt jedoch Evan Barratt. Der US-Amerikaner sammelte in 51 Hauptrundenspielen 16 Tore und 49 Vorlagen und kam damit auf 65 Punkte letzte Saison – Ligabestwert.
Prognose
Für Köln reicht es am Sonntag nicht, nur auf eine Reaktion zu hoffen. Die Haie haben in sieben DEL-Spielen bereits 32 Gegentore kassiert – gemeinsam mit Iserlohn der höchste Wert der Liga. Gleichzeitig stehen trotz eines Schussanteils von 56,68 Prozent, dem zweitbesten Wert der DEL, lediglich neun Punkte zu Buche. Die Spielanteile schlagen sich bislang zu selten in Ergebnissen nieder.
Das Spiel gegen Schwenningen war dafür ein gutes Beispiel. Gegen einen Gegner aus dem Tabellenkeller fand Köln im ersten Drittel kaum Zugriff und kam über 60 Minuten nur zu einem Treffer. Dass zwei der vier Gegentore erst ins leere Tor fielen, ändert wenig daran, dass der KEC zu selten gefährlich wurde und nach dem 1:2 keine Antwort mehr fand.
Nürnberg stellt dabei eine andere Aufgabe. Die Ice Tigers dominieren die Spiele statistisch nicht über den Puckbesitz oder die Schussversuche, stehen aber defensiv stabil und verfügen mit Treutle über einen bislang starken Rückhalt. Dazu funktionieren sowohl Powerplay als auch Penalty Killing. Kölns Überzahl ist mit 38,89 Prozent zwar weiterhin die beste der Liga, trifft nun aber auf ein Nürnberger Penalty Killing von 88,46 Prozent.
Die Haie müssen deshalb vor allem konstanter spielen, die Fehlerzahl reduzieren, früher Druck entwickeln und ihre offensiven Spielanteile konsequenter in gefährliche Abschlüsse umsetzen.
Die Vorsaison spricht klar für Köln: Alle vier direkten Duelle gingen an die Haie – zweimal mit 4:2 sowie mit 7:4 und 5:2. Auf diese Bilanz sollte sich der KEC angesichts der aktuellen Formkurven allerdings nicht verlassen.
Die Partie wird bei MagentaSport als Einzelspiel übertragen. Kommentator ist Max Giesen. Wer das ganze im Audioformat hören möchte, der ist bei der Blindenreportage gut aufgehoben und bekommt das Spiel direkt in die Ohren.
Blick über den Tellerrand
Die Extraportion Nürnberg gibt es sowohl bei Max der beim Eisblog über Nürnberg berichtet (Instagram Max/Instagram Eisblog/Homepage Eisblog) oder aber auch bei Bissl Hockey (Bluesky/Instagram) ab und an noch mit Sebastian Böhm (Bluesky).
