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Freitags-Fluch hält an

Die Haie unterlagen im Match gegen Schlusslicht Schwenningen mit 1:4 und verloren damit auch das vierte Freitagsspiel in der LANXESSarena. Freitags-Fluch. Die Heimstärke, die man unter Kari Jalonen noch hatte, ist völlig verschwunden. Weit mehr als das Ergebnis bereitete dabei aber die Art und Weise einige Sorgen. Der KEC wirkte über weite Strecken fahrig und agierte besonders im Schlussabschnitt saft- und kraftlos.

Vor dem Spiel

Coach Thomas Berglund musste improvisieren, weil sich Torhüter Janne Juvonen am Spieltag krank passen musste. Da Felix Brückmann noch verletzt war, musste Aaron Kaiser als Back-up für Nico Wiens agieren. Derweil rotierte Ryan MacInnis aus der Mannschaft, Frederik Storm übernahm die Center-Position in Reihe 4. Außerdem spielten die Kölner wieder mit sieben Defendern.

1. Drittel

Die Tatsache, dass Schwenningen Tabellenletzter war, merkte man der Anfangsphase (leider) überhaupt nicht an. Die Wild Wings agiler und mit einigen Druckphasen im Haie-Drittel. Von den Kölnern kam dagegen wenig bis gar nichts, einzig ein Schuss von Maxi Kammerer an die Außenumrandung des Tores blieb als Möglichkeit in Erinnerung. So gingen die Gäste folgerichtig in Front, als Curtis Valk nach ungestörter Kombination abzog und die Scheibe – eventuell noch leicht abgefälscht – an Wiens vorbeirauschte. In der Folge versäumten die Schwarzwälder es, die Führung in zwei Powerplays auszubauen, sodass es mit einem für Köln fast schmeichelhaften 0:1 in die Pause ging.

2. Drittel

Der KEC kam besser aus der Kabine und hatte durch Gregor MacLeod die frühe Chance zum Ausgleich, doch der Puck wollte nicht in den Kasten. Wenig später machte es der Spielmacher besser: Nach schöner Vorarbeit von Patrick Russell und Marcel Noebels traf der Kanadier mit der Backhand, obwohl er dabei mit dem Rücken zum Tor stand, sehenswert zum 1:1. Markus Ljungh hatte danach die größte Chance, die Haie in Front zu bringen, aber ihm versagten freistehend vor dem Kasten die Nerven. Schwenningen im zweiten Drittel blass, die Hoffnung im Rund auf einen Heimsieg vor dem Schlussabschnitt entsprechend groß.

3. Drittel

Man weiß nicht, was in der zweiten Pause in der Haie-Kabine gesagt wurde, aber offenbar waren es wohl die falschen Worte. Denn der KEC war plötzlich wieder unerklärlich lethargisch, haarsträubende Fehlpässe in der Defensive wechselten sich mit Puckverlusten im Offensivdrittel ab. Selbst das dritte Überzahlspiel des Abends half den Haien nicht, zurück in die Spur zu kommen. In der 51. Minute dann die spielentscheidende Szene: Moritz Müller rutschte in der Rückwärtsbewegung aus und ermöglichte den Wild Wings eine 2-auf-1-Situation. Ex-Hai Hakon Hänelt bediente Mirko Höfflin, der dankend zur Führung einschob. Wiens war auch hier machtlos. Der Rest ist schnell erzählt: Von den Haien kaum noch etwas zu sehen und wenig später trafen die Gäste zwei Mal relativ unbedrängt ins verwaiste Gehäuse – erneut Valk und Alex Karachun durften dabei jubeln. Bei Spielende hallten deutlich hörbare Pfiffe durch die Arena und quittierten den teilweise gruseligen Haie-Auftritt.

Fazit

Das Tabellenschlusslicht gewann völlig verdient in Köln und man muss sich die Frage stellen, warum die Haie ihre Qualität gerade in Heimspielen einfach nicht auf das Eis bringen. Das Schlimmste an diesem Abend war jedoch die Tatsache, dass man den Eindruck hatte, die Haie wären nur das zweitmotivierteste Team auf dem Eis. Nico Wiens konnte einem in seinem DEL-Debüt leid tun. Spitzenteam Nürnberg kommt nun am Sonntag wahrscheinlich gerade recht, schließlich gehen die Haie nicht mit dem Druck des Favoriten in diese Partie. Was sich bis Sonntagnachmittag ändern muss? Nahezu alles, vom Zweikampfverhalten bis hin zur Einstellung. Aber der Sport schreibt auch die unwahrscheinlichsten Geschichten – und vielleicht zeigen die Haie gegen die Franken ja ein völlig anderes Gesicht. Der Freitags-Fluch kann sonntags immerhin nicht greifen.

Stimmen zum Spiel

Die Pressekonferenz mit Steve Walker und Henrik Stridh sowie das Interview mit Juhani Tyrväinen.

Hard Facts

Kölner Haie – Schwenninger Wild Wings 1:4 (0:1, 1:0, 0:3)

Schüsse: 35 – 30

Strafminuten: 6 – 6

Bullies: 26 – 28

Kölner Haie

Wiens – Kaiser
Vittasmäki – Kemiläinen, Sennhenn – Press, Austin – Müller, Händel
Noebels – MacInnis – Russell, Aubry – Ljungh – Fischbuch, Kammerer – Tyrväinen – Fleischer, Niedenz – Storm – M. Münzenberger

Schwenninger Wild Wings

Eriksson – Wolf
Schemitsch – Martinsson, Bittner – Peters, Wilde – Weber, Hübner
Lebster – Platzer- Karachun, Uvira – Cornel – Schreiner, Feist – Höfflin – Hänelt, Ortega – Valk – Bassen

Zuschauer: 16.734

Foto: Haiepictures

 

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