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Sieg nach Blitzstart

Blitzstart! Zwei Tore in der ersten Minute, eine klare Führung nach zwei Dritteln und trotzdem musste am Ende noch gezittert werden. Die Haie schlagen die Nürnberg Ice Tigers mit 4:2 und holen ihren ersten Drei-Punkte-Heimsieg der DEL-Saison.

Vor dem Spiel

Janne Juvonen kehrte nach überstandener Krankheit wieder ins Tor zurück. Dazu ersetzte Ryan MacInnis Tim Fleischer und rückte in die zweite Formation.

1. Drittel

Wer noch seinen Platz suchte, hatte womöglich schon beide Tore verpasst. Nach einem ersten Abschluss gewannen die Haie das nächste Bully im Nürnberger Drittel. Kemiläinen bekam die Scheibe, ließ Barratt aussteigen und traf nach elf Sekunden zur Führung. Noch in derselben Spielminute legten die Haie nach: Ljungh bediente Aubry auf der linken Seite, der die Scheibe über Treutles Schulter ins Tor beförderte. Mitch O’Keefe nahm seine Auszeit. Viel schlechter hätte der Nachmittag für die Gäste kaum beginnen können.

Die Haie blieben am Drücker. Sie spielten schnell nach vorne, suchten den direkten Weg zum Tor und beschäftigten die Nürnberger Defensive auch nach dem Doppelschlag. Fischbuch und Niedenz hatten weitere Möglichkeiten, doch Treutle verhinderte einen höheren Rückstand. Auch in Unterzahl nach einer Strafe gegen Russell hielten die Haie ihre Führung. Zum Drittelende bot sich im eigenen Powerplay die nächste Gelegenheit, nachzulegen. Kammerer scheiterte jedoch mehrmals an Treutle. Mit 15:3 Torschüssen und einer 2:0-Führung ging es in die Pause. Ein Auftaktdrittel, an dem aus Kölner Sicht wenig auszusetzen war.

2. Drittel

Auch nach der Pause brauchten die Haie nicht lange. Sennhenn brachte die Scheibe in den Slot, Aubry hielt den Schläger hinein und erzielte seinen zweiten Treffer des Nachmittags (22.). Nürnberg fand weiterhin kaum Wege, die Kölner Defensive ernsthaft unter Druck zu setzen. Eine der wenigen gefährlichen Aktionen hatte Dove-McFalls, dessen Abschluss aus der Drehung Juvonen abwehrte.

Die ganz große Chancenflut blieb im weiteren Verlauf aus, die Kontrolle aber bei den Haien. Nürnberg verteidigte stabiler, konnte sich offensiv jedoch weiterhin zu selten durchsetzen. Nach 40 Minuten standen ein 3:0 und 27:5 Torschüsse für Köln. Die Partie schien auf einem guten Weg zu einem entspannten Ende. Das Problem: Entschieden war sie noch nicht.

3. Drittel

Diesmal erwischten die Gäste den besseren Start. Weber traf zum 3:1 (42.) und gab Nürnberg damit wieder einen Ansatzpunkt. Die Haie blieben zwar selbst gefährlich, ließen die Gelegenheit zur Vorentscheidung aber liegen. Besonders bitter war die Chance von Noebels: Russell setzte ihn gut von links in Szene, Treutle war schon geschlagen, doch Kölns bester Torschütze traf nur den Pfosten.

Statt des vierten Kölner Treffers fiel der zweite für Nürnberg. Dove-McFalls zog vors Tor, brachte die Scheibe zwischen Juvonens Schoner und profitierte davon, dass der Haie-Goalie sie mit seiner anschließenden Bewegung selbst über die Linie beförderte (53.). Ein unglückliches Gegentor, das aus einer lange klaren Angelegenheit endgültig wieder ein enges Spiel machte.

Auch das anschließende Kölner Powerplay brachte keine Entscheidung. So blieb Nürnberg bis in die letzte Minute im Spiel und kam noch einmal gefährlich zum Abschluss. Diesmal war Juvonen mit dem Schoner zur Stelle. Den Schlusspunkt setzte schließlich Russell, der nach Noebels’ Zuspiel unmittelbar vor der Sirene ins leere Tor traf. Erst jetzt war der erste Heim-Dreier sicher.

Fazit

Die Haie machten es spannender als nötig. Über weite Strecken bestimmten sie die Partie, hielten Nürnberg vom eigenen Tor fern und erspielten sich genügend Möglichkeiten für eine frühere Entscheidung. Genau die verpassten sie. So reichten den Gästen zwei Treffer, um die Überlegenheit des KEC beinahe noch zu entwerten.

Trotzdem überwiegt das Positive: Der Blitzstart, der schnelle, zielstrebige Beginn und die Kontrolle in den ersten beiden Dritteln waren eine überzeugende Antwort. Dass Juvonen nach seinem unglücklichen Gegentor in der Schlussphase den wichtigen Save machte, gehörte ebenso zu diesem Sieg. Ein verdienter Dreier – mit einer Schlussphase, die sich die Haie hätten ersparen können.

Stimmen zum Spiel

Die Pressekonferenz mit Mitch O’Keefe und Thomas Berglund, sowie Interviews mit Louis-Marc Aubry und Jan Luca Sennhenn.

Hard Facts

Kölner Haie – Nürnberg Ice Tigers 4:2 (2:0, 1:0, 1:2)

Schüsse: 37 – 13

Strafminuten: 4 – 6

Bullies: 32 –21

 Kölner Haie

Juvonen – Wiens
Vittasmäki – Kemiläinen; Sennhenn – Press; Müller – Austin; Händel
Noebels – MacLeod – Russell; MacInnis – Ljungh – Aubry; Kammerer – Tyrväinen – Fischbuch; M. Münzenberger – Storm – Niedenz

Nürnberg Ice Tigers

Treutle – Janett
Braun – Headrick; Weber – Jones; Merkl – Karrer
Dufour – Dove-McFalls – Barratt; Spezia – Magera – Meireles; Heigl – Cates – Samanski; Bakos – Heigl – Eham

Zuschauer: 17.530

Foto: Haiepictures