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10. Spieltag

Am 10. Spieltag, nur zwei Tage nach der 2:4-Niederlage in Iserlohn, geht es für die Haie am Sonntag weiter. Um 16:30 Uhr empfängt der KEC die Fischtown Pinguins Bremerhaven in der LANXESSarena. Die Pinguins gewannen Freitag zuhause mit 2:1 gegen Nürnberg. Beide Mannschaften stehen nach neun Spielen bei zwölf Punkten: Köln belegt Rang neun, Bremerhaven folgt direkt dahinter auf Platz zehn.

Der Sommer in Bremerhaven

Bremerhaven beendete die vergangene Hauptrunde mit 83 Punkten und 162:154 Toren auf Rang sieben. In der ersten Playoff-Runde setzten sich die Pinguins mit 4:0 und 3:2 gegen Nürnberg durch. Im Viertelfinale gegen Mannheim war anschließend nach fünf Spielen Schluss.

Der Sommer brachte einen deutlichen Einschnitt in die über Jahre eingespielte Offensive. Mit Jan Urbas, Žiga Jeglič und Ross Mauermann verließen drei langjährige Leistungsträger den Club. Urbas kam in 446 Spielen auf 401 Punkte für Bremerhaven, Mauermann absolvierte 464 Partien und Jeglič 329. Cheftrainer Alexander Sulzer und sein Trainerteam blieben dagegen vollständig im Amt.

Neu dabei ist unter anderem Parker Tuomie, der nach zwei Jahren bei den Haien nach Bremerhaven wechselte. Roman Kechter kam aus Nürnberg, Alex Broadhurst ergänzt den Angriff. C.J. Smith, der erst im Februar nach Bremerhaven gewechselt war und in sieben Hauptrunden- sowie sieben Playoff-Spielen 16 Punkte gesammelt hatte, wurde gehalten.

Erwartungshaltung

In Bremerhaven möchte man um die Top-6 mitspielen. Der Saisonstart verlief zunächst ordentlich. Bremerhaven gewann die ersten beiden DEL-Spiele gegen Krefeld und Iserlohn, danach folgten drei Niederlagen. Nach einem zwischenzeitlichen 2:1 gegen Frankfurt verloren die Pinguins zuletzt jeweils in Augsburg und gegen Berlin. Das 2:1 gegen Nürnberg am Freitag brachte den vierten Sieg der Saison. Nach neun Partien stehen 15 erzielte bei 21 kassierten Toren zu Buche.

Statistisch bewegt sich Bremerhaven bei fünf gegen fünf im Mittelfeld. 365 eigenen Schussversuchen stehen 378 des Gegners gegenüber, daraus ergibt sich ein Anteil von 49,13 Prozent. Am Bullypunkt liegen die Pinguins mit 51,82 Prozent knapp im positiven Bereich.

Probleme gibt es vor allem offensiv und im Powerplay. Bremerhaven hat bislang nur 15 Tore erzielt – der niedrigste Wert der Liga. Aus 30 Überzahlsituationen gelangen lediglich zwei Treffer, die Quote von 6,67 Prozent ist ebenfalls Liga-Schlusslicht. Das Penalty Killing funktioniert mit 81,48 Prozent deutlich besser.

Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten

Bremerhaven reist mit einer langen Verletztenliste nach Köln. Nico Krämmer und Maxim Rausch fallen nach schweren Knieverletzungen für den Rest der Saison aus. Bei Bennet Roßmy geht der Club nach einem Rückschlag in der Rehabilitation ebenfalls davon aus, dass er aller Voraussicht nach in dieser Saison nicht mehr spielen wird. Lenny Boos und Roman Kechter mussten operiert werden und fallen längerfristig aus, Alex Broadhurst und Rayan Bettahar fehlen voraussichtlich mehrere Wochen. Zuletzt verletzte sich auch noch Nino Kinder. Um die Ausfälle aufzufangen, verpflichteten die Pinguins zuletzt Keean Washkurak und Eugen Alanov.

Akito Hirose führt Bremerhavens interne Scorerwertung an. Der offensivstarke Verteidiger kommt nach neun Spielen auf zwei Tore und drei Vorlagen. Bereits in seiner ersten DEL-Saison 2025/26 hatte Hirose in 40 Hauptrundenspielen vier Tore und 26 Assists gesammelt. Auch beim 2:1 gegen Nürnberg bereitete er Bruggissers Führungstreffer vor.

Phillip Bruggisser bleibt eine der wichtigsten Waffen aus der Defensive. Der Däne führt die Pinguins mit drei Toren an und erzielte am Freitag gegen Nürnberg das 1:0. Gemeinsam mit Hirose übernimmt er viel Verantwortung im Aufbau und an der offensiven blauen Linie.

Im Tor ist Kristers Gudlevskis bislang der stabilste Faktor. Der Lette kommt nach acht Einsätzen auf eine Fangquote von 93,85 Prozent und einen Gegentorschnitt von 1,89. Gerade angesichts der dünnen Personaldecke ist seine bisherige Leistung ein wichtiger Grund dafür, dass Bremerhaven trotz nur 15 eigener Treffer zwölf Punkte gesammelt hat.

Prognose

Die Ausgangslage spricht auf dem Papier für die Haie. Die jüngsten Kölner Auftritte mahnen jedoch zur Vorsicht. Gegen vermeintlich schwächere Gegner wie Schwenningen und Iserlohn geriet der KEC jeweils früh ins Hintertreffen. Am Freitag produzierten die Haie zwar deutlich mehr Abschlüsse als Iserlohn, mussten aber erneut vier Gegentore hinnehmen. Spielkontrolle allein reicht aktuell nicht zuverlässig für Punkte.

Bremerhaven dürfte angesichts der Ausfälle kaum Interesse an einem offenen Schlagabtausch haben. Der Sieg gegen Nürnberg kam über Gudlevskis, konsequente Defensivarbeit und zwei Tore bei fünf gegen fünf zustande. Für die Haie wird deshalb wichtig sein, früh Druck aufzubauen und nicht erneut einem Rückstand hinterherzulaufen.

Die Vorsaison spricht klar für den KEC. Köln gewann alle vier Hauptrundenspiele gegen Bremerhaven: 4:1 und 3:0 zuhause sowie 5:2 und 4:2 an der Nordsee. Beim letzten Duell parierte Janne Juvonen allerdings 43 von 45 Bremerhavener Torschüssen – das Ergebnis war deutlicher als der Spielverlauf.

Die personellen Vorteile liegen am Sonntag eindeutig bei Köln. Um daraus drei Punkte zu machen, müssen die Haie aber effizienter und defensiv konsequenter auftreten als zuletzt in Iserlohn.

Die Partie wird bei MagentaSport als Einzelspiel übertragen. Kommentator ist Konstantin Klostermann. Wer das Ganze im Audioformat hören möchte, der ist bei der Blindenreportage gut aufgehoben und bekommt das Spiel direkt in die Ohren.

Blick über den Tellerrand

Die Extraportion Bremerhaven bekommt Ihr über den Pinguins Podcast (Instagram) und bei Seatown Hockey (Instagram/Twitter).