9. Spieltag
Am 9. Spieltag steht für die Kölner Haie das erste NRW-Duell der Saison an. Um 19:30 Uhr ist der KEC bei den Iserlohn Roosters am Seilersee zu Gast. Köln geht nach dem 4:2 gegen Nürnberg mit zwölf Punkten aus acht DEL-Spielen in die Partie und steht auf Rang neun. Iserlohn gewann zuletzt mit 3:2 nach Verlängerung gegen Wolfsburg und liegt mit sechs Punkten auf Platz 13.
Zusätzlich waren die Haie unter der Woche noch international gefordert. Am Mittwoch verlor Köln sein letztes CHL-Hauptrundenspiel mit 3:4 nach Verlängerung bei Genève-Servette, beendete die Ligaphase durch den gewonnenen Punkt aber auf Rang drei.
Der Sommer in Iserlohn
Die Roosters beendeten die vergangene Hauptrunde mit 58 Punkten und 131:167 Toren auf Rang zwölf. Der Klassenerhalt war frühzeitig gesichert, für die erste Playoff-Runde fehlte am Ende aber doch zu viel.
Im Sommer wurde der Kader umfangreich verändert. Insgesamt zwölf Abgänge standen nach den Saisonabschlussgesprächen fest. Unter anderem verließen Daniel Fischbuch, Eric Cornel, Taro Jentzsch und Anthony Camara den Club. Fischbuch, der die Roosters in der Vorsaison als Kapitän angeführt hatte, spielt wie wir wissen nun für die Haie. Das Trainerteam um Headcoach Stefan Nyman blieb dagegen komplett bestehen.
Zu den Neuzugängen gehörten unter anderem Peter Quenneville, Cole Maier, Justin Scott und Verteidiger Mac Hollowell. Quenneville kam nach zwei Jahren bei Ilves Tampere nach Iserlohn und hatte in Finnland 78 Punkte in 129 Partien gesammelt. Hollowell bringt sechs NHL-Spiele sowie 145 Punkte aus 260 AHL-Partien mit.
Seit Donnerstag gibt es einen weiteren Neuzugang. Joonas Nättinen unterschrieb kurzfristig bei den Roosters und soll aller Voraussicht nach bereits gegen Köln einsatzbereit sein. Der 35-jährige Finne war zuletzt Kapitän bei Ilves Tampere, wurde 2022 Olympiasieger und gewann 2018 mit JYP Jyväskylä die Champions Hockey League.
Erwartungshaltung
Die Vorbereitung schloss Iserlohn mit drei Siegen und drei Niederlagen ab. Unter anderem besiegten die Roosters Wolfsburg mit 1:0 und gewannen beim Probonio-Cup gegen Nürnberg und Kassel jeweils mit 4:2. Das erste Testspiel gegen Köln ging mit 1:3 verloren.
Der DEL-Start verlief deutlich schwieriger. Iserlohn verlor die ersten fünf Saisonspiele. Danach folgte ein 3:2 gegen Krefeld, auf das allerdings eine deutliche 4:11-Niederlage in Straubing folgte. Beim 3:2 nach Verlängerung gegen Wolfsburg drehten die Roosters zuletzt einen 0:2-Rückstand im Schlussdrittel. Nach acht Spielen stehen sechs Punkte und 17:34 Tore zu Buche.
Auch die Spielanteile fallen bislang schwach aus. Iserlohn kommt auf 251 eigene und 344 gegnerische Schussversuche. Das entspricht einem Anteil von 42,18 Prozent und Rang 13 der Liga. Köln liegt mit 57,39 Prozent auf Platz zwei. Am Bullypunkt fällt der Unterschied geringer aus: Iserlohn gewinnt 49,10 Prozent seiner Anspiele, Köln 55 Prozent.
In den Special Teams besitzt Köln ebenfalls einen statistischen Vorteil. Das KEC-Powerplay steht nach acht Spielen bei 35 Prozent und ist weiterhin das beste der Liga. Iserlohn hat vier Tore in 30 Überzahlsituationen geschossen – 13,33 Prozent (Platz 9). Das Penalty Killing der Roosters liegt bei 72 Prozent (Platz 13), Köln kommt auf 76 Prozent (Platz 11).
Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten
Peter Quenneville ist gemeinsam mit Tyler Boland Iserlohns aktueller Topscorer. Nach acht Spielen stehen für den Kanadier zwei Tore und vier Vorlagen zu Buche. Quenneville wurde im Sommer gezielt für die Offensive verpflichtet und bringt neben seinen beiden Liiga-Spielzeiten bereits Deutschland-Erfahrung mit: 2021/22 erzielte er für die Lausitzer Füchse in der DEL2 85 Punkte in 57 Partien.
Colin Ugbekile gehört zu den offensivstärksten Verteidigern der Liga. Der ehemalige Haie-Spieler kam 2025/26 in 52 Partien auf neun Tore und 34 Vorlagen. Auch in dieser Saison steht er nach acht Spielen bereits bei drei Treffern und zwei Assists. Gegen Wolfsburg erzielte Ugbekile in Überzahl den Siegtreffer zum 3:2 in der Verlängerung.
Spannend wird zudem der mögliche erste Auftritt von Joonas Nättinen. Neben dem Olympiasieg bringt der Center umfangreiche Erfahrung aus mehreren europäischen Topligen mit: 194 KHL-, 242 Liiga- und 116 SHL-Spiele stehen in seiner Vita. Wie groß seine Rolle bereits einen Tag nach der Verpflichtung ausfallen kann, ist allerdings offen. Schlechter wird er die Roosters aber wohl kaum machen.
Prognose
Die Zahlen sprechen eindeutig für den KEC. Die Haie besitzen deutlich mehr Qualität, produzieren wesentlich mehr Abschlüsse und stellen das beste Powerplay der Liga. Iserlohn hat dagegen erst 17 Tore erzielt und gleichzeitig bereits 34 Gegentreffer kassiert.
Trotzdem bietet die Partie einige Fallstricke. Iserlohn hat zwei seiner vergangenen drei Spiele gewonnen und gegen Wolfsburg gezeigt, dass die Mannschaft auch einen Zwei-Tore-Rückstand noch drehen kann. Zudem reden wir vom Seilersee, der für die Haie schon öfters zum Stolperstein wurde.
Nach der CHL-Partie am Mittwoch wird es vor allem darauf ankommen, wie das Team von Thomas Berglund ins Spiel startet. Köln sollte vermeiden, Iserlohn über Zweikämpfe, einfache Scheibenverluste oder Strafzeiten früh ins Spiel kommen zu lassen. Gerade bei fünf gegen fünf spricht die Qualität in den eigenen Reihen dafür, dass der KEC bei einem kontrollierten Auftritt längere Phasen bestimmen sollte.
Auch die direkten Duelle der Vorsaison sprechen klar für Köln. Alle vier Partien gingen an die Haie: zweimal mit 3:1, anschließend mit 7:4 in Iserlohn und 4:2 in Köln.
Die Partie wird bei MagentaSport sowohl in der Konferenz als auch als Einzelspiel übertragen. Durch die Konferenz führen Sascha Bandermann und Sven Felski. Kommentator ist Matthew Genest-Schön.
Blick über den Tellerrand
Die Extraportion Iserlohn gibt es tatsächlich in drei Podcasts. Neben einem Medien- und einem Vereinspodcast, gibt es mit Eisenwaldhockey auch einen Fanpodcast. Dazu lohnt auch immer der Blick zu Slapshotbambi.
