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11. Spieltag

Am 11. Spieltag wartet auf die Kölner Haie eine der bislang schwierigsten Auswärtsaufgaben der DEL-Saison. Um 19:30 Uhr gastiert der KEC bei den Straubing Tigers am Pulverturm. Straubing steht nach zehn Spielen mit 20 Punkten auf Rang zwei, Köln folgt mit 15 Zählern auf Platz sechs.

Die Haie verpassten am Dienstag gegen Schwenningen einen möglichen Heimsieg. Straubing kommt mit zwei Siegen in Folge in die Partie. Auf das 4:1 in Frankfurt folgte am vergangenen Sonntag ein 3:2 gegen Wolfsburg.

Der Sommer in Straubing

Die Tigers spielten 2025/26 die punktbeste Hauptrunde ihrer DEL-Geschichte. Mit 101 Punkten und 180:150 Toren belegte Straubing Rang drei. Im Viertelfinale warteten die Eisbären Berlin. Nach einem 5:1 zum Serienauftakt führte Straubing zunächst mit 1:0, verlor die Serie am Ende aber mit 2:4. Spiel sechs entschied Berlin erst in der Verlängerung mit 6:5. Es war das dritte Aus gegen die Eisbären – die danach jedes Mal Meister wurden – in Folge.

Im Sommer endete eine Ära. Mike Connolly beendete nach elf Jahren seine Karriere. Der langjährige Kapitän absolvierte 554 Spiele für Straubing und sammelte 441 Punkte. Marcel Brandt übernahm anschließend das „C“, unterstützt von Stefan Loibl und Alex Green.

Auch der Kader wurde verändert. Josh Melnick, Zac Leslie, Elis Hede, Tim Fleischer, Wade Allison, Justin Scott und Tobias Schwarz verließen den Club. Dazu folgte Torhüter Henrik Haukeland, nach seiner starken WM im Mai, einem Angebot aus der russischen KHL. Neu kamen unter anderem Torhüter Jakub Škarek, Verteidiger Joseph Duszak sowie Jamieson Rees, Hudson Elynuik, Taro Jentzsch und J.C. Beaudin für den Angriff. Craig Woodcroft blieb Cheftrainer.

Erwartungshaltung

Nach Platz drei und dem neuen Punkterekord gehört Straubing auch in dieser Saison zum Kreis der Mannschaften, die sich direkt für das Viertelfinale qualifizieren wollen. Der Saisonstart bestätigt diese Einordnung bislang.

Die Vorbereitung verlief noch wechselhaft. Von sieben Testspielen gewann Straubing drei, die letzten beiden gingen jedoch verloren. Auch an den ersten beiden DEL-Spieltagen setzte es gegen Berlin und Krefeld Niederlagen. Seitdem hat sich das Bild jedoch gedreht: Sieben der folgenden acht Partien gewann Straubing, einzig in Mannheim gab es beim 1:2 keine Punkte. Besonders auffällig war das 11:4 gegen Iserlohn. Nach zehn Spieltagen stellen die Tigers mit 39 Toren sogar die bislang beste Offensive der DEL. 27 Gegentreffer bedeuten eine Tordifferenz von +12.

Die Ergebnisse werden auch von den Spielanteilen gestützt. Straubing kommt auf 52,78 Prozent der Schussversuche und liegt damit auf Rang fünf der Liga. Köln steht mit 55,96 Prozent auf Platz zwei. Am Bullypunkt sind beide Teams nahezu gleichauf: Straubing gewinnt 53,57 Prozent seiner Anspiele, Köln 52,50 Prozent.

Bei den Special Teams besitzt Köln den Vorteil im Powerplay. Die Haie haben elf ihrer 30 Überzahlsituationen genutzt – 36,67 Prozent und Ligabestwert. Straubing steht bei 20,69 Prozent. Dafür funktioniert das Penalty Killing der Tigers mit 86,21 Prozent deutlich besser als das der Haie mit 75,00 Prozent.

Im Tor hat sich Neuzugang Jakub Škarek als Nummer eins etabliert. Der Tscheche startete acht der ersten zehn Partien und kommt auf eine Fangquote von 92,02 Prozent sowie 2,36 Gegentore pro Spiel. Florian Bugl fällt nach einer Unterkörperverletzung längerfristig aus. Die Tigers verpflichteten dafür den in Köln bestens bekannten Mirko Pantowski.

Diese Spieler sollte Köln im Blick behalten

Nick Halloran führt Straubings interne Scorerwertung an. Der US-Amerikaner steht nach zehn Spielen bei fünf Toren und sechs Vorlagen. Bemerkenswert ist dabei seine Effizienz: Für seine fünf Treffer benötigte Halloran bislang nur 17 Torschüsse. Beim 4:1 in Frankfurt traf er zuletzt zum Endstand.

J.C. Beaudin hat sich ebenfalls schnell eingefügt. Der ehemalige Wolfsburger kommt nach neun Einsätzen auf vier Tore und sechs Vorlagen. Vor seinem Wechsel nach Straubing sammelte der Kanadier Erfahrung in NHL, AHL, KHL und Liiga. In seinen beiden früheren DEL-Spielzeiten für Wolfsburg verbuchte er 48 Punkte in 90 Hauptrundenpartien.

Auch Joseph Duszak ist ein wichtiger Faktor. Der offensiv ausgerichtete Verteidiger steht nach zehn Spielen bei zwei Toren und acht Assists und gehört damit zu den punktbesten Verteidigern der Liga. Schon vor seinem Wechsel nach Straubing hatte Duszak seine offensiven Qualitäten gezeigt: 2021/22 sammelte er 52 Punkte in 61 AHL-Spielen, ein Jahr später folgten 45 Punkte in 68 KHL-Partien für Dinamo Minsk.

Prognose

Straubing ist aktuell einer, wenn nicht der formstärkste Gegner der Liga. Sieben Siege aus den vergangenen acht Spielen, 39 erzielte Tore und Rang zwei sprechen für sich.

Die Haie hadern weiterhin mit Ihrer Konstanz: Nach elf Spielen stehen 40 eigene Treffer bereits 42 Gegentoren gegenüber. Gegen Schwenningen kontrollierten die Haie lange Phasen, gaben eine späte Führung aber erneut aus der Hand. Dazu tat man sich die letzten Spiele gegen vermeintlich schwache Defensiven erstaunlich schwer, obwohl man noch immer die beste Offensive der Liga stellt (bei einem Spiel mehr als Berlin und Straubing).

Am Pulverturm wird Köln vor allem Straubings schnelle und ausgeglichene Offensive kontrollieren müssen. Bereits sieben Tigers-Spieler haben mindestens fünf Scorerpunkte gesammelt. Dazu kommt ein Penalty Killing von über 86 Prozent, das dem starken Kölner Powerplay eine deutlich schwierigere Aufgabe stellt als zuletzt.

Mut macht die Vorsaison. Köln gewann alle vier Duelle gegen Straubing: 7:4 und 4:2 in der LANXESSarena sowie 2:0 und 6:3 am Pulverturm.

Die Partie wird bei MagentaSport als Einzelspiel und in der Konferenz übertragen. Kommentator ist Christoph Fetzer. Durch die Konferenz führen Sascha Bandermann und Patrick Reimer. Wer das Ganze im Audioformat hören möchte, der ist bei der Blindenreportage gut aufgehoben und bekommt das Spiel direkt in die Ohren.

Blick über den Tellerrand

Für den Blick über den Tellerrand empfehlen wir die Straubinger Strafbank (Instagram). Auch der Hockey Analyst (Instagram) hat seine Wurzeln in der Stadt in Niederbayern. Dazu wie immer wenn Christoph Fetzer kommentiert: Bissl Hockey (Instagram)